Attersee am Attersee

Fotografien beleben verödetes Ortszentrum

Ansichtssache | Jasmin Al-Kattib, 19. Juli 2011, 10:27

Edith Maul-Röders Architekturfotografie macht auf die Verkümmerung der Nahversorgung in kleinen Gemeinden und Städten aufmerksam und will die Straße als Kommunikationsort zurückholen

Bild 1 von 16»
Bild 1
foto: jasmin al-kattib

Spaziert man in diesem Sommer durch den kleinen Ort Attersee am gleichnamigen See in Oberösterreich, begegnet einem eine spannende Fotoausstellung im öffentlichen Raum, die auf die vielerorts gegenwärtige Verödung der Ortszentren aufmerksam macht. Der aus Attersee stammenden Fotografin Edith Maul-Röder liegt es schon lange am Herzen, dass ihr Heimatort "wieder ein lebhafter Ort mit einem interessanten Angebot für Kultur und Freizeit wird".

weiter ›

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 77
1 2 3
Redaktion derStandard.at/Immobilien
00
Straßenfest auf September verschoben

Das für 6. August angekündigte Straßenfest in Attersee wurde auf September verschoben, der genaue Termin steht noch nicht fest. Statt der Lesung wird es ein musikalisches Rahmenprogramm geben.

MAD7
00
26.7.2011, 14:15
Ähnliches Projekt zur Verödung der Wiener Geschäftsstrassen

Interessant. Ich habe mich mit dem Thema letztes Jahr beschäftigt, wurde im Rahmen von Eyes-On / Europäischer Monat der Fotografie ausgestellt (18m2-Print auf verlassener Geschäftsfassade in Wien):

http://marcindavies.com/17?12750/EuroSalon

Ein Hybrid aus Call-Shop, Wettbüro und Solarium.

MAD7
00
27.7.2011, 10:04

Hmm, da hat sich ein Fehler in die URL eingeschlichen, hier die richtige:

http://marcindavies.com/1712750/EuroSalon

MASCH49
 
01
21.7.2011, 10:43
BESSER ALS NÖRGELN,

besser als abreissen,
besser als resignieren,
besser als ...

Und jetzt noch nachdenken,
wie man den alten Bauten
charmant neues Leben ein-
hauchen kann!

Memory ist ein reines Glücksspiel
01
21.7.2011, 08:33

Man kann es aber auch ein "Potemkinsches Dorf" nennen.
Oder?

dorfkramer
00
21.7.2011, 08:28

Die einzige künstlerische Bewältigung des Leerstandsproblems ist die brutale Zurschaustellung dieses Leerstands.
Ich habe das in Inzell gemacht und die Leute haben sich brutalst aufgeregt.
Nach Jahren haben die dort kapiert, dass sich etwas ändern muss.
Mittlerweile habe ich woanders Knete verdient und investiere gerade in einen Umbau.
Die Eigentümer in Attersee und anderswo müssen nach Wien und London und dort Kohle machen. Dann müssen sie die Kohle in ihre Heimatdörfer stecken.
Machen die türkischen Gastarbeiter auch so.
Die Politiker und die Bauwirtschaft haben mehr Interesse an Supermärkten auf Grünflächen, weil sie dort mehr abzocken können.

Christine Singer
00
12.10.2011, 09:59

Die Leute ziehen schon längst nach Wien um dort Kohle zu machen. Das ist genau das, was von den Einheimischen in Attersee betrauert wird - die Jungen ziehen alle weg, nach Salzburg oder Linz oder Wien. Die Häuser werden von zahlungskräftiger Klientel aus dem Ausland bewohnt, allerdings nur in den Sommermonaten. Oder sie verfallen, weil keiner drinnen wohnt und die Erben darauf warten, dass sie zu einem guten Preis an ausländische Klientel verkaufen können. Es gibt wenig Kaufkraft, wenig Jobs, wenig Jugend und wenig Geschäfte. Es gibt inzwischen in Atterssee kaum Möglichkeiten, Geld auszugeben. Von 2 Monaten Tourismus im Sommer (sofern es schön ist), können die meisten Geschäfte/Lokale nicht leben.

