Umstellung auf Heißwasser: Salzburger lassen Dampf ab

18. Juli 2011, 17:27
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Kohlendioxydausstoß könne dadurch jährlich um 65.000 Tonnen gesenkt werden

Salzburg - An die Schaulustigen werden noch schnell Ohropax verteilt, und dann heißt es: "Dampf aus!" Mit der Lautstärke eines startenden Kampfjets entweicht der heiße Dampf mit einem Druck von bis zu fünf Bar aus der Fernwärmeleitung und schießt 20 Meter und mehr in den Himmel.

Unzählige Male haben die Spezialisten der Salzburg AG in den vergangenen Jahren auf diese Art Fernwärmeleitungen geleert und so das 66 Kilometer lange Trassennetz in der Stadt Salzburg auf Heißwasser umgestellt. Diesen Montag war es schließlich bei der letzten Leitungsetappe so weit; das Dampfnetz ist Geschichte.

Energieeinsparung

Wesentlicher Vorteil der Umstellung des Fernwärmenetzes auf Heißwasser ist die Temperaturabsenkung. Während der Dampf mit 200 Grad Celsius durch die Rohre jagt, muss das Wasser nur auf 95 Grad aufgeheizt werden. Die Energieeinsparung ist entsprechend: Der Kohlendioxydausstoß könne jährlich um 65.000 Tonnen gesenkt werden, rechnet man bei der Salzburg AG.

Dazu komme, dass es durch die neue Technologie auch möglich sei, industrielle Abwärme direkt ins Fernwärmenetz einzuspeisen. Inzwischen sind die Trassen von Salzburg, Hallein und Wals-Siezenheim nicht nur untereinander, sondern auch mit diversen Abwärmequellen verbunden. (neu, DER STANDARD-Printausgabe, 19.7.2011)

  • Der letzte Dampf aus dem Fernwärmenetz.
    foto: salzburg ag

    Der letzte Dampf aus dem Fernwärmenetz.

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