Steirisches Sparpaket

"Da hab ich einen Nervenzusammenbruch gekriegt"

Interview | 18. Juli 2011, 18:07
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    "Dafür dass der erste Entwurf so ausgeschickt wurde, muss ich mich entschuldigen."

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    "Ich habe zeigen müssen, dass es ernst wird, weil der Dachverband der Behindertenhilfe das Gespräch verweigert hat", verteidigt Soziallandesrat Schrittwieser (SP) den ersten Entwurf für ein Sparbudget, an dem Angehörige wie Maria Gobiet (li.) im Frühling verzweifelt waren.

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    "Meine Tochter wünscht sich, nie mehr solche Angst um ihre Zukunft haben zu müssen."

Maria Gobiet, Mutter einer Tochter mit Behinderung, traf Siegfried Schrittwieser, den steirischen Soziallandesrat

Standard: Sie waren mit Ihrer Tochter auf der Demo gegen die Sozialkürzungen. Warum?

Gobiet: Da hat es geheißen, die Wohnassistenz, die meiner Tochter hilft, damit sie überhaupt in die Arbeit kommt, ist nur eine Startleistung. Also wie bei Menschen, die nach einer Operation Hilfe brauchen. Aber Behinderte genesen ja nicht plötzlich wieder. Da hab ich einen Nervenzusammenbruch gekriegt. Denn das hätte geheißen, ich kümmere mich rund um die Uhr und ermögliche ihr so die Berufstätigkeit, oder sie ist nicht berufstätig und muss in eine Pflegeeinrichtung. Meine Möglichkeiten sind aber begrenzt, weil ich schon ziemlich abgeschunden bin. Wir haben drei Kinder großgezogen. Die Ersparnisse sind bald aufgebraucht. Ich habe gedacht: Was dann? Das war für mich so schlimm, dass ich mir gedacht habe, dann bringen wir uns alle zusammen um. So war das.

Schrittwieser: Dass Ihre Tochter geweint hat und Sie auch, da ist der Behindertenverband schuld. Die haben im Dezember in einem Newsletter erklärt, das zehntausende Behinderte wieder auf ihre Eltern angewiesen sein werden.

Gobiet: Den hab ich aber gar nicht zu Gesicht bekommen.

Schrittwieser: Wissen Sie, was die Schweinerei dabei war: Nichts davon ist eingetreten ...

Standard: Demos gab es aber erst, nachdem Sie im Frühling das Budget präsentiert hatten. Danach wurde der Erstentwurf entschärft.

Schrittwieser: Ich habe zeigen müssen, dass es ernst ist, weil der Dachverband der Behindertenhilfe das Gespräch verweigert hat. Im Mai wollte er dann doch reden.

Standard: Was ist Claras Krankengeschichte?

Gobiet: Clara hat mit vier Jahren zum ersten Mal eine Gehirnoperation gehabt, da blieb fast nichts zurück, außer eine Unsicherheit beim Gehen. Dann mit elf kam der nächste Tumor, der ihr das Gehör kostete. Aber sie konnte noch gehen. Acht Jahre später hat sie durch ein Implantat ihr Gehör künstlich zurückbekommen. Dann war alles toll. Aber nach 26 Jahren hatte sie wieder einen Tumor, der hat ihr wieder fast das Leben gekostet. Jetzt ist sie 44, sitzt im Rollstuhl, ist aber berufstätig.

Standard: Ihnen wurden im Landtag im Zuge der Proteste 86 Härtefälle präsentiert.

Schrittwieser: Da waren auch Leute drinnen, die selbst erklärt haben, sie sind keine Härtefälle. Und es wird auch welche geben, die wir nicht kennen. Aber ich sehe ein, dass sie in unserem Sozialsystem Platz haben müssen. Bei der ersten Levo (Leistungs- und Entgeltverordnung, Anm.), die wir ausgeschickt haben, war das nicht so. Da hat der Behindertendachverband erklärt, er macht keine Vorschläge für Einsparungen, weil alles bleiben muss, wie es ist. Dann hab ich den Entwurf halt einmal so ausgeschickt, damit die sehen, dass es ernst wird. Mir war aber immer bewusst, dass die Freizeitassistenz für behinderte Menschen ein wichtiger Teil ist. Wir haben auch die 600 Stunden Höchstleistung gelassen.

