Schlussakt für Rhomberg

20. Juli 2011, 17:09
  • Artikelbild
    foto: epa/andy wenzel

    Festspielpräsident Günter Rhomberg erklärte seine 31. Eröffnungsrede zur "definitiv letzten".

66. Bregenzer Festspiele eröffnet - Der Festspielpräsident erklärte seine 31. Eröffnungsrede zur "definitiv letzten"

Bregenz - David Pountney mag keine faden Zeremonien. So ließ der Intendant der Bregenzer Festspiele die erlauchte Gästeschar zu Beginn der Eröffnungsfeier die Marseillaise proben, "weil wir dieses Jahr auf Revolutionsmodus sind".

Beim Schlussakt sollte die Festgemeinde dann kräftig mitsingen können. Mit welcher Inbrunst "die Ehrengäste in der ersten Reihe" die Bürger zu den Waffen riefen, erstaunte Dirigent Paul Daniel: "Die singen ja viel lauter als die hinteren Reihen."

Bei der Bundeshymne war Schluss mit Revolution, man blieb beim alten Text. Zu spontanen Textänderungen in ihren Reden sahen sich jedoch Bundespräsident Heinz Fischer und Ministerin Claudia Schmied veranlasst.

Da Festspielpräsident Günter Rhomberg (73) seine 31. Eröffnungsrede zur "definitiv letzten" erklärte - er muss den Stiftungsrat nächsten Frühling aus Altersgründen verlassen -, flochten Ministerin und Bundespräsident noch schnell Worte der Würdigung für den nach 30 Jahren Scheidenden in ihre Reden ein.

Sollte es unter den Stiftern (Republik, Land, Stadt und Verein der Freunde der Festspiele) keine Revolte geben, wird wohl Vizepräsident Hans-Peter Metzler, ein Unternehmer aus der Elektronikbranche, das Amt übernehmen.

Zu seiner Nachfolge wollte sich Günter Rhomberg dem STANDARD gegenüber nicht äußern, sehr wohl aber zur Neustrukturierung des Stiftungsvorstands. Rhomberg plädiert für die Erweiterung des Dreiergremiums auf fünf Personen, davon sollten "mindestens zwei Frauen sein".

Das findet auch Ministerin Claudia Schmied: "'Frauen vor' muss die Devise in allen Bereichen sein. Wir werden das im Herbst gemeinsam klären. Bei fünf Personen im Präsidium müssten mindestens zwei Frauen sein."

Die Festspielgäste aber hatten andere Sorgen: das Wetter. Für den Abend kündigte sich eine nasskalte Seepremiere der Giordano-Oper André Chénier an. (jub, DER STANDARD - Printausgabe, 21. Juli 2011)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.