Österreich, das Land der Mittagsschläfer?

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Foto: Dieter Schütz/www.pixelio.de
    foto: dieter schütz / www.pixelio.de

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Österreich gilt andernorts als Land der Siesta - Schlafen im Büro mit Hindernissen

Eine deutsche Gewerkschafterin plädiert für die Einführung der Siesta in Deutschland, das berichtete vergangene Woche die Presseagentur AFP. Kurz danach zitierte die dpa (deutsche Presseagentur) den Präsidenten des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, aus der "Bild"-Zeitung: In den USA und Japan, aber auch in Österreich habe sich "die Siesta am Arbeitsplatz längst bewährt".

Interessant, dass Österreich plötzlich als Vorzeigeland der Siesta gilt. Abgesehen von ein paar Unternehmen, die Powernapping für ihre Mitarbeiter ermöglichen, gibt es wohl wenige Arbeitnehmer, die zu Mittag ein Schläfchen halten.

Von der eigenartigen Erwähnung Österreichs als Land der Siesta abgesehen: aus arbeitsmedizinischer und ökonomischer Sicht ist die Idee an und für sich nicht abwegig. Ein kurzer Schlaf zwischendurch soll die Batterien im Gehirn wieder auffüllen, das Herzinfarktrisiko senken und die Konzentration verbessern. Gut für die Produktivität und für die Gesundheit. Allein in Österreich würden durch müdes Personal jährlich vier Milliarden Euro Mehrkosten anfallen, meinte heuer auch der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl. 

Bleibt die Frage wie entspannend es ist im Büro zu schlafen, wenn nebenan Sitzungen abgehalten werden, die Vorgesetzten an der Tür vorbeigehen oder ein Haufen Arbeit wartet. Das Dilemma: gerade wenn ein Powernap am idealsten wäre, weil ein Jobtag stressig ist, ist schlicht und einfach keine Zeit (und Muße) dafür. (Marietta Türk, derStandard.at, 21.7.2011)

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