Golden Handshakes

Frühpension: Viel Gegenwind für Fekter

18. Juli 2011, 17:41
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    foto: apa/roland schlager

    Sozialminister Hundstorfer geht auf Distanz zu den Fekter'schen Anti-Frühpensions-Plänen.

Aufregung bei SPÖ, ÖGB und Arbeiterkammer - Verfassungsrechtlich gibt es einige Probleme

Wien - Eine Nacht Schlaf sorgt manchmal für klarere Positionen. Am Sonntag zeigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SP) noch vorsichtig Sympathie für den neuesten Anti-Frühpensions-Vorschlag von Finanzministerin Maria Fekter (VP). Sie will Golden Handshakes, die zu Frühpensionen führen, nicht mehr länger steuerlich begünstigen. Am Montag ging Hundstorfer dann teilweise auf Distanz. Für die Arbeitnehmer dürfe es zu keiner Verschlechterung kommen. Sie seien im Falle des Golden Handshakes ohnehin vom Jobverlust betroffen. Auf Arbeitgeberseite kann er sich aber steuerliche Hürden vorstellen.

Wie sehen die Steuervorteile nun aus? Wer noch im alten Abfertigungssystem (vor 2003) ist, muss für freiwillige Sonderabfertigungen bis zu einer Höhe von drei Monatsgehältern nur sechs Prozent Steuer zahlen, erklärt Margit Widinski von der Steuerberatungskanzlei BDO. Im neuen Abfertigungssystem seien freiwillige Abfertigungen nur begünstigt, wenn sie im Rahmen eines Sozialplanes vereinbart werden.

Fekter möchte nun, dass der niedrige Steuersatz fällt, wenn Arbeitnehmer, die jünger als 60 Jahre sind, direkt nach der Abfertigung in die Frühpension gehen. Findet sich ein neuer Job, bliebe der Steuervorteil erhalten - ebenso für über 60-Jährige.

Verfassungsrechtlich könnte das zu Problemen führen, erklären die Verfassungsrechtler Theo Öhlinger und Bernd-Christian Funk auf Standard-Anfrage. Hier könnte eine Altersdiskriminierung vorliegen, meinen sie.

Umgehung wahrscheinlich

Ebenfalls nicht unumstritten ist der geplante Eingriff auf Arbeitgeberseite. Die Sonderabfertigungen können derzeit von den Firmen als Betriebsausgaben abgezogen werden. Fekter will das ändern. In diesem Punkt ist auch Hundstorfer auf ihrer Seite. Man könne aber keine Betriebsausgaben streichen, die eindeutig betrieblich veranlasst seien, meint Steuerexpertin Widinski. Auch Funk teilt diese Einschätzung.

Lediglich Öhlinger meint, dass man mit dem Argument, Frühpensionen eindämmen zu wollen, eventuell eine verfassungskonforme Lösung finden könnte.

Der Pensionsexperte des Instituts für Höhere Studien (IHS), Ulrich Schuh, begrüßt Fekters Vorschlag zwar prinzipiell, da er auf ein höheres Pensionsantrittsalter abziele. In der Praxis sei aber zu befürchten, dass es zu Umgehungen komme, indem der Betroffene eine Weile zuwarte und erst dann in Pension geht. Ob die Praxis der Golden Handshakes aussterbe, sei auch zweifelhaft: Arbeitgeber und -nehmer würden sich die Steuerlast wohl teilen, glaubt Schuh.

Die Wirtschaftskammer gibt sich vorsichtig gesprächsbereit. Allerdings sei Personalabbau manchmal einfach notwendig, um Unternehmen zu sanieren, meint Kammerpräsident Christoph Leitl. Er gibt nun eine Studie zum Thema in Auftrag.

Ähnlich wie Sozialminister Hundstorfer meinen auch ÖGB und Arbeiterkammer, es dürfe keineswegs zu Verschlechterungen für die Arbeitnehmer kommen.

Aber auch Hundstorfer bekam am Montag sein Fett ab. Dessen Wunsch nach einer rascheren Harmonisierung der Pensionssysteme und Anhebung des Frauenpensionsalters lehnte ÖGB-Präsident Erich Foglar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hundstorfer ab. Man könne nicht alle drei Monate über neue Pensionsreformen reden. (go, jo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.7.2011)

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keep cool1
 
01
21.7.2011, 01:55
Zwang in die Frühpension ist unsozial!

Endlich jemand, der das Kind beim Namen nennt! SPÖ/AK/ÖGB sind dagegen, wen wundert es - Vernunft war noch nie ihre Stärke - liegt daran, dass die Vorschläge von Maria Fekter kommen. Golden Handshake + Hacklerregelung + Nutznießer der viel viel zu locker gehandhabten Invaliditätsregelungen sind bei näherer Betrachtung Korruption und Betrug auf Kosten der Gesellschaft - jenen Bürgern, die das System nicht schamlos ausnützen und bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten. Die zu guter Letzt noch die angehäuften Pensionsdefizite durch Frühpensionen - derzeit 9 Mrd €/jährlich mit ihren Steuern abdecken müssen. Allerdings muss es Sanktionen für jene UN geben, die ältere AN aus Kostengründen in die Frühpension drängen!

