Blau Weiß vs LASK

Langes Warten auf keinen Sieger

Michael Robausch, 18. Juli 2011, 22:00
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    montage: derstandard.at/fotos: gindelhumer,dropkick.at/dapd

    Liebste Feinde: Blau-Weiße und Schwarz-Weiße konnten sich endlich wieder in ein und demselben Stadion zusammenfinden.

Das erste Linzer Derby nach 14 Jahren war kein Leckerbissen, Auf­stei­ger Blau-Weiß und Absteiger LASK trennten sich auf Gugl 1:1

Linz - Ein bisschen nervös werde seine Elf schon sein,  schätzte Trainer Thomas Weissenböck. Kein Wunder, schließlich gab's am Montag in Linz erstmals seit 14 Jahren wieder ein Derby und gut 12.000 Zuschauer füllten die alte Gugl bis auf den letzten der wegen Renovierungsarbeiten dezimierten Plätze. Trotzdem war der Trainer von Blau-Weiß überzeugt, dass der Aufsteiger in der dritten Runde der Saison ein gutes Spiel machen würde. Kontrahent Walter Schachner, der die Favoritenrolle für seinen LASK ohne zu zucken annahm, setzte auf Routine: Harald Unverdorben und Florian Metz rückten in sein Aufgebot.

Schachner hatte 120-prozentige Blau-Weiße erwartet - und tatsächlich begann der Außenseiter in seinem Heimspiel forsch. Allerdings nahm man Weissenböcks Auftrag, Zweikämpfe zu gewinnen, ab und zu ein bisschen gar zu ernst - und das ein oder andere Foul in Kauf. Höltschl hätte nach einer Attacke gegen Winkler eigentlich Gelb sehen müssen.

Nach fünf Minuten kam Unverdorben per Kopf zur ersten Chance für den LASK, Schellander hatte von links präzise geflankt. BW-Keeper Wimleitner, aufgrund seines Wechsels über den Linzer Rubikon von der schwarz-weißen Kurve ab und zu mit Pfiffen bedacht, lenkte den Ball aber ohne Probleme über die Latte. Der Favorit kam nun zwei, drei Mal über die Flügel durch, für tatsächliche Dominanz war aber die Fehlerquote im Passspiel zu hoch. Nach einer Viertelstunde wurde Aigner dann viel Platz eingeräumt um sich den Ball an der Strafraumgrenze zum Schuss zurechtzulegen, trotzdem traf er das Tor nicht.

Fünf Minuten später die nächste gute Gelegenheit für den LASK-Stürmer, nachdem Höltschl der Ball im Mittelfeld gut 20 Meter wegsprang und er so eine formidable Vorlage für den Gegner produzierte. Natürlich nur, weil der Körper da dem Willen nicht untertan war. Machte aber nichts, denn Aigner verzog erneut freigiebig über die Querlatte. Damit blieb es Unverdorben vorbehalten, den ersten Schuss abzugeben, der tatsächlich das Tor erreicht hätte. Hätte! Denn dies verhinderte Wimleitner, der die kurze Ecke raumfüllend zustellte. Schachners Sorgen ob der in den ersten zwei Runden offenbarten suboptimalen Chancenauswertung seiner Mannschaft schienen prolongiert zu werden. Nach einer halben Stunde traf der routinierte Aigner zwar ins Tor, der Linienrichter hatte jedoch dessen Abseitsstellung richtig erkannt.

Der Aufsteiger war in dieser Phase nur sehr sporadisch vorhanden. Ein Aufbauspiel gelang nicht, auch deshalb weil aufgrund defensiver Massierung Anspielstationen fehlten. Dass es rund um den eigenen Strafraum beileibe nicht an Blau-Weißen fehlte, hieß allerdings nicht, dass den LASK-Angreifern nicht trotzdem einiges an Spielraum zugestanden worden wäre. Besonders die Flanken blieben bemerkenswert unbesetzt - Blößen, die eigentlich danach schrien, beackert zu werden. Doch in der Endphase der ersten Halbzeit - die auf dem inoffiziellen Derbymeter nicht über die Stärke Schaumgebremst hinauskam - schwand das bisschen schwarz-weiße Übergewicht wieder dahin.

