Flächenangebot nimmt zu, Spitzenmieten sind stabil
In Österreich geben sich Immobilieninvestoren derzeit abwartend. Laut einer aktuellen Marktanalyse der Österreich-Sparte des Beratungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE) wurden im ersten Halbjahr 2011 rund 500 Millionen Euro in heimische Immobilien investiert, etwas mehr als die Hälfte - 58 Prozent - stammten aus Österreich. Weitere 20 Prozent des investierten Kapitals flossen aus Deutschland.
Als größter Investor trat einmal mehr die BA Real Invest, die Immofonds-Gesellschaft der Bank Austria, auf, die sowohl das OCG II in der Guglgasse (3. Bezirk) mit rund 28.400m², als auch eine größere Fläche im Arsenal sowie den Wohnpark Donau im 22. Bezirk erworben hat. Die NH Hotels in Wien und Salzburg gingen an die Invesco Real Estate, und Karl Wlaschek erwarb ein weiteres Palais mit rund 8.000m² in der Wiener Innenstadt.
Aufwärtstendenz
Falls sich die Aufwärtstendenz des ersten Halbjahres weiter fortsetzt - im ersten Quartal wurden 200 Millionen, im zweiten 300 Millionen Euro investiert -, dann könnte im Gesamtjahr ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro erreicht werden, das wäre in etwa dieselbe Größenordnung wie im Vorjahr, so CBRE-Österreich-Chef Andreas Ridder.
Am attraktivsten für Investoren sind mit ca. 36 Prozent des Volumens weiterhin Büros. "Die Renditen in Österreich sind - wie auch schon in den vergangenen Jahren - stabil und liegen für neu errichtete, langfristig vermietete Büroobjekte außerhalb des 1. Wiener Gemeindebezirkes bei rund 5,25 Prozent. Das sollte sich bis zum Jahresende nicht ändern", so Ridder in einer Aussendung.
Immer stärker werde aber auch der Trend zu Hotels und anders genutzten Immobilien, "und auch Wohnimmobilien erfreuen sich größerer Attraktivität als noch vor ein paar Jahren."
Starkes Plus in der CEE-Region
Ein sehr kräftiges Investitionsplus konnte die gesamte CEE-Region in
den vergangenen Monaten verzeichnen, die Investitionssumme betrug hier
im ersten Halbjahr mit rund 5,3 Milliarden Euro mehr als das Zehnfache
des österreichischen Werts. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2010 waren es nur 1,7 Milliarden Euro.
Spitzenreiter war Russland mit einem Volumen
von rund 1,9 Milliarden Euro, gefolgt von Polen mit rund 1,8 Milliarden Euro und Tschechien mit rund
740 Millionen Euro. Am vierten Platz des Rankings liegt
Ungarn mit einem Wert von knapp 300 Millionen Euro - deutlich hinter
Österreich.
"Direkte Vergleiche sind zwar nur bedingt zulässig, aber die Zahlen
sind natürlich Indikatoren für Trends. Die Erholung und Attraktivität
der CEE-Länder für Investoren ist auf die guten Renditen zurückzuführen,
die gegenüber den österreichischen, stabilen oft präferiert werden",
meint Ridder.
Bei den Bürovermietungen erwarten einige Hauptstädte
der CEE-Region Rekordergebnisse. So wurden in Warschau im ersten
Halbjahr bereits rund 225.000 m² neu vermietet - in Wien waren es im
Vergleichszeitraum rund 110.000 m².
Trend bleibt
"Wir gehen davon aus, dass sich der Trend in den CEE-Ländern fortsetzt und bis zum Jahresende rund zehn Milliarden Euro in Immobilien in dieser Region investiert werden könnten. Damit lägen wir bereits knapp am Rekordjahr 2007, in dem rund 14,7 Milliarden Euro in der CEE-Region investiert wurden", gibt sich Ridder zuversichtlich. Investoren seien eben vor allem an attraktiven Renditen interessiert, und diese können derzeit wieder in den CEE-Ländern erzielt werden; in Warschau etwa 6,25 Prozent, in Moskau sogar 9,0 Prozent, und in Sofia und Belgrad sogar darüber. (red)