"Jugendbewegung der 64 Burgkomitate" will am Standort der großen Bühne gegen steigende Benzinpreise demonstrieren
Budapest - Ungarische Rechtsradikale könnten das
diesjährige Budapester Rockmusikfestival "Sziget" (10. bis 15.
August) mit einer Kundgebung erheblich stören. Die Extremistengruppe
"Jugendbewegung der 64 Burgkomitate" hat auf der Festivalinsel, genau
am geplanten Standort der großen Bühne, eine Demonstration gegen
steigende Benzinpreise angekündigt.
Das Sziget-Festival auf der unbewohnten früheren Werftinsel in der
Donau zieht alljährlich hunderttausende Besucher aus ganz Europa an,
viele auch aus Deutschland und Österreich. Auf etwa 30 Bühnen wird
eine Woche lang vor allem Rock, Heavy Metal, Reggae, Funk und
Volksmusik geboten. Rechtlich ist sind die Festival-Organisatoren
während der Festivalzeit als Mieter Nutzer des Geländes.
Die rechtsradikale "Jugendbewegung der 64 Burgkomitate" war schon
2006 bei den Budapester Straßenkrawallen im Zusammenhang mit
Protesten gegen die damalige sozialistische Regierung als Agitator in
Erscheinung getreten. Dass die Benzinpreise das wahre Thema ihrer
geplanten Demo auf der Sziget sei, bezweifeln viele Beobachter. In
Ungarn ist der Rechtsradikalismus in den letzten Jahren erheblich
erstarkt. Die rechtsextreme Partei Jobbik sitzt seit gut einem Jahr
im Parlament. (APA)