Gemeinde Zirl

Asylwerber in Tirol leisten Gemeindearbeit in Signalgelb

20. Juli 2011, 19:21
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    foto: reuters

    Straßenputz in Signalgelb

In Zirl arbeiten Asylwerber gemeinnützig, NGOs loben dies als "positives" Projekt

Innsbruck - Seit Sommer 2010 verrichten Asylwerber des Flüchtlingsheim Zirl gemeinnützige Arbeiten für die Gemeinde - und sie tragen dabei gelbe Signalwesten. Anders als bei dem Vorstoß des Kärntner Soziallandesrates Christian Ragger empfinden das Tiroler NGO-Mitarbeiter nicht als kritisierenswert. "Die Arbeit wird gerne angenommen", sagt Flüchtlingsbetreuerin Ingrid Jenewein. Im Durchschnitt seien auf den Zirler Straßen täglich neun Männer unterwegs, um aufzuräumen. Manchmal werden die Asylwerber auch am örtlichen Bauhof eingesetzt. "Die Männer wollen das machen", sagt Jenewein: "Sie kommen raus aus dem Heim und können arbeiten." Sie würden sich freiwillig melden. Einmal seien sie von der Gemeinde eingeschult worden, jetzt schulten sie sich gegenseitig ein.

Um sie als Gemeindearbeiter erkennbar zu machen, tragen die gemeinnützigen Arbeiter gelbe Westen mit der Aufschrift "Sauber statt Saubär". Das sei aber "keine Stigmatisierung von Asylwerbern", sondern ein Werbegag der Firma ATM (Abfallwirtschaft Tirol Mitte), sagt Flüchtlingskoordinator Meinhard Eiter. Durch die "Sauber statt Saubär"-Aktion von ATM werden seit 2003 landesweit Dorfplätze, Wiesen und Wege von Abfall befreit. Auch Umweltberater werden vermittelt.

Drei Euro pro Stunde

Neben der gemeinnützigen Arbeit für Gemeinden helfen Asylwerber auch beim "Frühjahrs- und Herbstputz" im Land. "Die Bergwacht säubert die Berge, die Naturfreunde die Innufer, und die Asylwerber helfen überall mit", sagt Eiter. Von der Gemeinde - Vizebürgermeisterin Johanna Stieger kann "nur Positives" über das Projekt berichten - bekommen die Männer für ihre gemeinnützige Arbeit drei Euro pro Stunde, insgesamt dürfen zur Grundsicherung 240 Euro dazuverdient werden.

"Teilweise arbeiten sie auch gratis", sagt Eiter: "Um als persönlichen Beitrag den Gemeinden, die sie aufgenommen haben, etwas zurückzugeben." Straffällig gewordene Asylwerber dürften an dem Projekt nicht teilnehmen. (Verena Langegger, DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 60
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buff flyer
01
21.7.2011, 17:02
und, passt die gelbe jacke nicht?

wollens lieber in der "orange order" aufgenommen werden?

Majestix
 
56
21.7.2011, 15:13
Offiziell legitimierte Ausbeutung.

Wenn Asylwerber nicht mit einem Arbeitsverbot belegt wären, hätten sie die Möglichkeit ein menschenwürdiges Einkommen zu erhalten.

belgma
 
23
22.7.2011, 19:57

stimmt!!! da bin ich zu 100 % bei ihnen. allerdings kann die gemeinde zirl das nicht ändern und versucht so eben, das beste draus zu machen.

natürlich kann das bundesweite ziel nur sein, asylwerber in ihren berufen arbeiten zu lassen und das mit einer entsprechenden entlohnung.

armin delmenhorst
 
01
22.7.2011, 10:27
da gebe ich Ihnen grundsätzlich recht

Dennoch darf man das Grundübel nicht aus den Augen verlieren, nämlich die lange Verfahrensdauer. Das ist der Witz! Egal, ob Papiere oder nicht, länger als 2 Monate dürfte so etwas nicht dauern, damit würde sich dieses Problem in der Form gar nicht stellen. Sollte er/sie in dieser Zeit ner Arbeit nachgehen, ist diese nach dem gesetzlichen Normen zu entlohnen. Aber eine Arbeit darf aber nie das Verfahren beeinflussen - wie es sich die Schleppermafia ja wünscht.

