Nobelpreisträger Baltimore

Kein "Wunder-Medikament" gegen Krebs

19. Juli 2011, 18:46
  • Artikelbild
    foto: ap/mark lennihan

    Der US-amerikanische Nobelpreisträger David Baltimore glaubt nicht an die Entwicklung eines "Wunder-Medikaments" gegen Krebs.

David Baltimore: "Wir verstehen den Krebs gut, aber die positiven Auswirkungen auf die Patienten sind minimal"

Bregenz - Der US-amerikanische Virologe und Nobelpreisträger David Baltimore sieht den Kampf gegen den Krebs als langwierig und glaubt nicht an die Entwicklung eines "Wunder-Medikaments". "Wir verstehen den Krebs sehr gut, aber leider sind die positiven Auswirkungen auf die Patienten minimal", erklärte Baltimore am Dienstag bei der Veranstaltung "B11 - Vision of the Future" im Bregenzer Festspielhaus. Da sich jede Krebszelle von der anderen unterscheide, müsste im Optimalfall jeder Patient individuell behandelt werden.

Baltimore ging in seinem einstündigen Vortrag auf die Entstehung von Krebs ein und betonte dabei, dass die Zellerkrankung eine genetische Ursache hat. Wenn jemand schwere Mutationen geerbt habe, werde derjenige wahrscheinlich früh an Krebs erkranken. Umgekehrt gehen im Körper aber auch täglich Milliarden von Zellteilungen vor sich, und bei jeder davon "kann ein Fehler geschehen", so Baltimore. Diese Fehler könnten am Ende eine Krebserkrankung verursachen.

In Bezug auf die äußeren Faktoren sei es unmöglich, eine einzelne Ursache für eine Krebserkrankung zu isolieren, es spielten mehrere Themen wie etwa die Umwelt oder die Ernährung eine Rolle. Wenn etwa ein Asiate in die USA auswandere, so ändern sich bei ihm die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Krebsarten. Am klarsten aber sei der Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs, betonte der Nobelpreisträger.

Mehr Forschungsgelder

Baltimore erklärte, dass die Sterblichkeitsrate bei Krebs seit 1950 fast konstant geblieben ist, während sie sich etwa bei Herzerkrankungen mehr als halbierte. Damit in diesem Jahrhundert wesentliche Fortschritte gemacht werden können, forderte er mehr Geld für die Forschung. "Fünf Prozent Steigerung pro Jahr würden reichen, stattdessen gibt es Kürzungen", ging er auf die Situation in den USA ein. Außerdem setzte Baltimore Hoffnungen in die Immuntherapie. Es müsse gelingen, das Potenzial des Immunsystems zur Vernichtung von Krebszellen besser auszuschöpfen.

Krankheiten werde es auch im 22. Jahrhundert noch geben, resümierte der Nobelpreisträger. Um diese möglichst einzudämmen, müsse speziell im Hinblick auf Infektionskrankheiten Armut beseitigt und das Bevölkerungswachstum kontrolliert werden. Große Fortschritte habe man beim Verständnis von genetischen Erkrankungen gemacht, in der Behandlung komme die Gentechnik aber erst langsam zum Tragen. Hirnerkrankungen hingegen seien eine "große Herausforderung" Noch verstehe man weder die Ursache noch den Mechanismus von Alzheimer, Parkinson, Schizophrenie oder Autismus.

Der heute 73-jährige Baltimore wurde 1975 im Alter von erst 37 Jahren gemeinsam mit seinen Kollegen Renato Dulbecco und Howard M. Temin mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Sie erhielten den renommierten Preis "für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der Wechselwirkungen zwischen Tumorviren und dem genetischen Material der Zelle". Er ist nach wie vor am "California Institute of Technology" als Krebsforscher tätig. Hinter "B11 - Vision of the Future" stecken die drei bekannten Vorarlberger Persönlichkeiten Eugen A. Russ, Hans-Peter Metzler und Stefan Delacher, die jedes Jahr führende Wissenschafter nach Vorarlberg einladen, um über zukunftsträchtige Themen zu diskutieren. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Franz_Josef
00
Überraschung: Cannabis!

selber lesen, kommt offiziell vom .gov

"Plant-derived cannabinoids, including Delta9-tetrahydrocannabinol (THC), induce apoptosis in leukemic cells, although the precise mechanism remains unclear. "
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16908594

astemp79
102
20.7.2011, 19:53
Ein treffendes Beispiel für Nichtwissen!

