Größter US-Nachrichtenkanal macht keine Gefangenen

19. Juli 2011, 19:17
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Herzstück des Murdoch Imperiums in den USA ist der konservative Krawallsender Fox News

Als Fox News Anfang Oktober 1996 on air ging, hatte die Branche nur Spott und Hohn für Rupert Murdochs Nachrichtensender übrig: Journalistisch unprofessionell gemacht sei er, missionarisch und erzkonservativ. Wer, ätzten die TV-Zampanos damals in der schönsten Clinton-Ära kurz vor dem zweiten Wahlsieg des Demokraten, will so einen Schmarrn denn sehen?

Wie sich wenig später herausstellte, ganz schön viele. Mit seiner aggressiv-konservativen Linie wurde Fox News meistgesehener Nachrichtensender, vor dem liberalen MSNBC, und weit vor Pionier CNN. Seinen Aufschwung nahm der Sender vor allem nach 9/11 und während des Irakkrieges, als die USA kaum mit patriotischen Aufwallungen nachkamen.

Tatkräftig geholfen dabei haben Stars des Kanals wie Bill O'Reilly oder der TV-Prediger Glenn Beck, die mit ihrer Meinung niemals hinter dem Berg hielten und besonders bei vermeintlich Liberalen oder Linken keine Gefangenen machten (Beck: "Obama ist ein Rassist"). Eine Show hat auch der ehemalige Pastor und republikanische Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee, ständige Kommentatorin ist Sarah Palin.

Bei Fox News' großem Bruder, dem Vollprogramm Fox, läuft die zuschauerstärkste Show auch der jüngsten TV-Saison: "American Idol", das US-Vorbild von "Deutschland sucht den Superstar" und "Starmania".

US-Staatsbürgerschaft angenommen

Damit er Fox gründen durfte, nahm der Australier Murdoch 1985 die US-Staatsbürgerschaft an. Die Software für den Sender - und sein internationales Medienimperium - kaufte er im selben Jahr mit dem Hollywood-Produktionsriesen 20th Century Fox.

Schon 1977 hatte Zeitungsmann Murdoch das Boulevardblatt "New York Post" übernommen. Wie er seiner "Sun" in London die ehrwürdige "Times" zur Seite stellte, übernahm Murdoch in den USA 2007 mit dem Info-Konzern Dow Jones das renommierte "Wall Street Journal". Und griff prompt mit einer breiter angelegten Metropolitan-Ausgabe die "New York Times" an.

Mehr als 100 Millionen Dollar investierte Murdoch in den USA zuletzt in seine Tablet-Boulevardzeitung "The Daily" - mit überschaubarem Erfolg. (fid, pra/DER STANDARD; Printausgabe, 20.7.2011)

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