Psychische Leiden

Die Krise in den Köpfen der Kleinsten

Reportage | 17. Juli 2011, 17:49
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    foto: standard/hendrich

    Kindergarten der St. Nikolaus-Stiftung in der Pulverturmgasse in Wien: Eine mobile Einsatztruppe stützt die Kleinen und berät die Großen.

Aggression, Abkapseln, Einnässen: In den Kindergärten fallen immer mehr Sorgenkinder auf - Die Betreuerinnen spielen Krisenfeuerwehr - doch die Wurzeln der psychischen Probleme liegen tief - Ein Kindergartenbesuch

Adrian strahlt vor Stolz. "Schau, was ich schon kann", gluckst der Bub, als er behände aus der Holzkiste mit den blauen Plastikbohnen kraxelt. Über eine Rampe rutscht er auf den mit Matten ausgelegten Boden und rennt rüber zu den Plastilindosen. Eine Weile müht sich Adrian mit dem Deckel ab. Dann kletzelt er die zähe Masse heraus und presst sie mit der flachen Hand zu einem Fleck in Schnitzelstärke.

Was andere Fünfjährige als Klacks empfinden, ist für Adrian eine große Hürde. Vor wenigen Wochen noch saß er verloren in der Bohnenkiste, ratlos, wie er den kaum mehr als einen halben Meter hohen Rand überwinden soll. Weder gelang es ihm, einen Schraubverschluss zu öffnen, noch mit der Schere ein Stück Tixo abzuschneiden. Von der handtuchgroßen Polsterschaukel, die an vier Ketten von der Decke baumelt, plumpste er herunter, sobald jemand sachte antauchte.

Bei der Geburt war Adrian viel zu früh dran. Die ersten Tage verbrachte er mit Atemnot in der Intensivstation, den Rückstand hat er nie aufgeholt. Das nagt am Ego. Auf den Spielplatz traut sich der Blondschopf nur an den ruhigen Vormittagen, um nicht von ungeduldigen Kindern angestänkert zu werden, wenn er sich ungelenk die Rutsche hinaufplagt. Unlängst bemerkten die Eltern, dass sein Hintern mit blauen Flecken übersäht war. Piesacken ihn die Spielkameraden im Kindergarten, setzt sich Adrian nicht zur Wehr.

"Höchste Zeit, dass ihm jemand hilft", sagt Elisabeth Wagner. Ein fragiles Bürschlein mit geknicktem Selbstwertgefühl hat die Ergotherapeutin kennengelernt, als sie Adrian unter ihre Fittiche nahm. Einmal die Woche ist er nun im Kindergarten der St. Nikolaus-Stiftung in der Wiener Pulverturmgasse zu Gast, wo ihm Wagner Alltagsgeschick und - nicht nur körperlich - ein stärkeres Rückgrat antrainieren soll. Damit der Kleine sein Handicap nicht als psychischen Knacks ins Erwachsenenleben mitschleppt.

Um Kunden muss die 27-Jährige nicht bangen, der Andrang ist enorm. "Natürlich schauen wir heutzutage genauer hin", sagt Elmar Walter, Leiter der St. Nikolaus-Kindergärten, doch dass sich unter seinen Schützlingen immer mehr Sorgenkinder tummelten, lasse sich nicht wegreden. Von aggressiven Heißspornen, die beim kleinsten Anstoß zum Toben beginnen, berichten Walter und sein Team, von Einnässern, Essensverweigerern und "Teilmutisten", die sich stumm im Eck verstecken. Sie habe eine Familie erlebt, wo keines der vier Kinder den Mund aufbrachte, erzählt die Sonderpädagogin Gundi Neier, die als Wurzel "tiefe seelische Verletzungen" vermutet. Aus einem Vierteljahrhundert Berufserfahrung schließt sie: "Ja, es ist bedrohlich."

