Dürre in Afrika

Frühwarnsysteme schlugen bereits Ende 2010 Alarm

18. Juli 2011, 14:51

Das Internationale Rote Kreuz weitet die Hilfsmaßnahmen aus

Wien - Mitarbeiter und Freiwillige des Internationalen Roten Kreuzes (IRK) leisten bereits seit Jahresbeginn Hilfe in den von der Dürre betroffenen Regionen Somalias, Kenias und Äthiopiens. Aufgrund der Verschlimmerung der Ernährungslage hat das IRK die Maßnahmen ausgeweitet. "Die Frühwarnsysteme haben bereits Ende letzten Jahres vor der Dürre gewarnt", sagte Walter Hajek, Leiter der internationalen Katastrophenhilfe beim Österreichischen Roten Kreuz.

Beim IRK läuft die Hilfe gegen die Dürre bereits seit Monaten auf Hochtouren, permanente Delegationen sind in Ostafrika an Ort und Stelle, erklärte Hajek. In Äthiopien sind derzeit auch zwei Österreicher im Einsatz. Diese sind für langfristige Programme zuständig, "die helfen, solche Situationen nicht mehr entstehen zu lassen", sagte Hajek.

Schadensbegrenzung

Jetzt gehe es um Schadensbegrenzung, so vielen Menschen wie möglich müsse geholfen werden. "Es wäre wichtig, wenn präventiven Maßnahmen mehr finanzielle Mittel erhalten würden", so der Experte. So habe das IRK in Kenia bereits Anfang des Jahres 50 Tonnen dürreresistentes Saatgut verteilt, damit konnten 25.000 Familien erreicht werden, sagte Hajek. Er kritisierte, dass es erst dann Hilfe gibt, wenn die Dürre eintritt.

"Kinder, ältere Menschen, Schwangere und stillende Mütter sind besonders stark von der Hungersnot betroffen", erklärte der Experte. Der Focus liegt auf dieser Gruppe, sie müssen mit nährstoffangereicherten Lebensmitteln versorgt werden. Durch die Mangelernährung ist auch das Immunsystem geschwächt, was die Betroffenen anfällig für Krankheiten macht. "Wichtig ist, sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen", sagte Hajek.

Infrastruktur verstärkt

Insbesondere die medizinische Infrastruktur wird vom IRK derzeit verstärkt, hierbei wird eng mit dem Äthiopischen und dem Kenianischen Roten Kreuz sowie dem Somalischen Roten Halbmond zusammengearbeitet. In Äthiopien wurde 330.000 Personen mit lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen, Trinkwasser und Unterkunftsmaterialien versorgt.

In Somalia wurden zahlreiche Gesundheitszentren errichtet, in denen unterernährte Personen behandelt werden. Zusätzlich sind 18 mobile Gesundheitsteam im Einsatz, die sich um Menschen kümmern, die fern solcher Zentren leben. In Kenia wurden von freiwilligen Helfern Brunnen und Bohrlöcher instand gesetzt, dadurch konnte die Wasserversorgung von 80.000 Personen sichergestellt werden. "Zusätzlich werden 300.000 Menschen mit Trinkwasser-Lastwägen versorgt", so Hajek. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
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thinkonyourfeet
00
25.7.2011, 05:45
@Barbarin Es ist ja gut und schön, wenn wir jetzt helfen.

Aber die internationale Hilfe in einem Land wie Äthiopien hat in den letzten Jahren (Jahrzehnten) die Strukturen der eigenen Landwirtschaft zerstört. Genau jene Organisationen, die heute (wohl zurecht) um Spenden bitten, sind schuld daran, dass siche die Landwirtschaft über Jahrzehnte dort nicht entwickeln konnte.
Der Hunger ist also wirklich von den Hilfsorganisationen verursacht, und nicht von der Dürre. Das Land ist reich an fruchtbaren Böden. Diese liegen brach, weil sich aufgrund der ständigen Verfügbarkeit von Almosen die Bestellung der Felder nicht lohnt.
Also: Die Situation ist langfristig nicht so einfach zu beurteilen...

