Dürre in Afrika

Hungernde in Ostafrika brauchen mehr Hilfe

17. Juli 2011, 16:10
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    Hungerleidende aus Somalia treffen in Dadaab im Osten Kenias ein. Der britische Entwicklungsminister Mitchell besuchte bereits am Samstag das Hilfslager, wo laufend Menschen eintreffen, die wegen der Hungersnot ihr Zuhause verlassen haben.

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    Vom Hunger gezeichnetes Baby in einem Krankenhaus in Mogadischu, Somalia.

Britischer Entwicklungsminister: "Einige lächerliche Angebote reicher europäischer Staaten", während 500.000 Kinder vom Hungertod bedroht seien

Nairobi/Adis Abeba/Wien - Angesichts der Hungerkatastrophe in Ostafrika wuchs am Wochenende weltweit die Sorge vor einer weiteren Verschärfung der Krise. Alle müssten das Ausmaß der Situation begreifen und sich mehr anstrengen, sagte der britische Entwicklungsminister Andrew Mitchell bei einem Besuch im Osten Kenias.

Papst Benedikt XVI. rief bei seinem Sonntagsgebet "alle Menschen guten Willens" zu "Hilfe und Solidarität" mit den Dürreopfern auf. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF rechnet mit 500.000 Kindern, die vom Hungertod bedroht sind. Am Samstag reisten zwei österreichische Caritas-Mitarbeiter nach Ostafrika.

"Lächerliche Angebote" aus Europa

"Es gibt einige lächerliche Angebote reicher europäischer Staaten. Die gesamte internationale Gemeinschaft muss nun das Ausmaß der Lage am Horn von Afrika begreifen und alles in ihrer Macht tun, um zu helfen", sagte Mitchell. Er besuchte am Wochenende das Flüchtlingslager Dadaab im Osten Kenias, wo täglich hunderte weitere Somalier eintreffen, die vor Hunger und Gewalt in ihrer Heimat fliehen. Mit 380.000 Bewohnern ist Dadaab das größte Flüchtlingslager der Welt.

Eine halbe Million Kinder sind nach Angaben der Vereinten Nationen wegen der Dürrekatastrophe am Horn von Afrika akut vom Hungertod bedroht. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF forderte deshalb am Sonntag eine sofortige Ausweitung der Hilfsleistungen in der Region. Insgesamt zwei Millionen Kinder bräuchten bereits heute Nahrungshilfe. Wenn nicht schnell eine Verbesserung erreicht würde, werde sich die Situation bis Anfang 2012 weiter verschlimmern, hieß es in einer Mitteilung.

Somalia, Kenia, Äthiopien betroffen

Fast elf Millionen Menschen sind insgesamt von der Hungerkatastrophe betroffen. Die Krise beschränkt sich dabei aber nicht auf die Tausenden Flüchtlinge aus Somalia, die täglich Zuflucht in den Nachbarländern suchten. Betroffen seien auch Millionen von Farmern und Viehhaltern in Kenia und Äthiopien, die dringend Regen bräuchten, um überleben zu können.

Der britische Minister hatte am Samstag eine Aufstockung der Hilfsmittel um 52 Millionen Pfund (59 Millionen Euro) versprochen. Auch die deutsche Regierung erhöhte ihre Hilfe für die Region um fünf Millionen.

Ernte-Ausfälle und steigende Lebensmittelpreise

Papst Benedikt XVI. äußerte sich "zutiefst besorgt" über die "humanitäre Katastrophe" in Ostafrika. "Zahllose Menschen fliehen vor dieser furchtbaren Hungersnot auf der Suche nach Nahrung und Hilfe", sagte das katholische Kirchenoberhaupt während des Angelus-Gebet in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom.

In Somalia, Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Uganda sind wegen einer seit zwei Jahren anhaltenden Dürre mehrere Ernten ausgefallen. Steigende Lebensmittelpreise und Unterernährung sind die Folge. Verschärft werden die Probleme durch den Bürgerkrieg in Somalia. Allein im Juni flohen nach UNO-Angaben rund 54.000 Menschen vor der Dürre und der Gewalt aus dem Land am Horn von Afrika. Von den für die Versorgung der Betroffenen benötigten 1,1 Milliarden Euro hat die UNO bisher erst die Hälfte erhalten.

