Keine Überraschungen bei der Vorstandsbestellung: Mit Julian Jäger und Günther Ofner machten die Favoriten von Rot und Schwarz das Rennen
Neben der Skylink-Fertigstellung kommt auf die neue Führung auch die
Konzeption der neuen Landebahn zu.
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Wien - In der Airport-Branche haben sie sich bisher kaum bis gar nicht
hervorgetan: Julian Jäger kommt immerhin aus der Szene, leitet er doch den
Flughafen Malta. Mit etwas mehr als drei Mio. Passagieren gilt der Betrieb
allerdings als Zwerg. Günther Ofner wiederum war bisher eng mit der
burgenländischen Energiebranche vernetzt. Derzeit sitzt er im Vorstand der
Burgenland Holding, die von der niederösterreichischen EVN kontrolliert wird.
Während Jäger vom roten Wien forciert wurde, war Ofner der Wunschkandidat
einflussreicher schwarzer niederösterreichischer Kräfte für den Vorstandsposten
am Flughafen. Allein Landeshauptmann Erwin Pröll soll Bedenken gehabt haben -
erzählen zumindest Personen aus dessen Umfeld. Folglich habe sich der Landeschef
für die Bestellung international renommierter Manager ausgesprochen. Doch solche
- wie etwa der Chef des Budapester Flughafens - waren entweder zu teuer, oder
mit den Gepflogenheiten am Wiener Airport nicht vereinbar: Da Wiens
Bürgermeister Michael Häupl auf Jäger bestanden habe, wollte Pröll mit der Kür
eines parteilosen Managers keinen einseitigen Machtverlust hinnehmen - meinte
ein Aufsichtsratsmitglied.
Angesichts des Patts zwischen Häupl und Niederösterreich wäre es fast zum
Eklat gekommen. Vor der Aufsichtsratssitzung am Dienstag verlautete, das Gremium
werde möglicherweise in Ermangelung eines Kompromisses die Bestellung vertagen.
In dem Fall wäre es lediglich zur Einberufung einer Hauptversammlung Mitte
August gekommen, die wiederum einige Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat. U.
a. soll Raiffeisen-Holding-Chef Erwin Hameseder Präsident des Organs werden.
Doch letztlich einigte man sich doch auf Jäger und Ofner - einstimmig, wie es
hieß. Sie werden ab September ans Werk gehen.
Der Interimschef des Flughafens, Christoph Herbst, wechselt zu diesem
Zeitpunkt in den Verfassungsgerichtshof. Bis Ende 2011 laufen noch die Verträge
von Gerhard Schmid und Ernest Gabmann, die sich bei der Neuausschreibung nicht
mehr beworben hatten. Die genauen Modalitäten ihres Ausscheidens sind noch
Verhandlungsgegenstand. Schmid könnte für den Skylink-Bau noch einen
Beratervertrag erhalten. Das Projekt muss allen Vorgaben zufolge bis Mitte 2012
in Betrieb gehen.
Neben der Fertigstellung des Terminals, dessen Kosten auf über 800 Mio. Euro
explodierten, werden der Bau der dritten Piste sowie die Umsatzeinbußen durch
das Stutzen der AUA zu den großen Herausforderungen gezählt. (as, DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2011)