Gobiet: Sie meinen Familienentlastung.

Schrittwieser: Ja, genau.

Gobiet: Das spielt für uns keine Rolle, Clara wohnt nicht bei uns.

Standard: Heißt das, Sie haben die Levo anfangs bewusst in verschärfter Version ausgeschickt, um den Verband zur Raison zu bringen.

Schrittwieser: Sagen wir es so: Die Schärfe hat einen Grund gehabt.

Standard: Wie kam man überhaupt auf die Idee, die Wohnassistenz als Starthilfe zu definieren?

Schrittwieser: Ich habe in der Begutachtungsphase der Levo mit Betroffenen und Experten gesprochen. Die haben mich überzeugt, dass es für Behinderte nicht nur Starthilfe sein kann. Daher ist es wieder eine Dauerleistung. Ich bin ja kein Landesrat, der glaubt, er hat die Weisheit gefressen.

Standard: Sie hätten das also auch ohne Druck der Straße entschärft?

Schrittwieser: Mit dem Druck der Straße hat das überhaupt nix zu tun. Wir hatten 130 Stellungnahmen in der Begutachtung.

Standard: Auch bei der Familienentlastung für Angehörige gab es im ersten Levo-Entwurf Fehler.

Schrittwieser: Es war klar, dass Leute, die 500 bis 600 Stunden Familienentlastung haben, nicht auf zehn bis 15 im Jahr runterfallen.

Gobiet: Aber das ist doch genau so dringestanden.

Schrittwieser: Ja, weil die Abteilung sich da an die Pflegegeld-Einstufung angelehnt hat. Sehr bald haben wir festgestellt, dass das nicht geht, weil zum Beispiel Autisten eine niedrige Pflegegeldeinstufung haben, aber 500 Stunden Familienentlastung brauchen.

Standard: Wie kann so etwas passieren?

Schrittwieser: Dafür dass der erste Entwurf so ausgeschickt wurde, muss ich mich entschuldigen.

Standard: Wie waren die letzten Monate für Sie als Landesrat?

Schrittwieser: Hätte ich nicht gespart, hätten wir die bisherigen Leistungen 2015 nicht mehr bezahlen können. Das ist mir emotional sehr schwergefallen. Das war eine schwierige Phase: Die Demonstrationen, diese Angriffe, sogar das Büro ist mehrfach besetzt worden.

Standard: Haben Sie für Ihr Ressort genug gekämpft?

Schrittwieser: Ich habe jede Position fast auswendig gelernt und geschaut, was machbar ist. Aber wir hatten allein von 2010 auf 2011 eine Steigerung von 33 Millionen, das kann sich niemand auf der Welt mehr leisten. Da sind uns die Dinge entglitten.

Gobiet: Meine Tochter möchte, dass ich Ihnen etwas ausrichte: Sie wünscht sich, dass sie nie mehr solche Angst um Ihre Zukunft haben muss. Sie wünscht sich eine Landespolitik, die behinderte Menschen als gleichwertige, geachtete Bürger sieht und nicht als Schmarotzer. Und, dass Sie darauf achten, dass Barrierefreiheit umgesetzt wird. Ich füge hinzu: auch in den Hirnen.

Schrittwieser: Und ich antworte Ihnen: Der Soziallandesrat Schrittwieser sieht keinen behinderten Menschen als Schmarotzer.

Gobiet: Es wurde oft nur von Missständen erzählt.

Standard: Die Regierung sprach von einer "Industrie", die im Behindertenbereich entstanden sei.

Schrittwieser: Ich nicht. Aber wir haben noch das beste Behindertengesetz und Sozialsystem.

Gobiet: Das sind die 30 Jahre ehrenamtliche Arbeit meines Mannes und anderer.

Schrittwieser: Da haben viele mitgewirkt. Und wir haben für Behinderte Rechtsansprüche wie in sonst keinem Bundesland. Deswegen sind die Kosten so gestiegen.

Standard: Wegen des Rechtsanspruchs?

Schrittwieser: Auch. Aber ich sage auch, nicht das ganze Geld, das im Sozialbereich ausgegeben wurde, ist beim Behinderten angekommen. Es gibt viele Einrichtungen - ich will nicht von Missständen reden -, wo es mehr Bedarf und Wünsche gibt.