Michael Colinas
12
21.7.2011, 00:19
Mein Sanierungsvorschlag:

Die Gagen der Nationalrats- und Landtagsabgeordneten werden auf genau den Mittelwert der Einkommensbasis der im letzten Jahr einbezahlten SV-Beiträge harmonisiert. Minister erhalten 150% der durchschnittlichen Einkommensbasis aller Sozialversicherungspflichtigen.
Sämtliche Sonder- oder sonstwie abweichende Bestimmungen für Nationalrats- und Landtagsabgeordnete sowie Bundesräte werden gestrichen. Erst dann und wenn Männer/Frauen gleichgestellt sind, wird die Normalbesteuerung von Abfertigungen usw. andiskutiert.
Ich garantiere: erst dann wird Politik für die Mehrheit der Werktätigen gemacht werden.
Politik für Anleger, Stifter und Aktionäre würde dann nicht mehr so forciert werden wie heute.

Ernst Hirschmugl
 
00
20.7.2011, 14:17
Verschlechterung

Für jemand, der zuküftig erwägt, früher durch Handschlag in Pension zu gehen oder auszutreten, kann es keine Verschlechterung geben, die Konditionen, die es dann gibt, sind die einzigen; die man dann abwägen kann.
Die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Staatsaufgaben bewegen sich, da müssen sich auch die Konditionen bewegen dürfen.
Das muß auch für gewerkschaftliche Pfründe gelten.

Johannes St.
 
02
19.7.2011, 22:01
dass die Frühpension unattraktiver gemacht werden soll ist wohl das einzig durchdachte an dem Einfall

mit welcher Frist und bei welchem Alter oder Gesundheitszustand soll denn bitte die Begünstigung fallen? da wird sich wohl kaum eine nicht diskriminierende und nicht umgehbare Regelung finden lassen. Jede Frist zwischen Kündigung und Pensionsantritt kann locker durch Arbeitslose erstreckt und damit erfüllt werden...

was wirklich helfen würde ist u.a.:
* sofortige Abschaffung der Hacklerregelung
* Berechnung des pensionsminderenden Effektes einer Frühpension und entsprechende Verrechnung der Abschläge
* sofortige Angleichung des Pensionsalters für Männer und Frauen

mir wird schlecht
10
19.7.2011, 15:53
und der öaab

stimmt natürlich dafür. so schaut arbeitnehmerInnen vertretung a la övp aus.
zum ko..en diese kerzlschlucker!!

Ernst Hirschmugl
 
10
20.7.2011, 14:19

Grad die im ÖAAB organisierten Arbeitnehmer wären doch um Größenordnungen stärker betroffen, von einer anderen Besteuerung.

Weg mit dem letzten Proelleten!
10
19.7.2011, 15:52
Otto-Normalverbraucher darf wiederum für das eigentliche Klientel blechen, die Verursacher der horrenden Staatsschulden - die sogenannten Leistungsträger - bleiben von dieser Horror-Finanzministerin verschont.

War das anders zu erwarten? NEIN!

Weg mit dem letzten Proelleten!
00
19.7.2011, 15:58
Otto-Normalverbraucher darf wiederum für das eigentliche Klientel DER ÖVP blechen, die Verursacher der horrenden Staatsschulden - die sogenannten Leistungsträger - bleiben von dieser Horror-Finanzministerin verschont.

da fehlte was - tschuldigung

Simplicius Simplicissimus
00
19.7.2011, 15:34
Aus eigener Erfahrung mit ...

... meinen Kindern weiß ich, wie schwer es ist, Praktikumsplätze zu ergattern, die auch fordern, was verlangt wird. Ich rede von Schülern der HTBL Mechatronik, natürlich kenne ich die Schwierigkeiten anderer auch. Wozu Gelder, die man aus Frühpensionierungen erlangt, verwendet werden könnten, ist mir klar. Aber leider sehe ich den fragwürdigen Nutzen eher in einer einstimmigen Gehaltserhöhung von Nationalräten und Konsorten.
Ehe also Einschnitte in Einkommen erfolgen, müssen
nutzbringende Verwendungen gesetzlich verankert werden. Sollte das nicht geschehen, werde ich ganz einfach weniger Geld verdienen, die Anbaufläche meines kleinen Bauernhofes erhöhen und die Überschüsse verschenken. Ist ja auch nichts anderes, als Steuer.

hhh hhhh
22
19.7.2011, 15:31
die Spinnen die Övpler

mit dem Geld muss der Betroffene bis zur Pension überleben können,

Hauptsache die Schotter-Mizzi schont die wirklich Reichen !!!!!!!

zum SPEIBEN ist diese Partei !!!