Appelle der Caritas

Angesichts der dramatischen Dürresituation in Ostafrika hat die österreichische Caritas einen Krisenstab eingesetzt und am Samstag zwei erfahrene Mitarbeiter in die Krisenregion entsandt. Andreas Zinggl und Harald Grabher werden dort unter anderem die Partner-Organisationen bei der Logistik der Verteilung von Nothilfepaketen unterstützen, hieß es am Samstag in einer Aussendung. Caritas-Chef Michael Landau bezeichnete am Sonntag die Situation als "schlimmste Dürrekatastrophe in Ostafrika seit 60 Jahren. Jede einzelne Spende zählt und kann Leben retten." (APA/AFP)

Kommentar posten
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Rainer M.
11
18.7.2011, 19:31
Es ist nicht Europas Schuld...

... auch wenn die Menschen blind vor Selbsthass so sehen wollen. Seht euch Japan an, ein Land welches im 19ten Jahrhundert noch auf Niveau eines 3te Welt Landes war nun an der Weltspitze. Es sind fadenscheinige Ausreden, letzenendes haben wir alle unser Schicksal in der Hand. Afrika hat(te) ebenso seine Chance wie China und Indien. Europa brachte den "Wilden" die Schrift und Alphabetismus, Kultur und Zivilisiertheit stammen von unseren Bemühungen ab. Erst durch den aprupten Abzug Europas aus diesen Staaten endete unsere Chance diesen Kontinent zu zivilisieren. Schaut euch SüdKorea, Indien, China, Japan an, alles einst Bauernstaaten und Kolonien des Westens...

Barbarin
00
20.7.2011, 11:20
Der Unterschied ist....

..Japan, Korea, Indien, China etc....alle ausgestatte mit Atomwaffen, deswegen haben die Ruhe nun!

http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/downloads... omalia.pdf

emma goldman
00
19.7.2011, 01:19

das bestätigt nur die gängigen kolonialtheorien. Japan und korea waren nie kolonien eines europäischen staates. Korea war etwa 40jahre unter japanischer herrschaft. Als portug. Und holländer sich in japan festsetzen wollten, waren die japaner rasch gereizt, massakrierten alle ausländer und schoteten sich 200jahre ab. China vernichtete nach der revolution alle kolonialen überbleibsel. Indien paktierte mit den sowjets. Der rest asiens, ob thailand, philip indonesien burma etc. Ist abgesehen von der chinesische beaurgeoise ein armenhaus.

Balduin
10
19.7.2011, 06:25
Und woran liegt es Ihrer Meinung nach,

dass dieser Kontinent einfach nicht in die Gänge kommt?

Barbarin
00
20.7.2011, 11:26
..an den EU & USA Knebelverträgen (Erpressung)...

...daher gibt es nun an der Elfenbeinküste (Westen) zb. einen neuen Diktator sponsored by Frankreich, Sarkozy, da der alten die illegalen Mülldeponien der Franzosen dort, an die Öffentlichkeit bringen wollte und diese verklagen.

Rebellen und Krieg war billiger für Frankreich...

Nur ein kleines Beispiel....

Und all diese korrupten Diktatoren wurden im "Kalten Krieg" zwecks Rohstoffausbeutung/Stellvertreterkriege von USA & ehem. UDSSR in Afrika in Stellung gebracht und gehalten. (zb Libyen)

Wie das genau geht?
Sehen Sie sich die Geschichte von Allende-Chile oder J.F. Kennedy oder Charles de Gaulle an....vom CIA ermordet (bei de Gaulle nur ca 30 x erfolglos versucht, daher bekam der eine Privatarmee aus Ex Drogen-Mafiosi) weil nicht auf

emma goldman
00
20.7.2011, 01:18

selbst in indonesien haben die holländer nichts mehr zu melden. Kein einziger britischer landlord stolziert mehr in indien geschweige denn pakistan. Andererseits hat sich bis heute kein afrik. Land aus dem postkol. Spinnennetz gelòst. Ausser vlt. Angola, dank der schwachen port.Wann immer in einem afrikan. Land eine entwicklungspolitik nach 60 angegangen wurde, hiess es sofort kommunismus. Der westen wollte beim technologischen transfer nicht helfen, also wandte man sich an die russen. Ergebnis? Anheuerung von söldnern, contraguerillas mit sofortigem putsch wie in ghana, kongo, oder dauerndem krieg wie in angola, mozambique. Und das waren schon die meisten länder die nicht von vornherein marionettenregime stellten wie kenia, , i.coast etc

emma goldman
00
20.7.2011, 01:32

afrika ist als rohstofflieferant vorgesehen, da wenn es nämlich einen industriellen aufbau gäbe, es eine strategische sonderstellung in der welt hätte. Nämlich als rohstoffverbraucher und lieferant in personalunion.