Standard: Konkret?

Schrittwieser: Manche Vereine sind so groß geworden, dass ihr Büro in hervorragender VIP-Ausstattung eingerichtet ist.

Standard: Wie ein Regierungsbüro?

Schrittwieser: Fahren S' einmal hin, schauen Sie sich das an, und dann sagen Sie, ob das notwendig ist. Die leisten sich sogar Pressereferenten und Assistenten.

Standard: Haben Sie Einzelfälle evaluieren lassen?

Schrittwieser: Das braucht man net evaluieren, das weiß man, wenn die Leut' einem gegenübersitzen. Ich frag mich, wofür der Verband einen Pressereferenten braucht.

Gobiet: Aber in diesem Bereich wird doch so derartig viel ehrenamtlich gemacht. Also wir könnten uns alles leisten, wenn mein Mann die Stunden, die er da investiert hat, bezahlt gekriegt hätte. Aber wenn ein Betrieb groß wird, braucht er halt Strukturen.

Standard: Kürzen Sie 2012 weiter?

Schrittwieser: Unsere EDV ist aus der Steinzeit. Wir können nur Einschätzungen machen und wissen erst 2012, ob sie aufgehen.

Standard: Sie sorgten bei der Präsentation des Budgets für Aufregung, weil Sie sagten, wenn Frühförderungen von Babys erfolglos sind, zahlt man nicht weiter.

Schrittwieser: Da wurde etwas polemisch hinausgetragen. Ich habe gesagt, wenn ich in der Frühförderung eine Therapie anbiete, und nach zwei oder von mir aus drei Jahren stellt sich heraus, dass sie bei dem Kind keine Wirkung zeigt, dann werde ich es nicht weiter mit derselben Therapie belästigen, sondern da muss ich nach einer neuen Therapie suchen.

Standard: Von einer neuen Therapie haben Sie damals aber nichts gesagt.

Schrittwieser: Aber ich stehe jetzt hundertprozentig dazu. Vielleicht hab ich das damals verschluckt.

Standard: Psychotherapie für Kinder wurde gekürzt, weil das für Sie eine Versicherungsleistung ist.

Schrittwieser: Die Gebietskrankenkasse hat uns in Gesprächen zugesagt, dass sie das erhöht fördern wird.

Standard: Das Land hat die Flugshow Air Power mit 800.000 Euro heuer gefördert. Hätten Sie das Geld gerne für Ihr Ressort gehabt?

Schrittwieser: Da kann ich hundert andere Beispiele auch nennen. Unsere Gesellschaft ist vielfältig und hat viele Ansprüche. Ich habe 360 Millionen Euro für den Sozialbereich erkämpft. Es gibt viele Veranstaltungen, über die wir diskutieren können. Ich werde nicht Behinderte gegen die Air Power ausspielen. Aber, wenn Sie es wissen wollen: Ich war nicht dort. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.7.2011)

SIEGFRIED SCHRITTWIESER (59) war jahrelang Bürgermeister seiner Heimatstadt Stadt Thörl in der Obersteiermark sowie Landesgeschäftsführer und Klubobmann der steirischen SPÖ. Von 2005 bis 2009 war er Landtagspräsident, bevor er als Nachfolger von Kurt Flecker überraschend Soziallandesrat wurde.

MARIA GOBIET (71) unterrichtete 35 Jahre Geschichte und Deutsch in Graz. Seit zwölf Jahren ist sie in Pension. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Werner Gobiet, der Vizepräsident des steirischen Dachverbandes der Behindertenhilfe ist, unterstützt sie ihre 44-jährige Tochter, die im Rollstuhl sitzt.

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1 2 3
Das modische Trikot
02
22.7.2011, 13:39
Und wegen des Geldes

der gesamte Behindertenbereich in Wien bekommt 160 Mio euro, damit kann man ganze 7,2 km Autobahn finanzieren..Ich wette in der Steiermark ist das Verhältnis ähnlich, sparen könnte man überall, man tut es nur dort, wo sich die Menschen am wenigsten dagegen wehren können.

