Otto Santo Subito!

Glosse | Martin Putschögl, 17. Juli 2011, 18:38
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    foto: apa/fohringer

Habsburgologen wissen natürlich, dass der Tod für einen Habsburger nicht ein Ende - welches auch immer - bedeutet

"In Nachtcafés, wo schlechte Luft is', regier'n die Kapuzinergruftis" - so reimte einst der Schöpfer der österreichischen Bundeshymne, Rainhard Fendrich. Das Lied erschien nicht ganz zufällig im Jahr 1989, als Zita Maria delle Grazie von Bourbon-Parma (die weder auf das "von" noch auf irgendetwas anderes verzichtete und deshalb hier mit Sicherheit genau so genannt werden möchte) beerdigt wurde. Fendrich kam in dem Lied zu dem Schluss, dass es "Ein Alptraum mit dem Stammbaum" sei, und das war keinesfalls übertrieben, denn es gab damals in der Kapuzinergruft noch keine Klimaanlage. Eine Verzichtserklärung schloss Zita selbstverständlich stets kategorisch aus, sowohl zeit ihres Lebens als auch - und erst recht! - danach; und so musste sie 14 lange Jahre auf etwas Abkühlung warten.

Allerdings erscheint es etwas verwegen, im Zusammenhang mit dem alten Kaisergeschlecht von einer Abkühlung zu sprechen. Habsburgologen wissen natürlich, dass der Tod für einen Habsburger nicht ein Ende - welches auch immer - bedeutet, sondern dass es da mit dem Gottesgnadentum erst so richtig abgeht. Schlag nach bei Karl I., von Gottes Gnaden Vater von Otto, dem Kaisersohn! Der musste zwar auch lange warten, bis er 2004, volle 82 Jahre nach seinem Ableben, dank der geheilten Krampfadern einer polnischen, in Brasilien ansässigen Nonne selig gesprochen wurde. Und zwar von Papst Johannes Paul II., dessen eigener posthumer Seligsprechungs-Werdegang nur noch sechs Jahre in Anspruch nahm.

Genau dieser Umstand lässt wehrhafte Welschtiroler Schützen, fiebrige Vliesritter und buntgewandete Burschenschafter nun auch darauf hoffen, dass es bei Otto wesentlich schneller vonstatten gehen könnte. Und auch in Republikanerkreisen werden schon Wetten abgeschlossen, welche Krankheit nach Anrufung Ottos am ehesten geheilt werden könnte - und ob eine ordinäre Sehnenscheidenentzündung fürs Seligsein ausreicht, oder ob es dafür nicht doch der Heilung eines chronischen Phantomschmerzes, beispielsweise nach Verlust eines Weltreichs, bedarf. Wir sind gespannt. (Martin Putschögl, derStandard.at, 17.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 63
1 2
paci
01
18.7.2011, 18:37

es fehlen einem die worte angesichts des blödsinns, den dieser putschögl verzapft.
nach so einem miserablen artikel sollte man nicht nur seine berufswahl überdenken, sondern auch ein schlechtes gewissen haben.

Ignatius von Stein
01
18.7.2011, 17:57
...

oh my god ... Lieber Oscar Bronner ... wo ist das Niveau der Redakteure geblieben????

Alvy Singer
 
01
18.7.2011, 20:31

In der Kapuzinergruft...

P.S.
Auch Peter Michael Lingens hat schon im Profil festgestellt, dass sich das Niveau des Standards
im Sinkflug befindet, und er längst
von der rechtsliberalen Presse überflügelt wurde.
Zuviele politisch korrekte Gutmenschen die sich
der political Correctness statt der Wahrheit
verpflichtet fühlen dominieren heute diese Zeitung.

naja2010
01
18.7.2011, 17:10
es ist wirklich nur wegen des Wortspiels

Sehnenscheidenentzündung - nicht gut, was wärs mit einer schenen Scheidenentzündung? Reichert das aus für eine Seligsprechung?
Bald wildern die Habsburger in allen medizinischen Fachrichtungen. Werde mal das Kurpfuscherreferat den Ärztekammer damit befassen.

modelo65
30
18.7.2011, 15:19
Der Schöpfer der österreichischen Bundeshymne...