emma goldman
00
20.7.2011, 00:49

wahrscheinlich wegen einer kaum stattgefunden antikolonialen umwälzung, mit damit einhergehender protektionspoliitik, industriellem aufbau und bündnis der souverän gewordenen staaten a la china vietnam, die bis in die 90er noch vom technolog. Transfer der sowjets profitierten, zumindes für phase 1 der industrieentwicklung. Indochina war lange kolonie. Laos und kambodscha liegen am boden. Vietnam etwas besser, aber um den preis eines langen krieges. China wurde als angriffsziel in den 50ern aufgegeben. Konnte unter dem atomaren schutzschirm der udssr kriegsfrei sich mit sich selbst beschäftigen, inklusive aller wahnsinnigkeiten.

Che - rald
00
19.7.2011, 08:51

keine bzw. schlechte Sozial- u. Bildungsstruktur ermöglicht korrupte "Regierungen" => gedultet bzw. erwünscht von den "Handelspartnern" ! - ähnlich dem arabischen Raum!

Erstversuch
00
19.7.2011, 10:38
Ist es nicht interessant wie gleichzeitig wahr sein kann

daß die stärkste Militärmacht der Welt im Irak ihre Kriegsziele nicht durchsetzen kann und sie andererseits ohne vergleichbaren Aufwand einen ganzen Kontinent unter Kontrolle hält?. Sogar im "traditionell USA freundlichen" Somalia?

Volker Seitz
10
19.7.2011, 07:52
Wirtschaft auf Regionen ausrichten

Die größten Chancen Afrikas bestehen, wenn der afrikanische Binnenmarkt besser entwickelt wird. Ökonomische und politische Strukturen müssen stärker auf die benachbarten Regionen ausgerichtet werden und weniger auf den Weltmarkt. Afrikanische Länder haben zum größten Teil gar keine wettbewerbsfähigen Industrien.
Der Kontinent ist bislang ein reiner Rohstofflieferant. Die teils märchenhaften Wachstumsraten gehen auf die Ausfuhr von Rohstoffen zurück und nicht auf eine solide Wirtschaftspolitik. Allein 2008 exportierte Afrika Öl und Mineralien im Wert von ca. 280 Milliarden Euro. Afrika hat Wachstumspotentiale die von den meisten Regierenden nicht oder nicht ausreichend genutzt werden.
Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert" 2011

Ernst Guevara
00
19.7.2011, 10:03
das stimmt zwar, aber man stelle sich einmal vor, eine afrikanische regierung geht her

und beginnt mit einer binnen-zentrierten wirtschaftspolitik. was wird passieren? die westlichen regime und ehemaligen kolonialmächte werden alle hebel in bewegung setzen, um zu verhindern, dass diese regierung erfolg hat. denn der westen hat ja ein riesiges interesse daran, dass afrika ein reiner rohstofflieferant bleibt und kein mißliebiger konkurrent im industriebereich wird. daher wird der westen mit militärischen, politischen und ökonomischen mitteln diese regierung sabotieren. ausserdem müsste man sich bei einer binnen-zentrierten entwicklung zunächst vom weltmarkt abkoppeln und auf protektionismus setzen (so wie die USA am beginn ihrer erfolgsgeschichte), weil sonst die konkurrenz durch die westliche industrie zu übermächtig wäre.

Volker Seitz
10
19.7.2011, 10:28
Desinteresse des Westens

Das Problem ist m.E. ein anderes. Selbst Frankreich zieht sich mehr und mehr zurück. Das politische Interesse vieler westlicher Regierungen und auch der Konzerne an Afrika ist immer geringer. Wenn man in Afrika lebt ist das spürbar. Westliche Botschaften werden ausgedünnt. Firmenvertretungen geschlossen. Die Wirtschaft geht doch lieber nach Asien, wo die Rahmenbedingungen kalkulierbarer und die Gewinnmargen größer sind. Ruanda und Botswana sind da die großen Ausnahmen. In die Lücke drängen Chinesen, Koreaner, Inder, Russen und Türken.

