Nasarbajew offenbar in Hamburger Klinik

19. Juli 2011, 16:40

Nach einem Medienbericht

Berlin - Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew befindet sich offenbar zu einer medizinischen Behandlung in Hamburg. Der 71-Jährige habe sich in die Uniklinik Eppendorf einliefern lassen, berichtete die "Bild"-Zeitung am Dienstag in ihrer Hamburg-Ausgabe. Der Präsident werde schwer bewacht, auch das Bundeskriminalamt sei eingeschaltet. Ein Sprecher des Krankenhauses wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Die Klinik gebe niemals Informationen über Patienten heraus, sagte er zu Begründung. Es gebe derzeit keine gesonderten Sicherheitsvorkehrungen in der Klinik. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, er könne den Bericht nicht bestätigen.

Eine Sprecherin der Regierung in Astana sagte, Nasarbajew befinde sich im Urlaub. Sie habe keine Angaben zum aktuellen Aufenthaltsort oder zum Rückkehrtermin. Eine Sprecherin der kasachischen Botschaft in Berlin ergänzte: "Er ist im Urlaub und könnte überall auf der Welt sein." Auf der Webseite des Präsidenten heißt es in einem Eintrag vom 11. Juli ohne Angabe von Details, Nasarbajew befinde sich in einer kurzen Erholungspause.

Nasarbajew regiert das ölreiche Land seit zwei Jahrzehnten autoritär. Erst im April war der 71-Jährige nach offiziellen Zahlen mit 95,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Wahlbeobachter der OSZE kritisierten allerdings gravierende Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung in der zentralasiatischen Republik. Die Meldung über Nasarbajews Klinikaufenthalt trieb die Kosten für Risikoversicherungen für kasachische Anleihen in die Höhe.

Der Staatschef hat Stabilität zur obersten Maxime seiner Politik erklärt und mehr als 120 Milliarden Dollar an ausländischen Investitionen in die frühere Sowjetrepublik gelockt. Trotz der verbreiteten Armut ist der Lebensstandard in Kasachstan höher als in anderen Ländern der Region. Die größte Volkswirtschaft in Zentralasien grenzt an Afghanistan, ist fünf Mal so groß wie Frankreich, hat aber nur 16,4 Millionen Einwohner. (Reuters)

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