Das modische Trikot
02
22.7.2011, 13:33
und was kriegt so

ein Pressereferent gezahlt? Meine Wissens nach ist der Verdienst im Sozialbereich gegenüber allen anderen Branchen extrem niedrig. Man braucht sich doch nur die Tabellen des BAGS anschauen. Und wartum sollen große Organisationen keinen Pressereferenten haben, Kommunikation mit Medien (Spenden lukrieren)ist gerade im Sozialbereich extrem wichtig. Es kotzt mich an, dass Menschen, die in der Sozialbranche arbeiten immer rechtfertigen müssen, warum sie überhaupt Geld kriegen, wo doch die Politiker sich selbstverständlich alles leisten dürfen (auch Pressereferenten), oder??

Der Huber1
06
20.7.2011, 10:04
Die Landesregierung hat die Zusammenarbeit aufgekündigt

der für Menschen mit Behinderung, Angehörige und Landesregierung erfolgreiche Weg einer gemeinsamen Entwicklung von Gesetzen, Richtlinien und Dienstleistungen wurde von der Steirischen Reformpartnerschaft ohne Angabe von Gründen aufgekündigt, nicht vom Dachverband. Seit Jänner verweigert die LR Gespräche.
http://www.behindertenhilfe.or.at/index.php... chteId=156

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
20
21.7.2011, 13:09
Tja...

...die "wir schreien, ihr zahlt, ohne Rückfrage, ohne Kontrolle, ohne Evaluierung"-Zeit ist Krise sei dank, endlich vorbei. Dass das den Nutznießern des alten Systems nicht taugt, ist klar.

Wolfgang Mizelli
00
30.8.2011, 11:14
Ha ha ha...

...vom Schlaraffenland geträumt oder was schlimmeres?
"Wir schreien ihr zahlt" hat es nie gegegeben, zumindest seit ich auf der Welt bin und das ist schon sehr lange. Ich würde mir wünschen, dass im Sozialbereich wenigsten das Nötigste finanziert wird. War nie so und wird nie so sein. Dafür dürfen wir uns dann immer als Schmarotzer bezeichnen lassen oder solche Kommentare wie den Ihren lesen. Danke herzlichst!

Der Huber1
02
22.7.2011, 09:39
Diese Zeit hats im Sozialbereich nie gegeben

Die Landesregierung ist zuständig für die Leistungen der Behindertenhilfe. Sie hat sich vor 30 Jahren entschieden, private Träger zu beauftragen, weil diese um 20% billiger und flexibler sind. Es gibt ein Verfahren, wie die Leistungspreise berechnet werden, vielfach geprüft. Die Leistungen wurden zuletzt zwischen 2008 und 2009 im Auftrag des Landtags gründlich evaluiert. Dazu gibt es laufende Prüfungen der Organisationen. Die Organisationen sind alle gemeinnützig, d.h., etwaige Überschüsse werden wieder investiert, meist in die Entwicklung von Innovationen, die das Land nicht bezahlt.
Es gibt immer wieder Vorwürfe für missbräuchliche Verwendung. Ich kenne keine Belege dafür. Auch der LR bringt keine Belege im Interview.

na ja,...wenn´s so is.
02
20.7.2011, 00:43
wer hat eigentlich

diesen mann gewählt? sollte so ein posten nicht ein wahlposten sein? solange sich staatsdiener als oberhäupter aufspielen, hat otto mormalo , nicht einmal
behindert, eine chance. bleibt da nicht die demokratie
auf der stecke?

ilse mayer
02
19.7.2011, 16:37
"da hab ich einen nervenzusammenbruch gekriegt"

das ist ja der helle wahnsinn. auf so einem sensiblen gebiet wird jemand so unsensibler, der noch dazu nicht durch uebermaessige sachkenntnis auffaellt, eingesetzt. da sieht man, wie wichtig dieses thema ist.

