Nach einem Medienbericht
Berlin - Der kasachische Präsident
Nursultan Nasarbajew befindet sich offenbar zu einer
medizinischen Behandlung in Hamburg. Der 71-Jährige habe sich in
die Uniklinik Eppendorf einliefern lassen, berichtete die
"Bild"-Zeitung am Dienstag in ihrer Hamburg-Ausgabe. Der
Präsident werde schwer bewacht, auch das Bundeskriminalamt sei
eingeschaltet. Ein Sprecher des Krankenhauses wollte den Bericht
weder bestätigen noch dementieren. Die Klinik gebe niemals
Informationen über Patienten heraus, sagte er zu Begründung. Es
gebe derzeit keine gesonderten Sicherheitsvorkehrungen in der
Klinik. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, er könne den
Bericht nicht bestätigen.
Eine Sprecherin der Regierung in Astana sagte, Nasarbajew
befinde sich im Urlaub. Sie habe keine Angaben zum aktuellen
Aufenthaltsort oder zum Rückkehrtermin. Eine Sprecherin der
kasachischen Botschaft in Berlin ergänzte: "Er ist im Urlaub und
könnte überall auf der Welt sein." Auf der Webseite des
Präsidenten heißt es in einem Eintrag vom 11. Juli ohne Angabe
von Details, Nasarbajew befinde sich in einer kurzen
Erholungspause.
Nasarbajew regiert das ölreiche Land seit zwei Jahrzehnten
autoritär. Erst im April war der 71-Jährige nach offiziellen
Zahlen mit 95,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden.
Wahlbeobachter der OSZE kritisierten allerdings gravierende
Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung in der zentralasiatischen
Republik. Die Meldung über Nasarbajews Klinikaufenthalt trieb
die Kosten für Risikoversicherungen für kasachische Anleihen in
die Höhe.
Der Staatschef hat Stabilität zur obersten Maxime seiner
Politik erklärt und mehr als 120 Milliarden Dollar an
ausländischen Investitionen in die frühere Sowjetrepublik
gelockt. Trotz der verbreiteten Armut ist der Lebensstandard in
Kasachstan höher als in anderen Ländern der Region. Die größte
Volkswirtschaft in Zentralasien grenzt an Afghanistan, ist fünf
Mal so groß wie Frankreich, hat aber nur 16,4 Millionen
Einwohner. (Reuters)