StVO2
01
21.7.2011, 01:01
Bitte die Kirche im Dorf lassen

Beim Fekter Vorschlag geht es einzig und allein um den "Golden Handshake" (erhöhte Abfertigung), nicht um die normale Abfertigung "alt". Es ist wirklich nicht einzusehen, dass frühzeitige, aus Sicht des Arbeitnehmers, grundlose Pensionierungen auch noch steuerlich gefördert werden sollen.

Naprackbummservasnix
10
19.7.2011, 14:52

Wie oft wurde eigentlich in den letzten 2 Jahren das Pensionssystem schon geändert?
Darf man da noch irgendetwas glauben?

Seminole Eagle Chief
03
19.7.2011, 15:14

in den letzten 2 Jahren wurde das Pensionssystem genau 0 mal geändert. was soll die Suderei?

Lichtfreak
10
19.7.2011, 14:45
Vielleicht würde die Gier der Reichen eingedämmt,

wenn jedes Erbe auch an den Staat geht.

Ausnahmen:

- zu definierender Freibetrag
- Haus, das selbst bewohnt wird

Es würden dann auch weniger Erben, die ausser Geld nichts haben, geben. Die müssten was lernen....

florus flagrantius
02
19.7.2011, 14:43
gehen sie einmal mit 50 + zum ams -

wenn sie längere zeit arbeitslos sind - fragt sie ihre ams beratererin : " woran glauben sie, dass ihre bewerbungen nicht funktionieren " --- ?
zynismus pur

Der Ursprung
02
19.7.2011, 14:17

Wer glaubt, dass sich ein AN einen sog. Handshake ausdenkt zu seinem Management stapft und das Angebot unterbreitet, der irrt gewaltig. Leitl es ist umgekehrt, das Management tüftelt an den Handshakes um Leute loszuwerden, also wäre es nur gerecht
ALLE NOTWENDIGEN STEUERN AUF DIESE ZUSÄTZLICHE ABFERTIGUNG DEN UNTERNEHMEN ANZULASTEN UND NICHT DEN DIENSTNEHMERN!! ABER SCHEINBAR IST DER BEVÖLKERUNG EGAL DAS SIE EINEN A*S** VOLL ÜBER 50 JÄHRIGER ARBEITSLOSER MITFINANZIEREN MUSS!!

woifee 0.0
10
19.7.2011, 15:36

Sie sollten ihre Tastatur anschaun lassen, anscheinent klemmt die Shift-Taste.

schau, schau
12
19.7.2011, 14:11
schad

ich dachte, der artikel handelt davon, dass die fekter in frühpension geht...

Miss Spock
01
19.7.2011, 13:58
Es wäre Zeit, das man für ältere und teure Arbeitnehmer Stellung bezieht ....

Mit " Golden Handshakes " möchten so viele Unternehmen gerne jenes Personal abbauen, das hohe Personalkosten verursacht. Im Gegenzug für die Abgänge wird dann neues Personal angeworben und aufgenommen. Aber für diese gelten dann andere Löhne, was zur Folge hat, das genau dieses Austauschpersonal auch weniger in die Kassa zahlt. Wäre ich das Finanzministerium so wären mir höhere Beitragzahlende besser gelegen, als jene die weniger Steuern zahlen. Es ist daher absolut richtig diese Praxis der Unternehmen zu erschweren, weil es die Unternehmen dann eher mehr kostet als sie davon profitieen, wenn sie ihr ungebliebtes Personal weiter behalten, dafür aber anderswo Kosten senken, wo Kosten gleichzeitig zu Gunsten der Manager als Gewinn steigen.

peter schmidt
 
12
19.7.2011, 13:47
Das gute an Fekter ist, dass sie bei Widerstand förmlich aufblüht.

Ich finde sie ist als Finanzministerin viel viel besser eingesetzt als als Innenministerin (da war sie mir um Klassen zu radikal und auch zynisch). Aber jetzt kommen ihre positiven Seiten zum tragen.

Vater von Lisa
40
19.7.2011, 13:36
Die Fekter schärft ihr Profil

Als Innenministerin oft noch zu stümperhaft und radikal, gewinnt sie jetzt zusehens an Profil. Langsam aber sicher arbeitet bzw. kämpft sich diese Dame an die Spitze ihrer Partei. Vielleicht sogar als nächste Spitzenkandidatin? Eine kleine Hoffnung für die ÖVP.

Lichtfreak
00
19.7.2011, 14:32
Homer?

Der Ursprung
00
19.7.2011, 14:22

Hoffen Sie nur.....

Charly Blecher
21
19.7.2011, 13:32
Die Maurerpartie...

...hat schon den Beton gegen Fekter angerührt.

hage
20
19.7.2011, 13:29

Die meisten Meinungen sind nur heisse Luft, einzig der Leitl tut was für die Wirtschaft und gibt eine Studie in Auftrag... köstlich

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