Befürworter und Gegner gingen auf die Straße
Rabat - In Marokko sind am Sonntag Zehntausende gegen die Verfassungsreform auf die Straße gegangen. Augenzeugen zufolge demonstrierten allein im nördlichen Tanger 12.000 Menschen für weitreichendere Reformpläne. Auch in der größten Stadt Marokkos, in Casablanca, sowie in Rabat kam es zu Protesten. Neben den Gegnern von König Mohammed, die das jüngste Verfassungsreferendum als unzureichend kritisieren, gingen auch Befürworter der Reform auf die Straße. Ein Lokalpolitiker sagte, in Casablanca hätten sich rund 1000 Unterstützer und 5000 Gegner an den Protesten beteiligt. Die staatliche Nachrichtenagentur MAP sprach von etwa 20.000 regierungstreuen Demonstranten.
Der Opposition gehen die im Referendum Anfang Juli beschlossenen Reformen nicht weit genug. Sie will die Schaffung einer parlamentarischen Monarchie. Damit würden König wie Regierung von gewählten Abgeordneten kontrolliert. Zuletzt kam es in Marokko immer wieder zu Demonstrationen, die allerdings bei weitem nicht die Ausmaße wie in anderen arabischen Staaten erreichten. Experten zufolge zeigen die jüngsten Proteste, dass es dem 47-jährigen König trotz der Eingeständnisse nicht gelungen ist, die Debatte über die Zukunft Marokkos zu beenden. (APA)