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Das Buch, das zu einer fristlosen Entlassung führte.
"Wenn ich gewusst hätte, was passiert, hätte ich das Buch nicht geschrieben." Der deutsche Autor Jürgen Bücker hat mit seinem Erstlingswerk für ziemlich viel Aufsehen gesorgt. Und das, obwohl bis jetzt gerade einmal 500 Exemplare des Romans verkauft wurden. Das Buch des Anstoßes heißt "Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht" und ist, wie der Titel verspricht, eine Abrechnung mit dem Arbeitsalltag.
Bücker wurde im Herbst 2010, eine Woche nach Erscheinen seines Romans, von seiner Firma fristlos entlassen. Der 50-Jährige war Sachbearbeiter bei einem deutschen Möbelhersteller, der rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Bücker, seit dem Jahr 1998 bei dem Unternehmen tätig, war Betriebsrat. Als solcher genießt er einen besonderen Kündigungsschutz, der die rechtliche Grundlage für seine Wiedereinstellungsklage bietet.
"Intellekt diametral zur Körbchengröße"
Laut der deutschen Presseagentur (dpa) kommen in seinem Buch Figuren wie "Fatma, die Göttliche" vor, deren "Intellekt genau diametral zu ihrer Körbchengröße" stehe. Weitere Protagonisten sind zum Beispiel "Woodstock-Hannes", ein kiffender Althippie mit Pferdeschwanz oder Anja, die zwar vier Sprachen könne, aber eine "Arbeitsallergikerin" sei und für ihre Karriere über Leichen gehe.
Was als Satire gedacht war, entpuppt sich jetzt als kleiner Krimi. Zwölf MitarbeiterInnen des Unternehmens glauben, sich in dem Buch wiederzuerkennen. Tränen und Krankenstand waren die Folge, behauptet der Geschäftsführer, eine Entlassung des Verursachers also unausweichlich.
Bücker bestreitet jeglichen Zusammenhang mit KollegInnen, die Personen seien nur Produkte seiner Fantasie. Die realen Konsequenzen der literarischen Ergüsse sind gerichtliche Nachspiele.
Freiheit der Kunst
Der Autor klagte gegen seine fristlose Entlassung und bekam vorige Woche auch in der zweiten Instanz Recht. Das Gericht folgte seiner Argumentation. Im Buch weisen einige Charaktere zwar Ähnlichkeiten mit bestimmten Beschäftigten auf, eindeutige Rückschlüsse, die die Personen identifizierbar machen, gebe es jedoch nicht. Die Freiheit der Kunst habe vor dem "Bürofrieden" Vorrang.
Wie es weitergehen wird, ist noch nicht klar. Laut deutschen Medienberichten schlug Bücker zuvor eine Vergleichsangebot der Firma über eine Abfindung von 30.000 Euro aus. Ob das Buch, das über einen Internet-Verlag als "Book on Demand" vertrieben wird, so viel einbringt, ist mehr als ungewiss. Jedes verkaufte Exemplar bringt dem Autor 1,80 Euro.
Mittlerweile hat der 50-Jährige bereits einen neuen Job gefunden. Ein zweites Buch ist angeblich nicht in Planung. (om, derStandard.at, 18.7.2011)
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Solche Archetypen wie beschrieben gibts ja mit hoher Wahrscheinlichkeit in jeder Firma über 50 Beschäftigten. Northcote C. Parkinson sowie Lawrence J. Peter und Raymond Hull (das "Peter Prinzip") haben ja schon vor 35 Jahren Bestseller zum Thema verfasst.
Und in Deutschland gibts ja auch seit Jahrzenten den Brösel:
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3... r_Feldmann
Also was solls.
hätte der Autor in einem Büro in der Stadt der Korruption, der Duckmäuserei, der feigen Intrigen, des Haberertums, der hinterfotzigen Rückgratlosigkeit und des "goldenen" Wienerherzens gearbeitet...
Genau das Richtige: Arbeitgeber und "Kollegen" satirisch aufplatteln, das tut ihnen am meisten weh! Ein interessanter Weg, die Unbilden des Arbeitsalltags zu verarbeiten. Vielleicht sollte man das Ganze, um sich oben erwähnten Ärger zu ersparen, unter einem Pseudonym herausbringen. dann kann man die Charaktere wirklichkeitsgetreuer anlegen, und alle dürfen raten, wer das Buch geschrieben hat.
Diesen Applaus verstehe ich nicht. Abgesehen davon, dass ich nach dem, was ich über dieses Heftl („Buch“ kann man das nicht nennen) gelesen habe, keine Satire darin finden kann, sondern nur Bruhaha-Humor: Der Mann war Betriebsrat. Damit sollte er Ansprechpartner für KollegInnen und Vorgesetzte gleichermaßen sein, in schwierigen Situationen vermitteln können, im Idealfall gute Ideen haben etc. Ein Betriebsrat, der offenbar nur darauf wartet, andere aufzublatteln, versteht seine Funktion nicht und sollte sich besser einer Selbsthilfegruppe anschließen.
Ah, passt doch herrlich ins Bild. Mit Solidarität und sozialem Denken hat das doch nichts zu tun. Ich erinnere mich noch daran, wie der Elsner und der Verzetnitsch zusammen das ganze Vermögen des ÖGBs verzockt haben. Der Verzentnitsch hat nach seinem fristlosen Rauswurf noch irgendeine irrsinnige Summe vom ÖGB eingeklagt, obwohl dieser eh komplett am Boden lag und praktisch insolvent war.
Der Fisch stinkt vom Kopf...
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