... heisst immer noch Wolfgang Ambros: Schiiii-Foann!

BobDuke
00
18.7.2011, 20:56
Laaåaas-foann...

Lectrice
10
18.7.2011, 13:13

Der Geist ein paar Jahrhunderte in der Vergangenheit, aber eine Digitalkamera haben's und benutzen's. Konsequenterweise müsste man so modernes Zeugs doch ablehnen.

Das Photo oben finde ich super - es verdeutlicht wie "unlogisch" die alle ticken.

Besserwisser
21
18.7.2011, 13:00
@Martin Putschögl, Standard:

Bitte erklären Sie, weshalb Sie Rainhard Fendrich als Schöpfer der österreichischen Bundeshymne bezeichnen.

Kein_Postingname
10
18.7.2011, 18:51
Ei ehm fromm Austria?!

Amalrich
 
87
18.7.2011, 09:44

Fendrich ist also der Schöpfer der Bundeshymne und bunte umtriebige Burschenschafter sind im Monarchietaumel... Wow, darf beim Standard jetzt schon jeder Volksschüler einen Artikel verfassen?

Dan Scratch
22
18.7.2011, 12:30

Nein, aber Postings verfassen (zu Ihrem Glück).

pizzamann_78
00
18.7.2011, 10:59
polemisch

und schlecht recherchiert!

Besserwisser
42
18.7.2011, 09:33
"... so reimte einst der Schöpfer der österreichischen Bundeshymne, Rainhard Fendrich"

??????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????

DRIVER 8
11
19.7.2011, 01:17

Als Besserwisser sollten Sie eigentlich wissen, daß dieses Lied praktisch bei jeder medialen Erwähnung als "heimliche Bundeshymne" bezeichnet wird.

Mich interessiert weder Fendrich, noch dieses Lied - trotzdem weiß ich das.

Was ich nicht weiß ist, warum Sie sich Besserwisser nennen.

Smoothies? Obst gehört gebrannt
00
18.7.2011, 10:48

Äjemm fromm Ostrijaaaah.

Besserwisser
11
18.7.2011, 11:52
Das kenn ich. Aber mir ist neu, dass es sich dabei um die österreichische Bundeshymne handelt.

viridisdens
10
18.7.2011, 16:53
achtung: ironie!!!

Hainan Tiger
10
18.7.2011, 14:05

dann müssen sie mehr zeit in flugzeugen zubringen, die in wien landen...

Besserwisser
00
18.7.2011, 14:19

Ich flieg von/nach München. Liegt näher als Wien.

EUphoriker
01
18.7.2011, 09:10
Meerwelle
27
17.7.2011, 23:09

Die Seligsprechung von Karl war so unvorstellbar lächerlich.
Ich meine, eigentlich ist das Kabaret in seiner reinsten und pursten Form.
Kann es wirklich Menschen geben, die das Ernst nehmen?
Ich weigere mich standhaft, das zu glauben. Die müssen doch alle darüber lachen. Bis hinauf zum Papst.

Oder etwa doch nicht??

Kein_Postingname
00
18.7.2011, 18:56
ImhO …

… richtet sich diese Heiligen-Hudelei eh von selbst. Santo-Inflation. Wird immer billiger seit man keine Christen mehr verbrennt …

Karl Heiden1
00
18.7.2011, 16:12
Der lachte nicht,

sondern richtete seine Kondolenz submissest an "Seine Kaiserliche Hoheit, Erzherzog Karl von Österreich". Da wird es diesem nicht schwer fallen, seinen Vater Otto zur "Ehre der Altäre" (Europas) erheben zu lassen ...

tramezzino
01
18.7.2011, 14:44

wuuuuuuuuuuuurscht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Reversi
 
06
17.7.2011, 21:45
Eine urlustige Glosse von Martin Putschögl. Ich nominiere ihn für den Goldenen Radweg.

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