Luise Rache
11
19.7.2011, 16:32
macht es sinn zu spenden wenn die gelder dann für waffen ausgegeben werden?

http://www.derwesten.de/nachricht... 66940.html

die regierungen werden aufgerüstet und das volk hungert!

Barbarin
00
19.7.2011, 17:07
Fortsetzung...

...oder beschäftigen Sie sich mit Charles de Gaulle und warum dem eine Armee von Ex-Drogen-Mafiosi zum Schutz zu Teil wurde (gleich schwere oder schwerere Jungs, wie CIA etwa? )und was aus der ehemaligen Privat-Armee wurde und ob Sarkozy Verwandtschafts mit einem von denen hat!

Barbarin
00
19.7.2011, 17:04
...hm...

...das ist halb lustig jetzt: Der Großteil der Waffen kommt aus EU & USA...auch aus Österreich!

Daher wurden im Kalten Krieg von den Amis und ehem. UDSSR überall korrupte Chefs positioniert, die in deren Sinne noch immer fuhrwerken, aber nicht im Sinne der Bevölkerung.

Wenn Sie die Geschichte von Chile checken, werden Sie verstehen, warum das so ist! Gute Regierungschefs wie Allende oder USA - Kennedy werden zb vom CIA ermordet (es gilt die Unschuldsvermutung, glaube ich, wenn nicht die Akten schon geöffnet wurden)!

emma goldman
01
19.7.2011, 16:55

also ich les in dem artikel nur was von angola, und in angola scheint seit dem ende des stellvertreterkrieges der sich bis zum tod savimbis 2000 hinzog, ein starkes zentral gesteuertes wachstum, unter "kommunistischer führung" analog zu china abzuzeichnen. 100tausend portugiesische gastarbeiter sind aufgrund der port. Wirtschaftsflaute dorthin in den letzten paar jahren übersiedelt. Sie meinten sicher äthiopien, wo gegen somalia mobibilisiert wurde.

ivoryhunters
36
19.7.2011, 09:26
man darf nichts spenden

das ist kontraproduktiv.
analysieren wir mal die gründe für die hungersnot
1.) Äthiopien, Sudan, Kenia geben ca. 25 % ihres Geldes für Rüstungsgüter aus
Somalia sogar noch mehr.
2.) in somalia werden schon seit menschengedenken keine nahrungsmittel mehr angeliefert, welches schiff traut sich denn dahin? piraten verteuern die preise - faktum. und dagegen müssen die somalier erst mal was selbst was tun. denn dass man nicht weiss, wer die piraten sind, bzw. wo die herkommen, sorry das glaub ich nicht.
und 3.) sowie eine hungersnot anfängt, verteuert sich in diesen ländern die Lande-, Zoll- und Umschlaggebühren gewaltig. LKWs kosten plötzlich das doppelte.
wir müssen die herrschaften also dafür schmieren, dass wir sie füttern dürfen.

Lukas&F
11
19.7.2011, 11:18

Bis auf den ersten Satz unterschreibe ich was Sie sagen.
Die Leute die jetzt verhungern, können schließlich leider am wenigsten dafür...

Barbarin
11
19.7.2011, 10:25
Hoffentlich denkt sich/sagt Ihnen das niemand, wenn Sie...

...mal Hilfe brauchen....wenn ohne Job und Wohnung, was rucki-zucki gehen kann: Der ist ja selber Schuld...dem helfe ich nicht...der hat ja eh einen Flat-screen zu hause und Eurofighter wolle er auch!?

ivoryhunters
20
19.7.2011, 09:21
enenman darf nichts spendn

Abelaard
11
19.7.2011, 08:40

ich habe bei den vergangenen großkatastrophen jeweils namhafte beträge welche ich auch tatsächlich verspürt habe gespendet, für die mit der regelmäßigkeit eines eisenbahnzuges wiederkehrenden dürren in afrika fühle ich mich nicht zuständig, ich habe nicht die absicht die wie heuschreckenschwärme einfallenden NGO´s mit meinem sauer verdienten geld durchzufütern, die betroffenen staaten wissen um das vorkommen dieser wettererreignisse kaufen aber um ihr geld lieber waffen von den USA, deutschland, russland und wem auch immer, diese verdienen damit horrend und der kleine bürger soll die dortige bevölkerung durchfüttern, wenn´s dort eine unvermutete katastrophe gibt JEDERZEIT gebe ich meinen obulus aber nicht für voraussehbare dinge

°<°~~
03
19.7.2011, 09:17
Helfen Spenden dauerhaft?