tomasl
21
19.7.2011, 17:19
Die Familie sollte der erste Ansprechpartner für Hilfe sein

immer soll der Staat zahlen. Es wird Zeit, diesen Unfug zu beenden, der es endet im Zusammenbruch der öffentlichen Finanzen. Heute helfen ja noch nicht einmal Kinder ihren leiblichen Eltern - der Staat steht ja als Zahlmeister zur Verfügung

suboptimal
 
06
20.7.2011, 12:59
Die Familie leistet bereits ihren Anteil, Sie Ahnungsloser,

weil nämlich in Österreich MEHR als 80 % der Pflegefälle (!) ZUHAUSE gepflegt werden,

von ihren Angehörigen, meist mit heraushängender Zunge und beträchtlichen finanziellen Mitteln, die von der Familie Monat für Monat zum Pflegegeld zugeschossen wird. Das Pflegegeld ist ja gesetzlich so konzipiert, dass es nur einen Teil der Pflegekosten abdeckt und der Rest vom Pflegefall (oder seiner Familie) aufgebracht werden muss.
Auch Pflege ZUHAUSE verursacht hohe Kosten, aber allemal noch immer geringere als die Pflege im Heim.
Keine Ahnung von nix, aber deppert posten, gell.

Enassus
 
20
20.7.2011, 18:31
Kleine Panne!

Ich wollte noch hinzufügen, dass die Mutter die Tochter sehr wohl und sehr leicht täglich in die Arbeit führen, bzw. wieder abholen kann. Das ist kaum ein Aufwand, vor allem, wenn die Tochter in einer eigenen Wohnung lebt.

Wolfgang Mizelli
02
30.8.2011, 11:32
Kein Aufwand?

Hier spricht der Experte? Ist ja kein Aufwand? Ich liebe qualifizierte Meldungen wie diese. Im übrigen endet irgendwann auch die familiäre Beistandspflicht und hoffentlich bevor sich die Familienmitglieder zerfleischen. Es ist Aufgabe des Staates, zu zahlen und dafür zu sorgen, dass entsprechende, bedarfsgerechte Leistungen entstehen können. Die andere Lösung des Problems hat in letzter Konsequenz mit Gas und Verbrennungsöfen zu tun. Ach ja, und die Verweigerung bedarfsdeckender Unterstützung ist Folter. (Artikel 3 Europäische Menschenrechtskonvention und geltendes Verfassungsrecht)

Enassus
 
11
20.7.2011, 18:29
Das stimmt, was Sie sagen,

denn ich weiss es aus eigener Erfahrung. Ich habe jahrelang rund um die Uhr gepflegt.

suboptimal
 
04
20.7.2011, 23:03
Es geht aber nicht um die Mutter, sondern um die Tochter !

Was ist, wenn die Mutter keinen Führerschein hat? Oder kein Auto? Oder gar selber arbeiten muss? Und wenn die Mutter krank wird oder einmal stirbt, wie das halt so ist, muss die Tochter dann ohne tägliche Hilfe der Mutter die Arbeit aufgeben und in ihrer Wohnung verrotten? Nach 44 Jahren Hilfe und Unterstützung der Tochter kann die Mutter ja nicht mehr die allerjüngste sein, gell.
P.S.: Ich habe auch gepflegt, Vollpflegefall, den man eigentlich nur noch im Heim ordentlich versorgen kann, wie die Ärzte vorher meinten - rund um die Uhr und mehrere Jahre lang. So what?

Enassus
 
50
21.7.2011, 15:37
Bei Unwilligkeit

gibt es eben mehr als nur tausend Ausreden. Wenn wir rund um die Uhr pflegen konnten, dann kann die das zwei Stunden am Tag wohl auch machen.

zhang sanfeng
11
19.7.2011, 18:15

ob man im notfall vor die hunde geht hängt dann wieder von der sorgfältigen auswahl der eigenen familie ab.
was war noch schnell mal der grund, den sozialstaat zu erfinden?

zhang sanfeng
00
19.7.2011, 17:14

und er legt im interview noch einmal ordentlich nach:

"das war für mich so schlimm, dass ich mir gedacht habe, dann bringen wir uns alle zusammen um. so war das."

"dass Ihre tochter geweint hat und sie auch, da ist der behindertenverband schuld."

Aktive Arbeitslose
06
19.7.2011, 14:23
Steinzeit

Richtig muss es bei Schrittwieser lauten: "Mein Gehirn ist aus der Steinzeit ...".