Derartige Arbeitsdienste gehören ohnehin verboten, denn sie treten in Konkurrenz mit ordentlichen Unternehmen und demütigen nicht nur die Verpflichteten sondern auch Menschen, die in diesen Branchen arbeiten.

Richard III
00
21.7.2011, 13:44
Wahnsinn.....Soll jetzt jeder posten, was er/sie gerade bei der Arbeit trägt?

LG,

Ri

phorus
183
21.7.2011, 13:27

warum müssen nicht gleich einen gelben stern anheften? die stigmatisierung wäre etwa die selbe.

Preo
00
22.7.2011, 14:07
Am Boden bleiben

Es geht hier ja nicht darum, Asylwerber_innen die Schutzkleidung vorzuenthalten. Das Problem, das nunmal entsteht, wenn man eine bestimmte Gruppe, die zum Beispiel ihre Nicht-Herkunft aus Österreich und ihr Nicht-Aufenthaltsstatus eint kollektiv zu einer Form der Arbeit zieht, einer Hilfsarbeit nämlich, ist halt schon ein Abschotten.

Und das Problem, wenn die Kolleg_innen dann einzigartige Kleidung erhalten, die Signalwirkung hat ist ja bloß, dass diese Ausgrenzung im gnädigerweise gewährten Arbeits- und Hungerlohnprozess auch nach außen offensichtlich gemacht wird.

buff flyer
06
21.7.2011, 17:05
sie sprechen offenbar direkt aus dem arbeitsleben

im strassenbau haben auch der polier und der bauleiter solche jacken an - in gleb oder orange und mit reflektoren sogar. im dunklen nadelstreif werden sie den lastwagenfahren keine freude machen, wenn sie auf der strasse herumgrundeln und möglichst unsichtbar sind.

R.M. S.
04
21.7.2011, 13:49

Aus meiner Sicht gehr die sicherung des Menschleben vor der Political Correctness.

bixente uhudla
 
03
21.7.2011, 13:46

es ist aber ganz normal für leute die solche jobs machen(zb ma48) signalwesten zu tragen(zb weil man oft nachts auf oder neben strassen arbeitet) auch für arbeiter die keine asylwerber sind...

können sie mir einen einzigen vernünftigen grund nennen,wieso man asylwerber diese signalkleidung bei dieser tätigkeit vorenthalten sollte?

O5
64
21.7.2011, 13:08

Deutlich effizienter wäre es wenn man diese Asylwerber in ihrem erlernten Beruf arbeiten ließe. Sie als Billigstlohnarbeiter auszubeuten und so frech zu sein das dann "gemeinnützig" zu nennen ist eine Chuzpe.

Walles
25
21.7.2011, 14:47

Es gibt doch jetzt schon ein Überangebot an asylwerbenden Prostituierten.

der lange hans
29
21.7.2011, 13:01

lobenswertes projekt.

entgegen einiger vorredner finde ich die 3 € entlohnung bzw die 240 € höchtsgrenze durchdacht.

und zwar aus dem grund, dass ein höhrer lohn

1) alibi "asylwerber" anlocken würde, die sich nur kurz auf der asylschiene einen vorübergehenden aufenthaltstitel sichern und dadurch andere verfahren verlängern
2) diese dann erst recht durch die wirtschaft, auf grund ihres unsicheren aufenthaltes, ausgenützt werden ->
3) lohndumping
4) kann ein arbeitgeber nicht kalkulieren wie lange ihm der asylwerber zur verfügung steht. sein verfahren könnte vorzeitig beendet werden und im negativfall kommts zur abschiebung...

wie ich lese nehmen es die personen ja selber gut auf und melden sich freiwillig ohne bezahlung!