Der blau-weiße Mittelfeldmann Huspek ("Wir trauen uns noch nicht, Fußball zu spielen") beschloss diese mit einem feinen, aber etwas zu unplatzierten Volley aus 18 Metern. Immerhin ermöglichte er damit LASK-Keeper Thomas Mandl einen Anwesenheitsnachweis.

Nach dem Wechsel verlegten sich beide Mannschaften auf Fouls im Minutentakt, was zur Verflüssigung einer ohnehin eher zerfahrenen Partie nicht wirklich geeignet war. Bei Wimleitner musste nach einem Zusammenprall mit Aigner gar eine blutende Nase behandelt werden. Doch zum Gück gibt es Standardsituationen und nach einem Corner führte plötzlich Blau-Weiß: Dominic Hassler hatte sich erst gegen Winkler durchgesetzt und dann eingeköpfelt (57.). Da wollte sich der LASK nun auch nicht lumpen lassen. Man kombinierte sich bemerkenswert unbedrängt in des Gegners Sechzehner, wo dann bereits wieder Befürchtungen über ein Übermaß an Kompliziertheit keimten, ehe Aigner doch noch auf den am Elfmeterpunkt wartenden Unverdorben aufmerksam wurde. Dieser versenkte die Auflage zum raschen Ausgleich (63.).

Von den beiden Goals auf steigendes Niveau zu schließen, wäre allerdings nicht zulässig. So bemüht Blau-Weiß war, es blieb ebenso unpräzise. Und der LASK schien Schachners Analyse, dass in der Ersten Liga "weniger Fußball gespielt" werde, als Aufforderung missverstanden zu haben. Von einem überlegenen spielerischen Vermögen des Favoriten war jedenfalls nichts zu bemerken. Was zunahm, war allein die Hektik. Brenzlig wurde es in der nunmehr vollkommen ausgeglichenen Partie noch einmal, als LASK-Kapitän Rene Aufhauser, der seine Abwehr über weite Strecken souverän dirigierte, den auf dem Weg Richtung Mandl befindlichen Miksits im Laufduell zu Fall brachte. Referee Muckenhammer beließ es bei einer Gelben Karte, ein zweiter Schwarz-Weißer in unmittelbarer Nähe hielt eine Torraub-Entscheidung offenbar hintan. Insgesamt verteilte der Referee neun Verwarnungen unter den Akteuren.

Höltschl fand mit dem folgenden Freistoß das Tor bei weitem nicht. Aus dem Spiel selbst heraus war keine Mannschaft mehr in der Lage, Chancen herauszuarbeiten. Daran änderte auch ein fünfminütiger Nachschlag nichts mehr. Blau-Weiß konnte am Ende mit dem Remis vermutlich besser leben als der LASK. Unverdorben: "Es gibt Schlimmeres im Leben." (Michael Robausch - derStandard.at 18.7. 2011)

FC Blau-Weiss Linz - LASK Linz 1:1 (0:0). Linzer Stadion, 11.900 (ausverkauft), SR Muckenhammer.

Tore: 1:0 (57.) Hassler, 1:1 (63.) Unverdorben

Blau-Weiß: Wimleitner - Bubenik, Knabel, Duvnjak, Rabl - Hartl, Höltschl, Wawra, Huspek - Hassler, Poljanec (76. Miksits)

LASK: Mandl - Hart, Aufhauser, Kobleder, Schellander - Kogler, Metz (82. Hamdemir), Winkler, Freudenthaler (72. Kaufmann) - Unverdorben, Aigner

Gelbe Karten: Hötschl, Huspek, Bubenik, Duvnjak, Rabl bzw. Metz, Pervan, Aufhauser, Schellander

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LeChuck™
01
19.7.2011, 22:31
@Stimmungsdiskussion

Die Lautstärke des Dauergejole hat meiner Meinung nach nur wenig mit Stimmung zu tun.

Walter Strobl
00
19.7.2011, 19:00

Für mich stellte das Derby großen Unterhaltungswert dar. Keine Ahnung, ob daran die tolle Stimmung oder der hohe Nostalgiewert daran Schuld sind, auf alle Fälle war es um einiges attraktiver als danach das kleine Rhurpott-Derby Düsseldorf-Bochum.