Jagt doch diesen überflüssigen Rüppel mit dem nassen Fetzen fort!

der schwitzbär der schwitzt sehr
05
19.7.2011, 13:56
das ist also der sympathische Nachfolger von Kurt Flecker

gespart muß werden

die SPÖ braucht nämlich jede Woche 100 Liter farb, um noch rot vorzutäuschen

Radlerwahn68
06
19.7.2011, 13:42

hr.schrittwieser, zuerst nachdenken, gedanken ordnen und dann sprechen!!! sollten sie das nicht schaffen, dann sofort zurücktretten! wünsch niemanden was schlechtes, aber für diesen vollkoffer wäre es nicht schlecht sich, aus welchen gründen auch immer, sich nur mehr im rollstuhl fortzubewegen. dann vergeht ihm sehr schnell dieser abscheuliche versteckte zynismus!

Sonata
05
19.7.2011, 12:32
Leute wie Schrittwieser kann man auf der Stelle einsparen...

Das Geld läßt sich sicher besser verwenden. Diese überflüssigen Länderregierungen mit ihrer Günstlingswirtschaft kosten unglaubliche Summen. Da ist es klar, daß kaum etwas übrig bleibt von dem was die Privatwirtschaft erbringen kann. Sämtliche Landespolitker könnten wir im Straßenbau und bei der Altenpflege zu günstigeren Konditionen besser verwenden.

suboptimal
 
08
19.7.2011, 12:42
*öhm*

In der Altenpflege will ich lieber keine so sichtbar Ahnungslosen beschäftigt wissen. "Warm, satt, sauber" ist nur für Tiere gut genug.

chinaman_a1
10
19.7.2011, 12:23
ganz vorsichtig vergleichen und ruhig bleiben...

es ist schwer genug, behindert zu sein. Das wird niemand bestreiten. Aber es gab mal eine Zeit, wo es überhaupt keine Unterstützung gab und gar nicht so lange her, da gab es die Bezeichnung "unwertes Leben". Die Kinder starben.
Zum Glück ist das vorbei und die Unterstützung für Behinderte bis einschließlich die Barrierefreiheit in vielen, vielen Fällen, gehen Sie bitte mit offenen Augen durch die Gegend, ist auch nicht ohne.
Es wurde viel erreicht, vieles steht noch an.

Der ständige Vergleich mit Airpower, Bankenpaket etc. nervt. Auch das muss sein. Das ist nun mal Politik.
Man kann ja auch der Meinung sein, dass einem Behinderte überhaupt nicht interessieren und die Airpower (200k Besucher) schon. Oder wäre das nicht political correct?

Bernd Schiller
03
19.7.2011, 09:37
Psychotherapie für kinder, hilfe für unsre mitmenschen

Standard: Psychotherapie für Kinder wurde gekürzt, weil das für Sie eine Versicherungsleistung ist.

Vorwaerts volkshilfe, vorwaerts lebenshilfe und weiter so

Ohne eimrichtungen wie diese, waere tausende hilflos auf der straße

Vorwaerts caritas ---> wir brauchen all eure hilfe und v.a. Klugheit

Was gibt es wichtigeres als das Wissen, wenn es einem/r schlecht geht, wo man/frau hingeht :)

Nur zeit und geduld muss aufgebracht werden

Der psychologische dienst in all den einrichtungen ist nicht nur wichtig und richtig, sondern bitter notwendig 8)

Andererseits haben wir auch sehr große probleme auf all den straßen, gerade in den sog. "suburbs"

Seis in linz, sbg, st. Pölten, wien, münchen, dresden, leipzig, hamburg

minski
02
19.7.2011, 13:24
Das ist die traurige Wahrheit:

Der Grüne Gesundheitssprecher Grünewald zum Anstieg psychischer Krankheiten, Diskriminierung und massiven Versorgungslücken:
http://www.gruene.at/gesundhei... sen/74040/

"Zu späte Diagnosen und überlange Wartezeiten auf Therapien führen zur Chronifizierung von Erkrankungen und sind in ihren Folgen teurer als die notwendigen gesundheitspolitischen Investitionen. Massiv sind die Mängel vor allem bei Kindern und Jugendlichen, wie eine parlamentarische Anfragebeantwortung der Grünen kürzlich ergab“, ärgert sich Grünewald...Nur ein Viertel der Betroffenen erhält derzeit eine adäquate Therapie und das „ist seit Jahren ein ausgewachsener Skandal. Versagt haben hier auch die Gesundheitsplattformen der Länder..."

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