Den Zappelphilipp und den Hans-Guck-in-die-Luft, vom Psychiater Heinrich Hoffmann 1845 im Bilderbuch "Struwwelpeter" verewigt, habe es immer gegeben, sagt der Arzt Klaus Vavrik, doch heute registrierten Lehrer in jeder Klasse gleich drei, vier Problemfälle. Zehn bis 15 Prozent aller Kinder gerieten zumindest einmal in "psychische Problemlagen", schließt der Experte aus Untersuchungen, Tendenz steigend. Während aber für Bankenpakete wie selbstverständlich Milliarden flossen, sei von einem Kraftakt gegen die Krise in den Köpfen keine Rede, kritisiert Vavrik (s. unten): "Dabei ist es ein sozialer Tsunami, der am Horizont herandräut."

Zumindest in den 78 Krippen, Horten und Kindergärten der St. Nikolaus-Stiftung der Erzdiözese Wien hat der Dammbau begonnen. Seit eineinhalb Jahren kümmert sich eine mobile Krisenfeuerwehr von 25 Pädagoginnen, Psychologinnen und Therapeutinnen um verhaltensauffällige Kinder, bietet Eltern Beratung und Fortbildung an. Der Service kostet, sozial gestaffelt, maximal 20 Euro pro Monat, den Gratis-Kindergarten finanziert die Gemeinde Wien. Auf Wunsch gibt es Therapien und ein "Screening", das Entwicklungsdefizite aufspüren soll. Ehrgeiz der Erfinder: Jeder G'schrapp soll zumindest einmal den Expertenscan durchlaufen.

Die klassische Krisengeschichte existiere nicht, sagen die Betreuerinnen, die Symptome seien so vielfältig wie die Ursachen. "Ich habe Dreijährige erlebt, die überfordert in einer Wiese stehen", erzählt die Psychologin Birgit Steinbauer. Grünräume würden zubetoniert, Kinder vor Fernseher und Gameboy versauern - "doch Begreifen kommt eben von Greifen".

Überehrgeizige und Hilflose

Steinbauer kennt alle Extreme. Da gibt es die Überehrgeizigen, die Kleinkinder in Ballett-, Flöten- und Computerkurs steckten und ihnen Zeit zur Selbstfindung raubten; die Überforderten, die vor lauter Berufs- und Patchworkbeziehungsstress keine Muße für familiäre Rituale wie Kochen und Vorlesen fänden; und die Hilflosen, "denen ich erklären muss, warum Kinder Schere, Papier und Kleber brauchen". Aber für viele Eltern sei man nur die "Kindergartentante", die keiner ernst nimmt.

Sie könne nicht für alle die Ersatzmutter spielen, ergänzt die Pädagogin Neier - und hält die vermeintliche Patentlösung für einen Teil des Problems: "Wenn ein Kind ständig dem Lärm einer 25-köpfigen Gruppe ausgesetzt wird, dann ist das too much." Doch für mehr Betreuerinnen mache der Staat ebenso zu wenig Geld locker wie für kostenlose Therapieplätze, auf die Kinder ein Jahr und mehr warten müssten.

Adrians Eltern zahlen einen Selbstbehalt von 40 Euro, ihr Sohn kam schon nach einem halben Jahr dran. Beim Test ist er nicht nur durch "patschiges Laufen" aufgefallen. Zwar plappert der Knirps mit erstaunlichem Wortschatz los, kriegt mit dem Filzstift aber keine annähernd gerade Linie hin. Statt sich selbst zu zeichnen, lieferte er nur wildes Gekritzel ab. "Wenn er sich eine Aufgabe nicht zutraut", sagt die Therapeutin Wagner, "tut er so, als hätte er sie nicht verstanden."