Land der Frauen
01
20.7.2011, 11:44
So

ist unsere Lebensweise: Industrialisiert. Auch im Tourismus.
Wem die Industriekultur ungeheuer ist, muss etwas ändern: Und zwar SEINE Lebensweise.
Das ist Lebens-Kunst.

Kein_Postingname
00
20.7.2011, 10:15
Ist das selbe Problem …

… wie bei den Verkehrstafeln: Mehr Tafeln (= hübsche Büdln im Fall Attersee) helfen nix mehr. Einzige Möglichkeit wär Verkehrsberuhigung, das heisst optisch vermitteln, dass man hier zu Fuss leben kann. Und das ist dort unmöglich, ausser man macht eine weitläufige Umfahrung. Also: Aktion umsonst, dient nur um ein paar Bemühte bekannt zu machen, bestenfalls.

saifalislam
00
20.7.2011, 09:00
Die...

... Haueser auf den Fotos sind ja ziemlich vergammelt.

- In einen schoenen Privatwohnsitz wuerd ich dort nichts investieren weil ich nicht die Hauptstrasse vor meinem Fenster moechte. Ausserdem moechte ich nicht andere vergammelte Hauser als Nachbarn.

- Als Geschaeftsmann moechte ich dort nichts investieren weil es nicht ausreichend Bevoelkerung fuer den Einzelhandel gibt. Ausreichend Touristen gibt's auch nicht, weil die moegen's nicht wenn ihnen die LKWs ueber die Zehenspitzen fahren wenn sie im Schanigarten sitzen.

Was tun?

ken_park
00
20.7.2011, 19:59
wenn man davon ausgeht

dass die hausbesitzer noch im ersten stock wohnen könnten die doch die räumlichkeiten im erdgeschoss als hobbyräume nutzen, vielleicht ne sauna einbauen, ein gästezimmer.. mir würd da viel einfallen wenn sich meine wohnfläche plötzlich verdoppelt.. :)

jumpingjack flash
00
20.7.2011, 09:44

nix, einfach so lassen.

systemfehler1
00
20.7.2011, 07:45
Tolle Idee!

Grandiose Fotos!

Beim Barte des Proleten!
018
20.7.2011, 07:22
Attersee, Traunsee, Mondsee...

Was man daraus gemacht hat ist einfach traurig.
95% des Strandes sind im Privatbesitz und Tausende Österreicher sind zusammengepfercht auf ein paar Öffenliche Plätze. Alle regen sich über Gipfelverkäufe auf, da aber der See fast nicht mehr zugänglich ist ist er so gut wie in Privatbesitz. Eine Naherholungsstätte die Seinesgleichen sucht, zugepflastert mit Sch**heisln die zwei mal im Jaar bewohnt werden.

noldman
00
20.7.2011, 19:49
Genau deswegen wärs auch mal an der Zeit

darüber nachzudenken, ob man für die Häuser nicht ein Verkaufsverbot ausspricht. Will man diese verkaufen, kauft der Staat sie zurück und reißt sie weg......

Gerhard56
34
20.7.2011, 06:06
Verödete Dorfzentren

Das Problem ist nicht, daß alles dem Autoverkehr angepasst wurde, sondern genau das Gegenteil. Überall wird versucht, die Autofahrer aus den Orten und Zentren hinauszuekeln. Aus meiner eigenen Erfahrung ist es im Urlaub (soferne man nicht gerade im Ort selbst logiert) fast unmöglich etwas einzukaufen. Meist ist es ja so, man fährt einige Kilometer in den nächsten Ort und dann ist es nicht möglich, im Zentrum zu parken. Überall Kurzparzone, Fahrverbote und zum drüberstreuen 30er-Zonen. Dadurch vergeht jedem die Lust, dort länger zu verweilen (in einem Cafe oder Restaurant) und man fährt genervt wieder auf die Landstraße und sucht einen Supermarkt. In Wien versucht man ja die gleiche Taktik und wird letztendlich die gleichen Folgen haben!