Nun ja, es hungern aber keine Staaten. Es hungern die Menschen. Und zwar sicher nicht jene, die Waffen kaufen.
Es ist ähnlich wie bei uns auch: die "Großkopferten" steuern Staat, Wirtschaft und stecken sich gegenseitig die Profite in die Sakkotaschen. Wenn 's dann aber Probleme gibt, müssen wir alle die Banken retten.
Ich weiß noch, im Senegal in den 80ern, war eine Hungerkatastrophe. Trotz Nahrungsmittellieferungen aus der ganzen Welt blieb das Land Nahrungsmittelexporteur(!), weil die Sojabohnen der Großgrundbesitzer weiterhin exportiert und im Westen für die Fleischprodution benötigt wurden. Und der einzelne Farmer wegen der schlechten Ernte ja auch um die Existenz rang.
Schuld ist das System. Diese himmelschreiende Ungerechtigkeit.

< silence >
10
19.7.2011, 10:50
Die Menschen hungern

Sie hungern aber auch weil sie zu viele Kinder in de Welt setzen. In einem kargen Land, das diese Menschenmassen nicht ernähren kann.

°<°~~
00
19.7.2011, 11:52

In Ländern ohne soziale Sicherungssystemen (Versicherungen, Pension) ersetzen Kinder diese Funktion. Aus der Perspektive des Einzelnen bzw. des Paares ist es für die eigene Versorgung unumgänglich, viele Kinder zu haben.

Nessus
01
19.7.2011, 11:17
Psst! Das ist zwar richtig, aber politisch unkorrekt!

Und dass nahezu nichts von den Spenden die Hungernden erreicht, weil man von Hilfs-Organisationen bis Behörden alle Korruptionisten mitzahlt, sollte man besser auch nicht erwähnen.

Aja, dass durch geschenkte Nahrungsmittel auch noch die letzten einheimischen Bauern augfeben müssen, ist ja nur ein Gerücht. Ebenso, dass die dortige Regierungen alles Geld in Rüstung stecken und dafür die komplette Sozial-Struktur die Entwicklungshilfe bezahlen darf.

Also: öffnet die Brieftaschen, Leute!

donna corleona
00
18.7.2011, 17:12
Warum agiert die UNO so spät?

Wozu gibt es eine FAO, eine UNICEF ???

news.orf.at/stories/2069214/

pago1
46
18.7.2011, 16:22
noch einmal

neoliberale sind mörder

thinkonyourfeet
00
22.7.2011, 14:35
Aber geh.

Das Gegenteil von GUT ist GUT GEMEINT.

Barbarin
11
19.7.2011, 10:28
Zustimmung und Grün! (leider)

Count Saurüssel
20
18.7.2011, 17:32

Also so weit ich weiß, regieren in Somalia keine Neoliberalen, sondern islamische Fundamentalisten (sofern dort überhaupt von so etwas wie einer "Regierung" gesprochen werden kann).

edson arantes do nascimento
12
19.7.2011, 00:38
also, soweit ich weiss spekulieren die islami(sti)schen

fundamentalisten in somalia nicht mit lebensmitteln auf den internationalen finanzmärkten!
die finanzieren sich eher über das "vorübergehende in gewahrsam nehmen von vorbei fahrenden schiffen!"

< silence >
01
19.7.2011, 10:52
Und...

Vom verkauf der den NGOs abgenommenen Güter.

double standard
01
18.7.2011, 16:14

der tod afrikas ist seit der kongokonferenz 1885 beschlossene sache

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