Unterschichtler
00
19.7.2011, 17:43

Lieber Herr Robausch, das Derby gestern war mitnichten das erste seit 14 Jahren, im August 2002 trafen diese beide Teams im ÖFB-Cup aufeinander. Das Derby gestern war deshalb lediglich das erste seit 14 Jahren im Meisterschaftsbetrieb.

Michael Robausch
00
19.7.2011, 20:30

Danke für den Hinweis. Mir ist die Tatsache der Cuppartie bekannt. Da die vorliegende G'schicht im Liga-Ressort verortet ist, war das "erste" auch auf den Meisterschaftsbetrieb bezogen. Man hätte das aber sicher auch noch explizit anführen können.

nintendere
 
00
19.7.2011, 15:32

Immerhin war es schön zu sehen dass es dem LASK finanziell so gut geht dass er keinen Trikotsponsor benötigt.

bianconero
00
19.7.2011, 18:15

Angeblich soll das Land Oberösterreich relativ viel an den LASK zahlen, zumindest mehr als z.b. Sturm durch die öffentliche Hand an Unterstützung bekommt, konkretes weiß ich allerdings nicht.

thaelmann-ernstl
01
19.7.2011, 18:40

das freut aber den steuerzahler in oö, daß er profifussball finanzieren darf und sich umgekehrt anhören darf, für seine gesundheit ist keine kohle da.
wahrscheinlich auch deshalb, weil der lask traditionellerweise bei der gkk im rückstand ist...

Wo woar mei Leistung?
00
19.7.2011, 16:00

Die potenziellen Sponsoren finden wohl alle Herrn Reichel so sympathisch und kompetent.

Wo woar mei Leistung?
02
19.7.2011, 15:17
Linz gehört in die Bunbdesliga

Nichts gegen Wiener Neustadt, Mattersburg und Admira, aber die Bundesliga bräuchte dringendst einen Linzer Klub. Auch Klagenfurt fehlt - wegen des wunderschönen Stadions.

Alvy Singer
 
00
19.7.2011, 16:44
Grün

Beide Profiligen brauchen Klubs mit
Potential, und das findet man nur in Städten. Darum
empfinde ich auch als Anhänger von Blau Gelb Wien äh Vienna den Aufstieg von Blau Weiß Linz als Segen. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Jahren noch Klubs wie der GAK, Vorwärts Steyr und
vielleicht auch Austria Klagenfurt folgen und Grödig und Co ablösen. Schon der
Abstieg von Gratkorn war eine Verbesserung...

Die beiden linzer Vereine zeign auch auf, dass eine
zweite bundesweite Profiliga unverzichtbar ist.(es gibt kein ernstzunehmendes europäisches Land, das darauf verzichtet). Andernfalls wäre der LASK ins bodenlose gefallen, und Blau Weiß überfordert
gewesen. So können sie langsam wachsen.

bixente uhudla
 
00
19.7.2011, 16:28

das stadion ist mittlerweile eine bruchbude weil es nicht dafür konzipiert ist/war eine dauerlösung zu sein...die oberen ränge sind so gebaut,daß sie danach leicht wieder abgebaut werden konnten(wie zb am innsbrucker tivoli)

nur haben die kärner in ihrem grössenwahn(kollektive kokspsychose?) gedacht,sie bräuchten ein solches überdimensioniertes stadion(für was? für wen?) und haben es nicht zurückgebaut...mittlerweile ist der rückbau nicht mehr möglich(weil die ganzen stahlträger usw. mittlerweile so verzogen sind,daß diese nicht mehr weiterverwendet/weiterverkauft werden können),bald wird eine benutzung der oberen ränge auch nicht mehr möglich sein(einsturzgefahr weil eben nicht als dauerlösung konzipiert)...

und wer hats verschissen:die

Wo woar mei Leistung?
00
19.7.2011, 17:49
Die Sinnhaftigkeit hat in Haiders Kärnten selten eine Rolle gespielt

Ein Schmuckkästchen ist das Stadion trotzdem

BlauerPenner
04
19.7.2011, 13:11
die größte Schande am ganzen Derby war ...