Ernst Guevara
00
19.7.2011, 10:55
selbst wenn das interesse an afrika geringer wird

so ändert das wenig an der tatsache, dass jede regierung, die auf eine binnen-zentrierte entwicklung und protektionismus statt freihandel setzt, auf grossen widerstand seitens des westens stossen wird. europa würde eher auf die demokratie denn auf rohstoffe verzichten und noch weniger würde europa zulassen, dass irgendwo auf der welt jemand eine auto-zentrierte, selbstbestimmte entwicklung riskiert.

ciao4zampe
 
00
18.7.2011, 20:11
überschrift stimme ich insofern zu als man nicht europa für alle versäumnisse bis rein ins jahr 2011 verantwortlich machen kann/darf.

aber historisch besehen
war nicht europa sondern mesopotamien ursprung der schrift http://de.wikipedia.org/wiki/Gesc... er_Schrift

auch die krone http://www.krone.at/Wissen/Au... ory-272600

ökonomisch wird afrika dzt. massiv von china "infiltriert" (auch ungarn übrigens!)

mit erwünschter beendigung des kolonialismus hätte nun immerhin auf längere sicht hin verselbständigungs-prozess der neuen staaten geschehen sollen

- ohne dass
bis zum leider st.nimmerleinstag
man sich fortwährend/ewig auf _unendlich_ gewähnte folgen von kolonialzeiten ausredet

- wenn staaten "erwachsen" werden
müssen sie folgen ihrer staaten-anführer
selber tragen: korruption/nepotismus.

Volker Seitz
01
18.7.2011, 18:12
Was tut die FAO?

Regelmäßig finden Ernährungsgipfel statt. Dort fordert der Generaldirektor der UN „Food and Agriculture Organization“(FAO), Jacques Diouf regelmäßig weitere Milliarden für das Armenhaus Afrika. Dabei haben selbst gut gemeinte „Hungerhilfen“ mehr geschadet als genützt, die Lieferung von Lebensmitteln hat der heimischen Landwirtschaft nicht vorangebracht, sondern die Not oft noch vergrößert.
Die FAO gilt als schwerfälliger, bürokratischer Apparat. Diouf hat es in 18 Jahren Amtszeit-trotz beträchtlichem Budget- unterlassen, aus der FAO eine effiziente Organisation zu formen. In der Vergangenheit haben die UN-Organisationen FAO, das Welternährungsprogramm (WFP) und der International Fund for Agricultural Development (IFAD) ihre Arbeit unzureiche

Zweimal denken, einmal sprechen
01
18.7.2011, 19:23

Tja, das Ziel der UNO und deren zahllosen Tochterorganisationen ist es auch nicht, irgendetwas auf der Welt zu verbessern, sondern lediglich einer unfähigen, verhaberten Schmarotzerkaste üppige steuerfreie Gehälter zu sichern.

Barbarin
21
18.7.2011, 18:09
http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/downloads... omalia.pdf

Die grausige Wahrheit und Ursache zu Ost-Afrika: Da hatten die USA + Konsorten (Kalter Krieg) etc die Finger drinnen und haben so korrupten Chefs auf den Thron gebracht und auch dort erhalten...wegen den Interessen an Bodenschätzen und Macht!

insertnamehere
 
10
19.7.2011, 13:25
In dem Fall das Interesse, dass die somalischen Bodenschätze im Boden bleiben?

Steverino
11
18.7.2011, 15:05

Es ist leider so, dass uns, in der so genannten zivilisierten Welt, die ärmsten Regionen Afrikas aber auch so was von wurscht sind, dass es schon an Mithilfe zum Genozid grenzt.

biodiesel - das moderne lampenpetroleum
00
19.7.2011, 12:12

wie sollen wir uns in europa um afrikanische regionen kümmern, wenn die für den großteil der bevölkerung ziemlich einzigen verknüpfungspunkte - nämlich die medien - uns informationen vorenthalten und stattdessen zum 489. mal den hausbau von nebenan zeigen.

würde ja gerne in mein fliegendes auto steigen und geschwind einen abstecher rübermachen, aber kann ich mir nicht leisten.

Johannes Benn
11
18.7.2011, 21:15
.

ich wuerde umgekehrt eher sagen der westen ist geradezu versessen von afrika, in beziehung zu afrika wird der schuldkult auf die spitze getrieben

emma goldman
00
19.7.2011, 01:27

... In den letzten jahren sind alle wie verrückt nach coltan, und das möglichst billig. Afrika ist ne einzige schatzkammer mit sämtlichen kronjuwelen. Glückliches asien, das keine bodenschätze besitzt.

insertnamehere
 
00
19.7.2011, 13:30
"Glückliches asien, das keine bodenschätze besitzt."

Außer zum Beispiel den ganzen seltenen Erden, auf die wir genauso versessen sind.

emma goldman
00
20.7.2011, 17:49

Wenn sies mir nicht glauben vlt. glauben sies ja nem insider.
http://www.egonzehnder.com/de/focus/... d/17500192

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