Das soll sich ändern. Einen ganzen Parcours absolviert Adrian in einer Stunde, er balanciert mit einem Wasserglas eine abgeschrägte Bank hinauf, muss beim Schaukeln mit der Hand eine Glocke am Boden erwischen. "Stell sie näher!", bittet der Kleine, doch Wagner spornt ihn an. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Hole Adrian bis zur Schule nicht auf, sagt die Therapeutin, "brennt der Hut". (Gerald John, STANDARD-Printausgabe, 18.7.2011)

Kommentar posten
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froilein froilein
00
11.8.2011, 05:10
Das "Service" ist nicht sozial gestaffel, sondern kostet jedes Kindergartenkind zusätzlich 20 Euro

Man MUSS das bezahlen, sonst gibt es keinen Kindergartenplatz.
Das mag nicht sooo viel Geld sein, sind aber auch wieder 220 €/Jahr. (x11) In den meisten Kiga-Gruppen gibt es 25 Kinder, je nach Hausgröße können das auch 8 Gruppen sein...multipliziert sich hübsch zusammen.
Die Therapeuten kommen, begutachten- und bieten ev. mit sanften Nachdruck eine Therapie an.
Die kostet natürlich nicht 20 €/Monat.
Kassenverträge haben die meines Wissen keine.

Erstversuch
00
25.7.2011, 16:40
Kinder: sind Sie nicht ganz furchtbare Störenfriede wenn es

darum geht unsere Konsumentenpflicht zu erfüllen?

Burgess Shale
12
18.7.2011, 18:04

In dem Bericht (wie in vielen anderen themenbezogenen ebenso) wird unterstellt, dass es früher besser war, d.h. konkret es allso offenbar weniger Sorgenkinder gegeben habe.

Meine vorsichtige Frage: ist das eigentlich belegt? Grundsätzlich unterliegen solche Einschätzungen ja dem "In der guten alten Zeit war alles viel besser"-Verdacht, d.h.: es werden nur subjektive Einschätzungen wiedergegeben (und als man jünger war war halt einiges leichter), es gibt keinen objektivierbaren Maßstab (was heisst "Sorgenkind"?), keinen objektivierbaren Vergleichszeitraum (was heisst "früher"?), es fehlt eben all das was aus einer Behauptung eine wissenschaftliche Beobachtung macht.

D/E
02
19.7.2011, 09:31
Eine Erklärung könnte die gesellschaftlich akzeptierte

Entkoppelung von der Erziehungsverantwortung sein.

Kinder wachsen heute oft minimal unbetreut auf, obwohl eine ausreichende Anzahl Erwachsener in ihrem Umfeld zur Verfügung stünde.

Da sich Menschen hierzulande immer seltener zuständig fühlen, werden Erziehungsaufgaben vermehrt anonym an Bildungseinrichtungen delegiert, z. T. mit völlig absurden Erwartungen. ("In der Schule werden sie dir schon Benehmen beibringen.")

Eltern verzichten m. E. nach immer häufiger darauf, ihren Kindern Grenzen und Ziele aufzuzeigen. Stattdessen gibt es harte Sanktionen, wenn die Nerven überstrapaziert sind und elektronisch unterstützte Beschäftigungstherapie für die übrige Zeit.

Denker9
00
19.7.2011, 14:57

Als meine Altvorderen noch zur Schule gingen, hatten Lehrer wesentlich mehr "Erziehungshoheit". Die Eltern waren da zweitrangig. In der Schule gabs Schläge- und die Eltern waren froh über diese Erziehungsmaßnahme! Alter Spruch: "Wart nur, bist in die Schul kommst! Die werden dir die Wadln schon virerichten!" Der Unterschied zu heute: Lehrer sollen auch heute die Kinder erziehen, haben aber nicht die selben gesetzlichen Rechte dazu (Gott sei Dank?!).

ente52
 
02
20.7.2011, 11:07
Gott sei Dank!!!

you dont see me
00
19.7.2011, 11:21

wann wurden kinder jemals mehr betreut als heute ?
so viel freie zeit wie heute hatten eltern noch nie.
es gab vielleicht nicht so viele einzelkinder und kinder die zuhause nicht lernen wie man sich mit
anderen kindern auseinander setzt, haben dann im
kindergarten oder der schule natürlich ihre probleme.

D/E
01
19.7.2011, 13:25
Sie sagen es: Soviel freie Zeit hatten Eltern noch nie.

Offenbar verbringen sie die allerdings nicht mit der Erziehung des Nachwuchses.

