Funde am Bodensee möglicher Hinweis darauf, dass sich das Verbreitungsgebiet der kostbaren Pilze verschiebt
Bern - Kein Pilzgattung bringt so teure und zugleich derart mit ihrer Region verbundene Exemplare hervor wie die der Trüffeln. Ob traditionelle Trüffelregionen wie das französische Périgord oder das italienische Piemont auch auf lange Sicht Heimat des kostbaren Naturprodukts bleiben werden, steht aber auf einem anderen Blatt: Der Klimawandel könnte nämlich auch die Verbreitungsgebiete von Pilzen verschieben.
Überraschende Funde
So haben Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) kürzlich erstmals am Bodensee in Süddeutschland Trüffeln entdeckt. Das Team um Ulf Büntgen stellte den Fund kürzlich im Fachmagazin "Frontiers in Ecology and the Environment" vor. Beim eindrucksvollsten Fund handelt sich um eine Burgundertrüffel mit einem Gewicht von 414 Gramm. Daneben fanden die Forscher in der Region am Bodensee an über 70 Fundstellen verschiedene Trüffelarten.
Bisher sei kaum je von Trüffeln in dieser Region berichtet worden, sagte Büntgen. Die Funde könnten ein Hinweis darauf sein, dass sich das Verbreitungsgebiet der begehrten Knollen zu verschieben beginne. Allerdings gelte es, vorsichtig zu sein: "Vorher wurde in der Region nicht systematisch nach Trüffeln gesucht", sagte Büntgen.
Der Süden wird zu trocken
Klar ist aber, dass das Klima im Mittelmeerraum trockener wird, während sich dieser Trend nördlich der Alpen noch nicht beobachten lässt. Man vermute, dass diese Trockenheit für die kontinuierlichen Rückgänge der Trüffelernten in den traditionellen Trüffelgebieten in Spanien, Frankreich und Italien verantwortlich sei, sagte Büntgen.
Gleichzeitig mehrten sich Trüffelbelege nördlich der Alpen. Es sei also durchaus möglich, dass es zu einer räumlichen Verschiebung komme. Solche Verschiebungen seien auch schon bei einigen Pflanzenarten beobachtet worden. (APA/red)