O5
63
21.7.2011, 13:09

Drei Euro SIND "Lohndumping". Nur dass halt die Gemeinde der Ausbeuter ist und davon profitiert, was um nichts besser ist als wenns eine Firma wär.

der lange hans
04
21.7.2011, 15:03

sie verstehen den sinn des projektes nicht!

vergessen sie die vorstellung, dass es darum geht, dass die asylwerber geld verdienen. hier gehts rein darum, dass den asylwerbern die möglichkeit gegeben wird FREIWILLIG ihren tristen alltag zu entkommen und etwas, gegen eine kleine entschädigung, an die österreichische gemeinschaft zurückgeben zu können.

indirekt bezeichnen sie mit ihrer aussage alle freiwillgen helfer (flurreinigung, verschönerungsvereine, ...) als ausgebeutete. denn diese machen diese arbeiten FREIWILLIG UND UNENTGELTLICH!!!

bixente uhudla
 
11
21.7.2011, 13:50

ist kein lohndumping weil solche jobs ohnehin von gemeinnützigen vereinen verrichtet werden...die erwähnte bergwacht und die naturfreunde verrichten die selben jobs in der regel unentgeltlich,genauso wie zb die diversen alpinen vereine das wanderwegenetz in österreich ehrenamtlich und weitgehend unentgeltlich instand halten...

wieso auch nicht
50
21.7.2011, 12:08

Der Lohn ist eine Frechheit. Klar sind die froh, dass sie das machen können, aber zumindest das doppelte müssten sie schon verdienen.

h 90
07
21.7.2011, 12:23

Sie haben nicht mitbekommen, dass die sowieso die Grundsicherung bekommen.

wrkskrfzk
07
21.7.2011, 12:08
Nur 3 Euro pro Stunde

Wenn das die Fr Brickner erfährt. Andererseits ist sie ja derzeit mit der Skandalbastelei einer unzumutbaren Abschiebung von 12 Abzuschiebenden inkl. 22 (!) Begleitpersonen in einem Jagdflugzeug......
Und die dämlichen Grünen hecheln hinter der Renner Preisträgerin (!!!!) her und basteln ihrerseits an einer parlamentarischen Anfrag....
SO geht Stimmengenerierung für die FPK, da können alle nur lernnen....

Sarolta Pusca
85
21.7.2011, 11:18
Bravo!

Sollen wir jetzt Bravo-Klatschen, weil Ausländer nun schon ohne Arbeitserlaubnis mit einheimischen Arbeitnehmern konkurrieren?!

bixente uhudla
 
03
21.7.2011, 13:53

nein...weil diese arbeiten auch sonst nur von gemeinnützigen vereinen ohne bezahlung verrichtet werden

noldman
32
21.7.2011, 12:38
Asylwerber dürfen nach EU Recht arbeiten!!

Österreich hält sich bloß, so wie in vielen Bereichen was Asylwerber betrifft, nicht an diese Gesetze!!

beliar
31
21.7.2011, 12:21

gehn sie um 3 euro/std dreck putzen?, natürlich ist die entlohnung eine frechheit, es gibt eine zuverdienstgrenze.
die gemeinde hat was davon, freiwillige arbeit steht zur zeit hoch im kurs, unbezahlte pflichtpraktika auch <ironie off>. stört es sie dass das nicht ins bild der arbeitsscheuen, in der sozialen hängematte liegenden asylwerber passt?

can-of-worms
02
21.7.2011, 11:15

Welche NGOs begrüssen das? Bitte um Recherche.

ja aber
04
21.7.2011, 11:10
die loesung fuer die klammen gemeindekassen

allerdings habe es die deutschen mit den 1euro jobs schon vorgemacht. lohndumping und weniger offizielle arbeitsplaetze sind die folge.

man sollte besser an dem generellen umgang mit asylwerbern etwas machen/veraendern.

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