Neuer Doppelvorstand

Flughafen Wien hält dem Proporz die Treue

19. Juli 2011, 18:08
  • Artikelbild
    foto: archiv

    Julian Jäger: Von Malta nach Schwechat.

  • Artikelbild
    foto: archiv

    Günther Ofner: Von Eisenstadt nach Schwechat.

Keine Überraschungen bei der Vorstandsbestellung: Mit Julian Jäger und Günther Ofner machten die Favoriten von Rot und Schwarz das Rennen

Neben der Skylink-Fertigstellung kommt auf die neue Führung auch die Konzeption der neuen Landebahn zu.

***

Wien - In der Airport-Branche haben sie sich bisher kaum bis gar nicht hervorgetan: Julian Jäger kommt immerhin aus der Szene, leitet er doch den Flughafen Malta. Mit etwas mehr als drei Mio. Passagieren gilt der Betrieb allerdings als Zwerg. Günther Ofner wiederum war bisher eng mit der burgenländischen Energiebranche vernetzt. Derzeit sitzt er im Vorstand der Burgenland Holding, die von der niederösterreichischen EVN kontrolliert wird.

Während Jäger vom roten Wien forciert wurde, war Ofner der Wunschkandidat einflussreicher schwarzer niederösterreichischer Kräfte für den Vorstandsposten am Flughafen. Allein Landeshauptmann Erwin Pröll soll Bedenken gehabt haben - erzählen zumindest Personen aus dessen Umfeld. Folglich habe sich der Landeschef für die Bestellung international renommierter Manager ausgesprochen. Doch solche - wie etwa der Chef des Budapester Flughafens - waren entweder zu teuer, oder mit den Gepflogenheiten am Wiener Airport nicht vereinbar: Da Wiens Bürgermeister Michael Häupl auf Jäger bestanden habe, wollte Pröll mit der Kür eines parteilosen Managers keinen einseitigen Machtverlust hinnehmen - meinte ein Aufsichtsratsmitglied.

Angesichts des Patts zwischen Häupl und Niederösterreich wäre es fast zum Eklat gekommen. Vor der Aufsichtsratssitzung am Dienstag verlautete, das Gremium werde möglicherweise in Ermangelung eines Kompromisses die Bestellung vertagen. In dem Fall wäre es lediglich zur Einberufung einer Hauptversammlung Mitte August gekommen, die wiederum einige Aufsichtsratsmitglieder zu wählen hat. U. a. soll Raiffeisen-Holding-Chef Erwin Hameseder Präsident des Organs werden. Doch letztlich einigte man sich doch auf Jäger und Ofner - einstimmig, wie es hieß. Sie werden ab September ans Werk gehen.

Der Interimschef des Flughafens, Christoph Herbst, wechselt zu diesem Zeitpunkt in den Verfassungsgerichtshof. Bis Ende 2011 laufen noch die Verträge von Gerhard Schmid und Ernest Gabmann, die sich bei der Neuausschreibung nicht mehr beworben hatten. Die genauen Modalitäten ihres Ausscheidens sind noch Verhandlungsgegenstand. Schmid könnte für den Skylink-Bau noch einen Beratervertrag erhalten. Das Projekt muss allen Vorgaben zufolge bis Mitte 2012 in Betrieb gehen.

Neben der Fertigstellung des Terminals, dessen Kosten auf über 800 Mio. Euro explodierten, werden der Bau der dritten Piste sowie die Umsatzeinbußen durch das Stutzen der AUA zu den großen Herausforderungen gezählt. (as, DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 146
1 2 3 4
carbonara
01
21.7.2011, 17:52
Totengräber der Demokratie...

...wen wundert´s, dass die populistischen Parteien immer mehr Zulauf bekommen (von mir noch nicht).

