Psychische Störungen

Kindertherapien: "Geldmangel ist ein Totschlagargument"

18. Juli 2011, 17:46

ÖVP-Gesundheitssprecher verweistauf die latente Ohnmacht der Bundespolitik und wirft den den Ländern Säumigkeit vor

Wien - Für eine "schreiende Ungerechtigkeit" hält Erwin Rasinger die "Benachteiligung der Kinder": Obwohl Entwicklungsstörungen, vor allem psychischer Natur, zunehmen, fehlten 40.000 bis 80.000 Therapieplätze (Der Standard berichtete) - "und das Land schaut weg!" Doch Rasinger ist nicht nur Arzt, sondern auch Politiker. Wer also trägt Schuld am Missstand?

Der ÖVP-Gesundheitssprecher verweist angesichts zersplitterter Kompetenzen auf die latente Ohnmacht eines Bundespolitikers und wirft den für die Finanzierung zuständigen Ländern und Krankenkassen Säumigkeit vor. Letztere haben 2010 einen Überschuss von 280 Millionen erwirtschaftet: "Geldmangel ist ein Totschlagargument." Für 210.000 Kuren pro Jahr sei ja auch genug übrig.

Gebietskrankenkasse stockt auf

Christoph Klein, Vizedirektor des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, nennt als Gegenbeispiel die Wiener Gebietskrankenkasse, die Therapieangebote für Kinder aufstockt, und kündigt einen Strategieplan an, um Lücken zu schließen: "Doch wenn die Politik mehr Leistung verlangt, muss sie sich auch überlegen, wo das Geld herkommt." In den 90ern habe es eine Beitragserhöhung zum Ausbau der Psychotherapie gegeben, die heute dem Wert von 60 Millionen entspreche. "Wir geben aber bereits um zehn Millionen mehr aus", sagt Klein.

Stöger wünscht sich Ausbau

Im Büro von Gesundheitsminister Alois Stöger verweist man jedoch auch auf die Überschüsse und "wünscht" sich den Ausbau des Angebots. Selbst finanziert das Ministerium Vorsorgeprojekte in Betrieben und lässt über einen Präventionsplan diskutieren, der im Herbst vorliegen soll. (jo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.7.2011)

EricderRote
00
19.7.2011, 17:55
ach so

Nicht nur bei den Therapieplätzen ist eine skandalöse Misere bei behinderten Kindern zu beobachten, im Schulsystem wurden mehr als 30% der Förderstunden für diese Kinder gekürzt, nach der Schule gibt es kaum Plätze, wo sie unterkommen - es gibt fertige Lebenshilfegruppen, die aber nicht in Betrieb gehen, weil das Personal (von der Politik) nicht bezahlt wird.
Das noch größere Totschlagargument als Geld ist der Hinweis auf Zuständigkeiten Bund oder Land? Beide behaupten (in Sonntagsreden) welche tollen Leistungen sie denn nicht erbringen....

sonne-licht
 
00
19.7.2011, 11:11
geldmangel

wenns so wäre, diese menschen in den institutionen hätten ja genug nur die kassieren lieber für sich und ihre zukunftspensionen als das menschengerecht an die bevölkerung verteilt wird.

es gibt zuviele die im geschützten bereich tätig sind
blokieren weils zu faul, zu feig, zu dumm sind und zu wenige die wirklich etwas fürs allgemeinwohl beitragen.

ausgleich privilegien gibts nur für die menschen im geschützten bereich und des läuft über den flüsterton, jedoch wenn ein gestrauchelter arbeiter/angestellter/selbstständiger geld braucht wird er sie vertröstet,von einer institution zur anderen geschickt "so ungefähr hilf dir selbst dann hilft dir gott"!

diese überbürokratisierung von steurgeldschmarotzern ist der ruin jedes staates.

ramschdocktor
32
18.7.2011, 23:42
Kindertherapien: "Geldmangel ist ein Totschlagargument"

Viele Therapien wären nicht notwendig,würden unsere Politiker endlich begreifen,dass eine Familie im klassischem Stil,(Mutter zu hause Vater bei der Arbeit)
am besten funktionieren würde weil die Kinder immer einen Ansprechpartner oder auch Verbündeten hätten
und somit ihre Probleme besser verarbeiten könnten!!
Das selbige gilt für Väter,wo die Mütter Arbeiten gehent!!
Wie auch immer,eine(r)sollte immer für die Kinder dasein!!!Aber in unserer heutigen Zeit kann kaum mehr ein Elternteil zuhause bleiben(Finanzen!!).
Hier gehört einfach mal die Besteuerung unserer Löhne und Lebensmittel angeschaut!!!Weniger ist oft
mehr!!Keine auffälligen Kids,weniger notwendigen
Therapien und weniger an sozialen Kosten oder so!!

Denker9
10
20.7.2011, 10:39

Ein Elternteil könnte in vielen Familien zuhause bleiben- aber dann könnten sich viele kein Zweitauto, Sommer-und Winterurlaub, eine Schönheitsoperation... leisten!

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