Lectrice
00
19.7.2011, 13:57

Oder zu viel mit Einzelkind.

D/E
00
19.7.2011, 15:36
Kann schon sein.

Ich denke mir nur, zuviel kann die Zuwendung nicht werden. Einkasteln darf man die Kinder halt nicht.

Lectrice
00
19.7.2011, 20:18

Doch, nämlich dann, wenn sich das Kind nicht mehr bewegen kann und ihm alles übergestülpt wird. Zu viel kann genauso schlimm sein wie zu wenig.

D/E
01
19.7.2011, 20:49
Ähm...

"Einkasteln" bedeutet m. E. genau das.

Lectrice
00
19.7.2011, 20:58

Habe da zu schnell drübergelesen - sorry.

D/E
01
19.7.2011, 09:24
Es gibt gerade im pädagogischen Umfeld kaum Langzeitstudien.

Das liegt einerseits an der Ressourcenknappheit, andererseits an der simplen Tatsache, dass man nur schwer erraten kann, welche Fragestellungen in 10, 15 Jahren relevant sein dürften.

Tatsache ist, dass eine ganze Reihe Probleme völlig neu sind. So wäre es etwa vor 10 Jahren undenkbar gewesen, dass Kinder im Vorschul- und Volksschulalter durch das Ansehen pornografischer Videos psychische Probleme bekommen hätten. Das ist heute ein durchaus verbreitetes Phänomen.

Kinder, die sexuell missbraucht werden, gab es schon früher - wie wir wissen. Dass es aber inzwischen vermutlich jedes 10. Kind trifft, dürfte doch etwas Neues sein. (Übrigens passiert Missbrauch vorwiegend in der Familie.)

Burgess Shale
02
19.7.2011, 10:12

Danke. Medienverfügbarkeit ist ein guter Punkt, habe ich dabei nicht bedacht. Beim Kindesmissbrauch bin ich mir wieder nicht so sicher, ob das früher viel anders war, oder sich einfach die Aufmerksamkeit in diese Richtung deutlich zum Besseren geändert hat (siehe die früher undenkbare Aufdeckung von kirchlichen Missbrauchsfällen).

D/E
00
19.7.2011, 10:20
Der Ehrlichkeit halber sollte man hinzufügen, dass

Kindesmissbrauch in keiner Institution aufgedeckt wurde. (Manchen Vereinen konnte gar nichts Besseres passieren als die öffentliche Abhandlung der kirchlichen Missbrauchsfälle. Da blieben ihre kleinen Geheimnisse hübsch unter dem Teppich.)

Franz A.
00
19.7.2011, 08:16
Messbar

Es wird halt bei diesem Thema nicht so schnell eine wissenschaftliche Beobachtung geben.
Nicht alles laesst sich kategorisieren und messen. Kleine Kinder widersetzen sich da recht erfolgreich.

Burgess Shale
01
19.7.2011, 10:13

Damit stellen Sie aber die gesamten empirischen Sozialwissenschaften in Frage ...

Franz A.
00
21.7.2011, 20:21
gesamt

Das halte ich nun doch fuer uebertrieben.

Aber: Und wenn - waere es so schlimm, etwas in Frage zu stellen?
Ich finde, man sollte alles in Frage stellen, immer. Sonst kommen wir nicht weiter.

hinweis4
13
18.7.2011, 22:08
Gute Frage!

Ich bin mir nicht so sicher, dass es früher weniger Verhaltensauffällige gegeben hat - wenn ich da so an meine Volksschulzeit denke, die 50 jahre zurück liegt...
Was möglicherweise anders war - die Beurteilung: Sehr abweichendes Verhalten wurde mit Heimunterbringung "gestraft", Lernschwierigkeiten galten nicht als so problematisch, weil es genug Arbeit für Ungebildete und Ungelernte gab. Auch damals förderten die Gebildeten und Reicheren ihre Kinder mit Nachhilfe, Kinder mit Bewegungsschwierigkeiten oder Ängsten wurden in der Peergruppe ausgelacht, und geschieden Frauen hatten kaum einen besseren Status als Prostituierte. Frauen konnten damals nicht Vormünder ihrer Kinder sein.
Kindheit war auch damals kein Zuckerschlecken.