"Wir verstehen den Krebs sehr gut, aber leider sind die positiven Auswirkungen auf die Patienten minimal"

Klar ausgedrückt: Die westliche Medizin versteht Krebs überhaupt nicht. Sie behandelt Symptome, sie forscht in Zellen - und übersieht die Psyche. Es ist das alte Problem, woran sie scheitert bzw. bereits gescheitert ist - weil sie nicht dazulernen will: symptombasierte Forschung.

Die ca. 8.000 Jahre alte chinesische Medizin ist da viel weiter als die gerade mal 200 Jahre alte westliche Medizin: Sie ist ganzheitlich orientiert, und arbeitet allein mit dem Energiefluss und dessen Störungen. Deshalb braucht sie auch keine Benamsung von Krankheiten. Und deshalb ist sie erfolgreich, im Gegensatz zur Symptommedizin.

Affenkipferl
01
23.7.2011, 23:31

Ich finde es schön, wie Sie die Ankündigung in Ihrer Überschrift mit Argumenten untermauern :)

witherabbitt
 
02
22.7.2011, 17:28

Ganzheitliche Ansätze in allen Ehren, zweifellos gibt es psychosomatische Effekte, die von der naturwissenschaftlichen Forschung aus methodischen Gründen bzw. in der Praxis wegen Überlastung nicht entsprechend berücksichtigt werden. Aber Ihre Kritik an der »Symptomforschung« ist ausgemachter Schwachsinn, und entstammt der Nazi-Esoterik eines Geerd Hamer, der ein geisteskranker Scharlatan ist. Hatte das zweifelhafte Vergnügen, mich Hamer, Lanka u. Kremer, Dahlke etc. beschäftigen zu müssen. Die sind allesamt unfähig, ihre eigenen Gedankengänge auch nur eine halbe Seite lang unfallfrei darzustellen, u. sind unfähig, sich ein Urteil zu bilden.

Pump Kin
11
22.7.2011, 15:22

Peeeeep Peeeeep Peeeeeep
Esoterikalarm.
David Baltimore wird jetzt sicher schlaflose Nächte haben.

pereswon
02
22.7.2011, 10:30
Na dann machen Sie mal mit Akupunktur einen bösartigen Tumor weg.

WeltenBrand
01
28.7.2011, 12:39
naja, mit genug nadeln...

kh g
12
22.7.2011, 08:08
Sie haben nicht nur von der "westlichen" ...

... Medizin keine Ahnung, aber wirklich keine, ja, nicht einmal in der chinesischen Medizin sind Sie firm.

Die Vorgänge im Körper basieren auf chemischen und physikalischen Prozessen und diese scheren sich keinen Deut um irgendwelche Einteilungen in Ost und West. Die einzige Chance, die wir Menschen haben, liegt in der Erforschung dieser Prozesse. Dies haben die Chinesen natürlich schon längst erkannt.

Dort, wo die Chinesen wirklich erfolgreich sind, verwenden sie "westliche" Methoden, nicht altertümlichen, lächerlichen Krams.

Andreeeas
01
21.7.2011, 21:58

Ich wünsche es Ihnen nicht, aber sollten Sie einmal ernsthaft erkranken werden Sie angekrochen kommen, damit Ihnen "die Schulmedizin" hilft.

Got Your Noes!
01
21.7.2011, 21:08

na wenn sie uns solche "fakten" präsentieren, wer wird denn da widersprechen können. man kann ihnen natürlich nicht zumuten sich tatsächlich mit medizin auseinanderzusetzen, über das niveau einer P.M.-kurzmeldung hinaus.

Bonair
15
20.7.2011, 22:54
Ist es jetzt amtlich?

