Kritik in Österreich an neuer EU-Richtlinie zu Atom-Endlagerstätten

19. Juli 2011, 21:20

Neue Bestimmungen sollen Export erlauben - Grüne: "Nicht sicherste, sondern billigste Lösung gewählt" - BZÖ: Haftung für AKW festschreiben

Wien - Die Grünen, das BZÖ und die Umweltorganisation Global 2000 haben eine EU-Richtlinie zur Endlagerung nuklearer Abfälle kritisiert, die am Dienstag unter Enthaltung Österreichs und Schwedens beschlossen wurde. Die Richtlinie erlaube den Export von Atommüll in Staaten außerhalb der EU, die dessen Sicherheit nicht ausreichend gewährleisten würden, sagte Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, am Dienstag laut einer Aussendung.

"Mit dem Export wird nicht die sicherste, sondern die billigste Lösung für das Atommüllproblem gewählt", so Brunner. Wie die Sicherheit der Lagerung von Nuklearabfällen in Drittstaaten gewährleistet werden solle, sei unklar. Nach Wunsch der Grünen sollen nukleare Abfälle in den Ländern entsorgt werden, die sie erzeugen. Global 2000 sieht hinter der Richtlinie den Versuch, den Export von Atommüll nach Russland zu ermöglichen. In "Atomfabriken" wie der im russischen Ort Mayak werde importierter Atommüll "fahrlässig wiederaufbereitet und der verbleibende Abfall unter unzureichenden Bedingungen gelagert", sagte Patricia Lorenz, Atomexpertin der NGO, laut einer Aussendung.

Der Kritik an den neuen EU-Bestimmungen zu Sicherheitsnormen und Endlagerung von Atommüll schloss sich das BZÖ an. Die EU müsse europaweite Sicherheitsnormen und Haftungen für AKW festschreiben, so der BZÖ-Energiesprecher Rainer Widmann laut einer Aussendung. Die teuere Subventionierung von Atom-Endlagern durch die EU-Staaten müsse ein Ende haben. "Wer die Atomenergie von hinten beim Endlager aufzäumt, anstatt ihr von vorne Kosten und Sicherheit zu verordnen, wird diese gefährliche Energie nie bezwingen", so Widmann.

Die neuen EU-Bestimmungen schaffen verbindliche Normen zur Entsorgung von Nuklearabfällen und für die Einrichtung von atomaren Endlagern. Ausfuhren in Länder außerhalb der EU sollen nur unter sehr strengen und obligatorischen Auflagen gestattet sein: Zum Zeitpunkt des Abfalltransports muss das Drittland über ein in Betrieb befindliches Endlager verfügen. Ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle muss nach internationaler Definition ein Endlager in tiefen geologischen Formationen sein. Derzeit existieren nirgendwo in der Welt derartige Endlager, und es befindet sich auch keines außerhalb der EU im Bau. Zur Zeit werden mindestens 40 Jahre für Entwicklung und Bau eines Tiefenlagers veranschlagt. (APA)

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11 Postings
krokokater
 
00
11.9.2011, 22:00
Ob das alles im Strompreis berücksichtigt wurde?

http://www.faz.net/artikel/C... 84696.html

thatslife
00
20.7.2011, 18:20
na geh

was macht denn österreich mit seinem atommüll? richtig er wird größtenteils nach russland exportiert.

wenn dann sollte man zuerst eine aufbereitungsanlage, oder eine endlagerstätte für österreich fordern bevor man den anderen staaten vorwerfen will was sie zu tun haben.

franz der freie
 
21
20.7.2011, 11:04
die demokratische seite der eu:

wer zahlt, schafft an. in diesem fall sehr deutlich : die atomindustrie. das gesetz ist eine reine farce und ein freibrief für die atomindustrie.

waunsinn
14
20.7.2011, 09:44
Nach Wunsch der Grünen sollen nukleare Abfälle in den Ländern entsorgt werden, die sie erzeugen.

Und wo werden die in Österreich anfallenden Nuklearabfälle des Forschungsreaktors im Prater und die Berge von medizinischen Abfälle endgelagert? Manchmal frage ich mich, ob die Grünen überhaupt wissen, dass eine ganze Menge radioaktiven Mülls in Österreich produziert wird, auch wenn Zwentendorf nicht in Betrieb ist.

Hrabal
01
20.7.2011, 15:10

ganz profan gesagt: das ist halt das verursacherprinzip; aber die Bundesregierung hält sich eh nicht daran und will den österr. radioaktiven abfall (inzwischen 15000 fässer) irgendwo im ausland endlagern - blöd nur, dass sich noch kein staat gemeldet hat.

Und das noch dazu
00
20.7.2011, 19:13
Kein wunder - bei der Einstellung der Österreicher

Ich würde die auch zappeln lassen.
Man kann dann aber später um viiiel Geld grosszügigerweise helfen.

Und das noch dazu
00
20.7.2011, 19:12
Kein wunder - bei der Einstellung der Österreicher

Ich würde die auch zappeln lassen.
Man kann dann aber später um viiiel Geld grosszügigerweise helfen.

R. Lexer
00
20.7.2011, 12:42

So furchtbar viel kann da nicht anfallen. Die meisten Brennelemente beim TRIGA sind noch die originalen, welche beim Bau des Reaktors (Anfang 60er) eingesetzt wurden. Und was doch verbraucht ist, geht nach Amerika (Ha, Nicht-EU-Land).

waunsinn
00
20.7.2011, 13:30

Wenn man sich nur TIGRA ansieht ist das korrekt. Wenn man den medizinischen Abfall der Isotopentationen und Nuklearmedizinabteilungen in A. ansieht, kommt einiges pro Jahr zusammen. Gleiches bei den industriell verwendeten Sources.

waunsinn
00
20.7.2011, 13:33

TRIGA soll das natürlich heißen. Sorrz. Tippfehler. Fand den Satz im Wiki-artikel interessant:

"Eine Besonderheit ist die einzigartige geographische Lage des Reaktors mitten im Stadtzentrum von Wien. Die Entfernung Stephansdom - Kernreaktor beträgt etwa 3,2 km."

Tja gegen Temelin und Mohovce demonstrieren und sich im Happelstadion wohlfühlen während nebenan Kernspaltungen erfolgen...

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