Pumsti
01
20.7.2011, 09:28

warum hindert sie eine 30er-zone beim einkaufen???

noldman
00
20.7.2011, 19:54
Die 30er Zone ist nicht das Problem, sondern

zb. wie in Vöcklabruck wo man bei der Varena (Einkaufszentrum) gratis parken darf, aber in der Innenstadt auf viel zu wenigen "Gebührenpflichtigen Kurzparkzonen". Dafür hat man auch den Stadtplatz in einen Autoparkplatz verwandelt in dem man einfach nicht mehr gerne zu Fuß unterwegs ist.
Städte wie Vöcklabruck haben immer von den "Auswärtigen" die nun mal mit dem Auto anreisen müssen gelebt, das kapiert man heute aber nicht mehr und jammer stattdessen wieso niemand mehr in die Innenstädte kommt.

märchenonkel
10
19.7.2011, 22:56
gruselig.

Roky Erickson
00
19.7.2011, 18:12
Funktionswandel

Die Ortskerne kleiner Gemeinden und Städte haben in den letzten 40 Jahren einen massiven Wandel erlebt. Kleingewerbe und kleine Handelsbetriebe sind fast verschwunden. Der Trend zum Großmarkt mit Massenparkplatzangebot hat die engmaschige Struktur von Handels- und Gewerbebetrieben nun fast vollständig zerstört. Alles ist dem individuellen Autoverkehr angepasst worden.
Und Attersee am Attersee ist für mich dennoch ein reizvoller Ort, den ich bei meinen Attersee-Umrundungen mit dem Rennrad immer wieder durchquere.

Plasma an!
04
20.7.2011, 02:49
Und bitte ...

... baut endlich den Radweg rund um den See. Die Gästegruppe der Radfahrer zieht sich durch alle Einkommens- und Altersschichten, kommt vom Frühjahr bis spät in den Herbst und ist auch weniger wetterabhängig als der Badegast. Damit ist ein nachhaltiger Tourismusbetrieb möglich. Die leeren Geschäfte werden sich wieder mit Pizzerien, Eissalons und Cafes füllen und die Fotos kommen weg. Glaub ich halt. Die Tourismusverantwortlichen mögen aus ihrem engen Tal kommen und einmal eine Woche am Neusiedlersee Urlaub machen. Und lernen.

Plasma an!
03
20.7.2011, 02:37
Meiner Meinung nach ...

... trifft das für die Atterseegemeinden nicht ganz zu. Erstens sind auch die Großmärkte mit Parkplätzen rund um den Attersee sehr spärlich (es gibt beispielsweise nur 2 Billa rund um den Attersee). Zweitens ist die Straße durch Attersee wichtig, weil es die einzige Straße ist, mit der man dorthin kommt (außer dem Autobahnzubringer). Und wenn in Attersee noch etwas los ist, dann entlang dieser Straße. In den kleinen Gasseln schaut es noch viel trüber aus.
Das Hauptproblem ist IMHO die Ausrichtung auf ein Gästeklientel, die es nicht mehr gibt, oder eigentlich nie wirklich gegeben hat: Wohlhabende, möglichst ohne Kinder, die ein bis zwei Wochen bleiben, wegen der schönen Gegend überhöhte Preise zahlen und nix angreifen.

Christine Singer
00
12.10.2011, 10:13

Ich habe auch den Eindruck, dass Attersee in den goldenen Zeiten der Sommerfrische des fin de siecle bis zu den 50ern, 60ern stecken geblieben ist und den Absprung verpasst hat. Ich war eine Zeit lang in Attersee und hab eine gewisse Überheblichkeit beobachtet, mit der jenen Gästen begegnet wurde, die nicht der Gesellschaftsschicht entsprachen, die man sich als Gäste gewünscht hätte. Aber was wird den Gästen schon geboten? Ich glaube seit 1-2 Jahren oder so gibt es erst einen Golfplatz! Dennoch kann Attersee schlecht nur von 2 Sommermonaten leben. Das Hauptproblem trifft denke ich viele Orte: die Stadtflucht der Jungen und die Supermarktketten die außerhalb bauen, weswegen die kleinen Kreissler inzwischen praktisch inexistent sind.

jumpingjack flash
00
13.10.2011, 09:35

stimmt, und man muss mischen oder kleich anfangen - billige quartiere für z.b. menschen aus dem ehemal. ostblock - wenn die mit der zeit mehr geld haben bleiben sie länger bzw. kommen später mit mehr kohle wieder.

Beim Barte des Proleten!
00
20.7.2011, 07:13
Warum muss ich an die Serie Schloß Ort denken

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 77
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.