Sie scheinen keine Ahnung zu haben, was ein "Symptom" überhaupt ist. Und, was definitiv ist, Sie haben keinen blassen Dunst von Onkologie. Oder von irgendetwas anderem von dem Sie hier reden.

Man kann Dummheit ja ignorieren, aber solche Ausmaße in einem einzigen Posting sind schon nicht mehr christlich...

Vera Rschung
 
22
20.7.2011, 17:15
Potenzial des Immunsystems zur Vernichtung von Krebszellen

Stimmt - ein erfolgversprechender Weg! Aber die Menschenversuche dazu sind zynisch, zumal jeder Dritte ein Placebo verabreicht kriegt (Kontrollgruppe) und für die Wissenschaft sterben darf.

Gibt es keine Vergleichsdaten? Wurde - aus Gründen des Datenschutzes? - alles vernichtet und jetzt büßen Testpersonen mit ihrem Leben dafür?

pereswon
00
22.7.2011, 10:37
Wer an einer Studie teilnimmt, dem kann es passieren, dass er in der Placebogruppe landet.

Jedoch nur, wenn in der Studie überhaupt ein Placebo-Arm vorgesehen ist. Aber darüber wird er informiert, wenn er einwilligt, an der Studie teilzunehmen. Wenn er das Risiko nicht eingehen will, kann er sich auch mit der etablierten Therapie behandeln lassen. Was ist daran zynisch? Bei der Erprobung neuer Krebs-Medikamente wird ein neues Medikament übrigens meist mit der bisher besten Therapie verglichen (und nicht wie Sie vermuten mit einer Placebo-Therapie)

Bonair
02
20.7.2011, 19:20
Ihr Name ist Programm.

1. kriegt nicht jeder dritte ein Placebo, meist ist es jeder Zweite.

2. sind diese Versuche keineswegs zynisch.

3. stirbt niemand deswegen weil er ein Placebo in einer Studie erwischt hat.

4. bzgl. Vergleichdaten: Was glauben Sie warum Studien gemacht wurden? Aus Gaude?

5. der Datenschutz gebietet keine Vernichtung von gewonnenen Daten.

6. "Erfolg versprechend"

7. a) Einlesen b) Nachdenken c) Posten
Themen wie das, das Sie in Ihrem Posting behandeln sollten in dieser Reihenfolge durchgemacht werden - wenn man Schritt a und b ignoriert kommt so was wie Ihr Beitrag heraus...

Sonata
105
20.7.2011, 12:50
Mehr Geld für die Forschung durch Gehaltskürzungen der Forscher...

Nur wenn die Wissenschaftler selber extrem kurz gehalten werden sind sie erfolgshungrig genug um wirklich große Entwicklungen zu schaffen. Zu viel Geld macht satt und träge. Man sieht es ja an unseren Politikern die um ein Vielfaches überhöhte Gagen kassieren und nichts Wesentliches zustande bringen.

Jürgen Rembremerding
01
22.7.2011, 12:42
maximales grün bei minimalem Hirneinsatz!

metall81
00
22.7.2011, 07:19
Ich musste im Zuge vieler Diskussionen hier im Forum schon jede Menge...

...Schwachsinn lesen, aber Ihr Geschreibsel toppt wirklich alles Bisherige. Ich weiß gar nicht, wo ich mit der Richtigstellung beginnen soll.

Punkt 1: Als Forscher verdient man wesentlich weniger als in anderen Berufen, die dieselbe Qualifikation erforden.
Punkt 2: Wissenschaftliche Durchbrüche lassen sich nicht erzwingen. 99% aller Forschung ist harte, oft ergebnislose Arbeit, die aber absolut notwendig ist, damit das eine Prozent revolutionärer Durchbrüche überhaupt erst möglich wird.
Punkt 3: Forschern weniger zu bezahlen würde höchstens dazu führen, dass nur noch weniger geniale Köpfe eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Oder glauben Sie man wird in eine Art "Forscherkaste" hineingeboren, Ihr Post liest sich nämlich so.

