Porträts einer Gemeinschaft des Schmerzes

20. Juli 2011, 17:28
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Der Fotograf Timm Kölln begleitete mehrere Jahre lang Europas Rennen und porträtierte die Fahrer kurz hinter der Ziellinie

Es gibt keine Übersetzung für "Peloton". Keine, die der Magie des Begriffs gerecht wird: "Hauptfeld" schlägt der deutsche Radsportverband vor - aber dieses Wort hat kein Herz. Der Peloton aber ist das Herz jedes Rennens. Hier sitzt die Seele. Der Peloton erschafft und gebiert Helden - verschluckt und zerstört sie aber auch wieder: ein Kammerspiel. Masse und Macht. Individuum und Gemeinschaft.

Wer Rennen wie die Tour de France bloß aus der Dopingperspektive sieht, versteht das nicht. Darum passt Timm Köllns Peloton: Der Fotograf begleitete mehrere Jahre lang Europas Rennen. Er porträtierte die Fahrer kurz hinter der Ziellinie - und entzauberte Stars wie Domestiken: Kölln zeigt Menschen.

Menschen, die zugleich Sieger und Besiegte sind. Deren Gesichter mehr erzählen als jeder Text. Und deren kollektiv-individuelles Leid kreiert, was Radsport ausmacht: den Peloton. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/15.07.2011)

Tim Kölln: "Peloton" , € 59,95/ 188 S., Rouleur, 2011

  • Pedro Horrillo; Roubaix 2007
    foto: kölln

    Pedro Horrillo; Roubaix 2007

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