Mostbluzza
02
21.7.2011, 14:28
ich finds schön, dass es noch

richtige familienbetriebe in österreich gibt.

da müssen keine ratingagenturen gefragt werden, kein börsenwischiwaschi und keine skandale.

zwei landespappies entscheiden für uns was am besten ist. geborgenheit, zuneigung und freundschaft zählen viel mehr. und ja nix fremdes von ausserhalb.

wolf k
01
20.7.2011, 18:07
zwei juristen

als vorstand - und wer von den beiden versteht etwas von management, technik, wirtschaft? es erinnert an das jahr 2009, als am flughafen überall angekündigt wurde, dass ende 2008 das neue terminal eröffnet wird. das naechste dilemma ist vorprogrammiert.

Pauli Feuerstein
01
20.7.2011, 17:33
Den Häupl kann man leider nur mehr

abwählen. Der Pröll verteidigt auch, schade, einen progressiven Schritt von Pröll hätte man erwarten können!

Mostbluzza
00
21.7.2011, 14:29
ab einem gewissen stadium

können sie einen politiker nicht mehr abwählen.

keep cool1
 
01
20.7.2011, 17:31
Internationale Ausschreibung als Feigenblatt?

Entgegen Wien-NÖ Lippenbekenntnissen, beide Vorstandsposten nach internationaler Erfahrung und Kompetenz - frei von schwarz-roten Proporz - auszuschreiben, hat man wieder 2 blasse, politisch „wendige“ Kandidaten mit bescheidenem Format ausgesucht.
Fragen wie
- Warum wurde vom AR nach welchen Qualitätskriterien diese Wahl getroffen?
- weshalb erfüllt gerade dieses Duo die hohen Ansprüche als Sanierungsmanager rund um das Planungschaos "Skylink" mit 2/3 Kostenüberschreitung?
- weshalb genügen die beiden dem Anforderungsprofil für wichtige Airport-Zukunftsaufgaben
wie dritte Piste/Ausweitung Wien als AUA/HUB-Funktion Osteuropa statt München/bessere Verkehrsanbindung/Ausbau der Airport Infrastruktur
- blieben bisher unbeantwortet!

fasziniert
00
Das Geld für eine 3. Piste in Wien können wir uns sparen

als Drehkreuz ist der Flughafen in München mit bald 3 Parallelpisten und einer Lage weit weg von der Stadt ohnehin viel besser geeignet.

Noch dazu wo man beim Flughafen Wien glaubt, die Anzahl der vom Fluglärm Betroffenen einfach ignorieren zu können und den Flugverkehr mit der 3. Piste Richtung dichtest besiedeltes Gebiet verlagern zu müssen.

keep cool1
 
00
Gut gemeint - aber....

@fasziniert
Beim ersten Punkt haben Sie sicher recht - nur die rund 20.000 Beschäftigten beim Arbeitgeber Airport Schwechat würden darüber nicht in Jubel ausbrechen!
Bekanntlich ist der Flughafen auch ein wirtschaftlich wichtiger Faktor für die ganze Region und entscheidend für die Standortwahl wichtiger UN, Konzerne und Institutionen. Wer will schon laufend umsteigen? Schwechat ist geradezu prädestiniert als Drehkreuz nach Zentral-, Ost-, Südosteuropa- und Zentralasien!
Diesen Standort-Vorteil würde ich nicht leichtfertig an München abtreten!
Mein Resümee - lieber bestehende und neue Flugrouten optimieren als leichtfertig an den Franz-Josef-Strauß Flughafen ins Erdinger Moos verlagern!

G.G.White
02
20.7.2011, 16:06
kommt auf die neue Führung auch die Konzeption der neuen Landebahn zu.

hab ich doch glatt "Korruption" gelesen statt "Konzeption", welche ironische Spielart meiner Gedanken.

chaimele
02
20.7.2011, 15:46
na gott sei dank

ich hatte schon die befürchtung es könnte frischer wind in die habererszene kommen. aber wie gesagt gott sei dank, alles wie gehabt. wär´ja noch schöner, wenn andere als parteigünstlinge und experten steuergeld verbraten würden!

frei raum
02
20.7.2011, 14:53
interessant...

für jeden anderen vergleichsweise "pemperljob" mit leitungsfunktion in der privatwirtschaft muss man sich trotz doppelstudium, auslandsaufenthalt, 3sprachigkeit, erfolgreicher berufserfahrung etc. durch mindestens 4 bewerbungsrunden inkl. psychologischem assessmentcenter quälen...