Got Your Noes!
00
21.7.2011, 21:10

ein wissenschafter wird nicht reich. ehrlich gesagt ist es ein wunder dass sich noch menschen finden die sich lebenslanges prekariat antun wollen, um einmal in der dritten zeile der autorenspalte eines paperdeckblatts zu erscheinen.

kh g
00
20.7.2011, 21:28
So ein Unfug.

Wenn man sich schon auf das Niveau ihrer Argumentation herablässt, würde ich mir vorerst mal die Einkommen der Sportler und Schausteller (die sich manchmal Künstler nennen) zu Gemüte führen.

Davon kann ein Forscher nur träumen.

siliconvalley
00
20.7.2011, 20:33

ja, wer am Hungertuch nagt und nicht weiss wie er seine Kinder ernährt und ausbildet, wird mehr Zeit im Labor verbringen weil er Überstunden eh auch nicht bezahlt bekommt ;-)

Sie haben nie in der Wissenschaft gearbeitet, das ist offensichtlich.

witherabbitt
 
11
20.7.2011, 16:10

Neoliberaler Schwachsinn. Daß Bildung im Sinne der Geisteswissenschaften niemand mehr etwas wert ist, obwohl diese im Zeitalter der totalen Diversifikation und des philosophisch primitiven Positivismus die Voraussetzung ist, eine Synthese der Wissenschaft und Gesellschaft denken zu können, daran habe ich mich beinahe schon gewöhnt, daß aber jetzt schon naturwissenschaftliche Forschung in der Medizin vom Neidkomplex verfolgt wird, ist wirklich widerlich. Außerdem isd diese Haltung bereits ökonomisch widerlegt, siehe Joseph Stiglitz!

thommerrillin
01
20.7.2011, 14:14

Geht der Neid in Österreich wirklich schon so weit? Erschreckend. Ich gönne jedem erfolgreichen Forscher gegen Krebs, AIDS, etc. von Herzem jeden Euro oder Dollar, denn das sind die Menschen, die wirklich Fortschritt für alle erreichen.
Und zu den Politikern: Gerade weil sie in Österreich eher schlecht bezahlt sind und sich dafür noch permanent an den Pranger stellen lassen müssen, haben wir ja eher die zweite Garde im Amt. Ich wäre für leistungsabhängige Entlohnung bei Politikern. Jeder HR-Consultant könnte problemlos Messgrössen für jeden Politiker definieren, deren Erreichen das gehalt definiert. Und dann auch gerne einmal das Doppelte herauskommen.

Bonair
06
20.7.2011, 13:06

Ihnen ist aber schon klar, dass die meisten Forscher im öffentlichen Raum in Österreich gleichzeitig in der Patientenversorgung tätig sind und die Forschungsarbeit in der Freizeit erledigen? Ich arbeite selbst gerade an 2 Forschungsprojekten - mit einer fantastischen Bezahlung von ganzen 0€ pro Monat. Sollte ich Ihrer Meinung nach zahlen um weitermachen zu dürfen?

Felix Kuttinger
 
00
20.7.2011, 22:34
Respekt!

Aber was passiert mit dem Erkenntnisgewinn? Wer profitiert aus dessen Verwertung?

Töchterle ist kürzlich nach Israel getourt, um sich zu erkundigen, warum der wissenschaftliche Output israelischer Universitäten um soviel über dem von österreichischen (staatlichen) Forschungseinrichtungen liegt.
Ein Grund wurde im Radiobericht genannt: Da wie dort wird an den Universitäten um Steuerzahlers Geld geforscht; aber in Österreich wird der Erkenntnisgewinn privatisiert.

Wenn Sie also aus Liebhaberei forschen, dann frage ich mich, wer den Gewinn aus der Forschung einstreift?

kh g
00
21.7.2011, 14:24
Herr Kuttinger,

Forschungsergebnisse werden idR publiziert, damit der Allgemeinheit und den anderen Forschern zugänglich gemacht.

Wenn Sie dies nur monetär bewerten, ist dies somit zu kurz gegriffen. Die Menschheit wird mit jedem Forschungsergebnis ein (kleines) Stück klüger.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.