Männer verletzten sich häufiger als Frauen

Sommersportstatistik 2010: Verdoppelung der "schwerst" Verletzten - Fußballspielen verursacht die meisten Unfälle

Für 1.089 Erwachsene und mehr als 2.500 Kinder endete die sportliche Freizeitaktivität im vergangenen Sommer im Landeskrankenhaus Salzburg - rund 90 Prozent davon waren nach eigenen Angaben "gut" bis "sehr gut" trainiert. Das ist das Ergebnis der Sommersportstatistik 2010 vom Landeskrankenhaus Salzburg. Erwachsene verunglückten laut Angaben der Studienautoren hauptsächlich beim Fußballspiel (67 Prozent) aber auch beim Radfahren (zwölf Prozent) und Volleyballspiel (fast sechs Prozent). Die häufigsten Verletzungen entstanden beim Fußballspiel an den Gelenken und Beinen. Nach Angabe der Patienten lag dies hauptsächlich an der "direkten Konfrontation mit dem Gegenspieler" - sprich durch Fouls.

"Interessant ist, dass 3,7 Prozent der verletzten Fußballer Frauen waren - man merkt, der Frauenfußball ist auch bei uns attraktiv", erklärt Unfallchirurgie-Primar Herbert Resch. Fußballverletzungen nehmen seit Jahren zu, die Verletzungen durch Radfahren nehmen hingegen ab. Grund dafür sei sicherlich auch die Verwendung von professionellen Ausrüstungen. Die Schwerstverletzten verdoppelten sich hingegen: 31 Patienten im Jahr 2010 im Jahr davor waren nur 15 Sportler so stark beeinträchtigt.

Männer verletzten sich häufiger als Frauen

Die Mehrzahl der Verletzten waren Männer. Sie machen knapp 90 Prozent der Patientinnen und Patienten aus und sind im Durchschnitt 27 Jahre alt. Nur jeder zehnt Patient ist eine Frau. Die verletzten Männer sind im Durchschnitt 27,3 Jahre alt und damit jünger als die Frauen, die bei der Einlieferung durchschnittlich 30,3 Jahre alt sind. Fast drei Viertel der Verletzten sind unter 30, vier von zehn sind zwischen 31 und 60 Jahre alt. "2,6 Prozent der Verunglückten sind bereits über 60 Jahre alt. In dieser Altersgruppe gab es einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent", so Clemens Hübner, Facharzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, der die Statistik aufbereitet hat.

Verdoppelung der "schwerst" Verletzten

765 Verletzungen, die in der vergangenen Saison behandelt wurden, hatten einen leichten Schweregrad. Mit 70,2 Prozent sind sie auch die häufigsten. Schwere Verletzungen erlitten, wie im Jahr zuvor, 17,4 Prozent. Schwerstverletzt wurden jedoch 31 Patienten - zum Vergleich: 2009 waren es nur 15 Sportler. 104 Patientinnen und Patienten (9,6 Prozent) mussten stationär aufgenommen werden - knapp 60 Prozent davon mussten auch operativ versorgt werden.

Mehr als die Hälfte aller Sportverletzungen betrifft die Gelenke der unteren Extremitäten. "Das heißt, dass das Kniegelenke und die Sprunggelenke am häufigsten betroffen sind", analysiert Hübner. Ellbogen, Handgelenk und Hand müssen ebenfalls oft behandelt werden. Genauso wie Schultern und Oberarme. Bei 3,5 Prozent aller Sportunfälle tragen die Sportler Verletzungen am Kopf oder im Gesicht davon. Bei den meisten Verletzungen (90,4 Prozent) genügt jedoch eine ambulante Versorgung. Rund zehn Prozent werden stationär aufgenommen. (red, derStandard.at)

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