... das Buffet.

tlw. 30 minuten anstellen um ein Bier zu bekommen ist eindeutig zu viel. Man konnte nun wirklich nicht damit rechen das 12000 Leute vielleicht auch was trinken wollen.

Ich stellte mich zum Pausenpfiff an und kam 5 Minuten nach wiederanpfiff mit leeren Händen zurück. Immerhin schaffte ich einen ganzen Meter in der Schlange -.-

AlBundyFan
 
00
19.7.2011, 14:29
herrlich

noch besser wars nur in innsbruck am bergisel vor ein paar jahren als es für die gesamten zuschauer genau ein würstelstanderl gab.

zu trinken bekam man nur most von ein paar jugendlichen die ein kleines fass am rücken hatten.

dieses jahr gabs immerhin 3 würstelbuden.

under ground
01
19.7.2011, 12:57
gute idee

dass das linzer derby von einem oberösterreicher gepfiffen wurde. vielleicht sollte man einen schritt weiter gehen und das nächste mal einen linzer pfeiffen lassen.

und wer weiß es?
stimmt eigentlich das gerücht, dass die herren von der bundesliga auf einer nudelsuppe daher geschwommen sind?

ingeborg flachmann preis
04
19.7.2011, 11:52

V

NIN Femi
00
19.7.2011, 15:24

W

Da Chigurh Toni
00
19.7.2011, 13:03

V

Da Chigurh Toni
00
19.7.2011, 20:55
S

Da Chigurh Toni
00
20.7.2011, 13:03
K

das haustier
35
19.7.2011, 11:32

ich saß im sektor direkt neben dem lask-auswärtsanhang. nur hasstiraden. der support in unseren breitengraden bedeutet zu 80-90%, nur den gegner niederzumachen. "warme asseln", "tod und hass dem skv" etc... dazu die beschissene infrastruktur von der stadion-gastro bis hin zum öffentlichen verkehr, bekannte parkplatzmisere. diese bruchbude wird um 25 MILLE saniert. das gibts echt nur in linz. der hauptgrund ist, dass die stadtregierung eben auf den fußball scheißt... wieso es in linz eigentlich profifußball gibt, sollte mal hinterfragt werden.

ich753
00
19.7.2011, 15:34
Parkplatzmisere

bekannt ist, dass es keine (offiziell für Veranstaltungsbesucher ausgewiesene) Parkplätze beim Stadion gibt. Warum gab es eigentlich trotzdem einen Verkehrsstau Richtung Stadion? Gibt es keine Shuttlebusse?

andreas breitwieser
171
19.7.2011, 13:29
ERBÄRMLICH

Dumme, lächerliche Blau-Weisse Propaganda

Die LASK-FANS haben über 90 Minuten hervorragende Stimmung gemacht.

Von den BlauWeissen hörte man fast nichts

Und daher muss man den Gegner natürlich anpatzen ....

Einfach erbärmlich !!!!

bixente uhudla
 
25
19.7.2011, 13:39

wennst mitten drinnen stehst,ist klar das du von den anderen nix höhrst...war ja im blau weiss sektor nicht anders...man hat zwar gesehen,daß ihr euch bewegt, gehöhrt hat man euch da auch nicht wirklich...

aber daß die laskl fans nicht gerade mit der qualität ihrer chants punkten,ist ja nix neues...auch das "verrecken" transpi sprach da bände...

bei bw hats zwar auch einige anti-laskl chants gegeben,aber de gesänge die die egene mannschaft angefeuert haben,haben dann doch überwogen

andreas breitwieser
102
19.7.2011, 14:00
RECHTE VOEST-HOOLS

Hassgesänge und Schwarz-Weiss verrecke gibt es doch bei euch bei fast jedem Spiel

Sind jetzt die "ALTEN RECHTEN VOEST-HOOLS" auch wieder da ??

Haben die nicht auch einen Mord zu verantworten ??

Also, schön vor der eigenen "Haustüre kehren"

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Posting 1 bis 25 von 122
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