Zomby Woof
02
20.7.2011, 14:47
"...mit den Gepflogenheiten am Wiener Airport nicht vereinbar.."

Das ist der Spruch des Jahrhunderts! Also was eigentlich gemeint ist: Wir wollen nur ja keinen einstellen, der versuchen könnte, unsere steinzeitlichen Gepflogenheiten zu ändern.

Anonym Anonymus
11
20.7.2011, 14:34
Qualifikation

Schade, dass Pröll die Idee der Besutzung durch qualifizierte Top-Leute nicht realisierte und den Mut hatte, zumindest seinerseits dies zu realisieren. Häupl hätte sicher für Jäger auch einen Job im Wiener Fürstentum (saeit dem Begräbnis von otto, sind die Herren ja alle geadelt und können souverän in Ihrem Reich entscheiden).

ulysses007
01
20.7.2011, 14:32
Häupl und Pröll gehts in die Politikerpension...wir brauchen eichan Topfen nimma

Anonym Anonymus
01
20.7.2011, 14:07
Was macht eigentlich der alte Vorstand

der neue kann sich ja jetzt auf den Sanierungsaktivitäten von Gabmann ausrasten, alles laut Plan. Wie viele Leute werden eigentlich da noch mit guten Jobs bedient für diese total verfahrene Sache? Was macht eigentlich Gabmann in der Zukunft? Gibt's ein neues Sanierungsprojekt?

Toto Wien
03
20.7.2011, 13:20
Das peinliche Parteipostenschachern geht ungeniert

weiter. Pröll und Häupl sollten sich für das Chaos schämen, dass sie am Flughafen angerichtet haben!

herr inspekta
02
20.7.2011, 13:18
politgünstlinge raus!

die parteien sollten haftbar gemacht werden für die unfähgkeit der rotschwarzblauen möchtegernmanager, die dem österr. steuerzahler mittlerweile milliarden gekostet haben, siehe zb. öbb
fürchten sie an einfluss oder entgehen ihnen parteispenden?

super web checker
00
20.7.2011, 13:10
DO MA NY

Bei dem Chaos und Sumpf ist es nicht verwunderlich, dass man nur 2. klassige Leute findet.
Verschuldet hat das Debakel damals Christian Domany! Was macht der eigentlich jetzt? Bekommt er immer noch Beraterhonorare vom Flughafen?

nrg422
07
20.7.2011, 13:09
Vorschlag fuer...

.....eine neue Oesterreichische Nationalflagge.
Rot-Schwarz

Dr. Usus Germanicus
00
20.7.2011, 15:54
Und a bissal gelb dazu

Anonym Anonymus
01
20.7.2011, 14:09
Neue Flagge

Rot für Ö und Wien ist ja ok, aber was machen wir mit dem blau der NÖ Landesfarbe?

nrg422
00
20.7.2011, 14:46
Rot-Schwarz ist dann somit auch gleich die Proporz Flagge

Das Blau koennte Interessant werden, falls Herr H.C. mal eine Rolle in der Regierung spielt. Dann wird einfach Rot oder Schwarz durch Blau ersetzt - hatten wir doch schon mal.

Isokolon
00
20.7.2011, 12:44
O Wunder

mikromalist
 
00
20.7.2011, 12:22
Sohn der ehem SPÖ

Nationalsrats-Abgeordneten Jäger?

Irgend wie wäre es im Hinblick auf Qualifikation vertrauenswürdiger machte jemand mit so einer Sozialisation einmal eine Karriere zB bei Raiffeisen?

afrayspeed
00
20.7.2011, 21:43
Sohn der ehem SPÖ Nationalsrats-Abgeordneten Jäger?

ja, ist er. immerhin hat er aber schon mal einen flughafen geleitet und kommt nicht zb von der wien energie oder dem echo medienhaus, das ist doch schon ein riesenfortschritt, oder?^^

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 146
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.