Lectrice
00
19.7.2011, 10:00
Nun ja, dafür gab es mehr verschüchterte Kinder. Die "g'sunde Watschen" war gang und gäbe und was so manch Lehrer u. Pfarrer in der Klasse aufgeführt hat, die Strafen usw. waren arg - das ist glücklicherweise verboten.

Sonst kann ich Ihre Ausführungen nur bestätigen und ich bin trotz allem froh - dass diese Sichtweisen Vergangenheit sind. Und irgendwie muss immer wieder "gelernt und ausprobiert" werden.

Von rigiden eher preussischen Erziehungsmethoden schlägt das Pendel etwas in die andere Richtung - der Großteil liegt aber sicher eher in der Mitte.

Ich habe selbst unterrichtet und ein paar arge Schüler können eine ganze Klasse aufstellen, wenn man die nicht in den Griff kriegt. Die Schlimmen fallen immer mehr auf, auch wenn sie nur wenige sind. Eine/r von denen ersetzt da locker 7 "Brave".

D/E
00
19.7.2011, 10:22
Inzwischen dürfte sich Brutalität in der Erziehung eher

im trauten Familienkreis abspielen. Was da geohrfeigt und erniedrigt wird, geht auf keine Kuhhaut mehr.

Dass Lehrer/innen (bis auf ein paar bedauerliche Einzelfälle) keinerlei körperliche Gewalt ausüben halte ich für eine der wenigen wirklich guten Nachrichten. (Ich erinnere mich noch mit Grauen an meine ohrfeigende Volksschullehrerin - übrigens eine stramme Sozialistin.)

Lectrice
00
19.7.2011, 11:53

Egal - es war bis weit hinein in die 70er-Jahre so in den Schulen. Auch wenn das Pendel zu weit in die andere Richtung ausschlägt (was auch nicht gut ist), finde ich diesen Punkt mal als positiv erledigt.

Ich sehe es auch so, dass ein Teil der Eltern heute entweder auf ihren 1-2 Kindern glucken oder zu wenig tun. Beides ist nicht förderlich, denn Kinder brauchen andere Kinder und ungestörte Zeit miteinander. Denn Kinder lernen voneinander im Normalfall sehr viel und Erwachsene sollten nur lenkend eingreifen.

Trotzdem - ich denke es wurde noch nie so viel Aufmerksamkeit auf "das Produkt Kind" gelenkt wie heute - und es herrscht teilweise ein Perfektionsanspruch, da kann man ja nur scheitern.

D/E
00
19.7.2011, 10:25
Was die Zahl der "verschüchterten" Kinder betrifft,

wäre ich nicht so optimistisch. Die zugrundeliegende Verunsicherung ist öfter da denn je -- nur die Reaktionen sind halt lauter.

Grausamkeiten unter kleinen Kindern waren immer schon ein Problem. Mir scheint nur, dass die Quellen für kreative Einfälle mehr und wirksamer geworden sind.

wannabeme wannabeme
07
18.7.2011, 14:30
Anderer Ansatz

Vielleicht hilft es, wenn wir alle aufhören würden die Kinder permanent zu bespaßen und sie damit in die Passivität drängen. Als Kind ist es am befriedigensten, wenn man Dinge schafft, die man sich vorgenommen hat (auf einen Baum kraxeln, über einen Bach springen etc.). Das Lernen (auch das soziale) hat sein eigenes Tempo und die Kinder entscheiden sich aktiv dafür. Vorlesen ist natürlich auch nett, aber noch viel cooler ist es, wenn man dann die Bücher selbstbestimmt lesen kann.
Jedes Kind hat eine eigene Persönlichkeit und Geschwindigkeit. Nebenbei: Ich finde es auch nicht abartig, wenn eines in der Ecke sitzt und die Gruppe lieber nur beobachtet - nervig ist da eher die Kindergärtnerin, die das ändern will.

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