Management von externen Datenträgern in die GNOME Shell integriert, Login-Screen ebenso, On-Screen-Tastatur und bessere Benachrichtigungen
Mit GNOME 3.0 hat das Projekt hinter dem Linux-Desktop Anfang April eine in vielerlei Hinsicht neu gestaltete Generation der eigenen Software veröffentlicht. Dass man sich seitdem nicht auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht hat, sondern die Entwicklung konsequent und äußerst aktiv vorantreibt, zeigt nun ein aktueller Blog-Eintrag des GNOME-Designers Allan Day.
Hotplugging
Darin fasst der Entwickler einige der kommenden Neuerungen für das im Herbst anstehende GNOME 3.2 zusammen, wobei sein Augenmerk ganz der GNOME Shell gilt, also des Kerns der GNOME3-User-Experience. Eine der wichtigsten Verbesserungen ist hier wohl die Integration des Managements von externen Geräten in die Shell selbst: Statt über ein eigenes Fensters werden neu angehängte USB-Sticks, Festplatten und Co. nun mithilfe einer Benachrichtigung dargestellt, die auch gleich das Öffnen mit passenden Programmen anbietet. Zudem wird ein Eintrag im versteckten Benachrichtigungsbereich am unteren Bildschirmrand erstellt, über den das Gerät später ausgeworfen werden kann.
Chats
Weiter voran schreitet mit GNOME 3.2 die Chat-Funktionalität der GNOME-Shell, musste hierfür bei GNOME 3.0 noch die eigene Anwendung Empathy im Hintergrund laufen, ist dies künftig nicht mehr vonnöten. Zudem kann über die Shell nun nicht nur gechattet werden, auch der Austausch von Dateien kann an dieser Stelle vorgenommen werden. Mit einer kleinen Erweiterung kann das Benachrichtigungssystem des Desktops aufwarten, hier kann nun auch angezeigt werden, wie viele Nachrichten bei einer Anwendung die Aufmerksamkeit der NutzerInnen begehren.
Login
Eifrig arbeitet man derzeit noch an der Entwicklung eines eigenen Login-Dialogs im GNOME-Shell-Design und an der Integration einer Personensuche in die Suchfunktion der Shell. Für letzteres greift man auf das neue Kontakt-Framework zurück, das mit GNOME 3.2 ebenfalls in den Desktop wandert. Ebenfalls geplant ist die Möglichkeit mehrere Zeitzonen in der Desktop-Uhr darzustellen - wie sie ja auch bei GNOME 2.x schon gegeben war. Außerdem überarbeitet man das User-Menü, wo auch ein neuer "Bitte nicht stören"-Knopf hinzukommt, über den mit einem Klick Benachrichtigungen aller Art deaktiviert werden können.
Feinschliff
Eine leichte konzeptionelle Änderung hat man bei der Darstellung der Workspaces in der Überblicks-Ansicht der GNOME Shell vorgenommen. Diese werden nun auch auf Ein-Monitor-Systemen von Haus aus immer vollständig angezeigt, das Einblenden bei Bedarf habe sich als zu "unruhig" herausgestellt, argumentieren die DesignerInnen. Außerdem soll hier noch das Aussehen der Fensterauswahl verbessert werden, die Minigrafiken bekommen zu diesem Zweck eigene Fensterrahmen.
Touch
In Richtung Touchscreen geht man mit einer neuen On-Screen-Tastatur, zudem hat man das Vergrößern und Verkleinern von Fenstern mithilfe eines zusätzlichen, aber unsichtbaren Fensterrahmens vereinfacht. Der Mini-Kalender im Panel unterstützt nun die Anzeige von Events aus dem Google Kalender, dazu kommen wieder einige Performance-Verbesserungen, die Red-Hat-Entwickler Owen Taylor in einem separaten Posting erläutert.
Ausblick
GNOME 3.2 ist derzeit aktiv in Entwicklung, einige der erwähnten Neuerungen sind schon in den aktuellen Testversionen enthalten, andere sollen erst in den kommenden Wochen einfließen. In Kombination mit Verbesserungen an anderen Komponenten soll daraus dann das fertige GNOME 3.2 erwachsen, dessen Freigabe man für den 28. September anvisiert. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 18.07.11)