USA holten vor Rekordkulisse WM-Gold

16. Juli 2011, 22:24
  •  Nate Kmic (USA) gestoppt von den Kandaiern Sammy Okpro (L) und 
Thaine Carter.
    foto: epa/thomas haumer

    Nate Kmic (USA) gestoppt von den Kandaiern Sammy Okpro (L) und Thaine Carter.

Zweiter WM-Titel dank 50:7-Kantersieg im Finale gegen Kanada - 20.000 Zuschauer im Prater bedeuteten Rekordbesuch in Österreich

Wien - Die Kulisse war eines WM-Finales würdig. 20.000 Zuschauer wollten am Samstagabend im Ernst-Happel-Stadion das Endspiel der American-Football-WM zwischen den USA und Kanada sehen - mehr als jemals zuvor bei einem Football-Spiel in Österreich. Die USA wurden ihrer Favoritenrolle vor der Rekordkulisse im Wiener Prater mehr als gerecht. Der Titelverteidiger setzte sich klar mit 50:7 (7:0,30:7,13:0,0:0) durch und holte seinen zweiten WM-Titel.

Die 20.000 hatten neben einer pompösen Inszenierung samt Halbzeitshow und Pyrotechnik bei Einlauf und Siegerehrung auch auf dem Spielfeld einiges geboten bekommen - und dankten es mit sensationeller Stimmung. Dabei war das Spiel zur Halbzeit mehr oder weniger entschieden. Die US-Amerikaner spielten vor allem im zweiten Viertel groß auf, legten mit einer 37:7-Pausenführung bereits den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Die US-Boys waren mit einer von einigen Profis verstärkten Auswahl starker ehemaliger College-Spieler angetreten, dominierten die WM aber mit Ausnahme eines knappen 17:7 zum Abschluss der Gruppenphase gegen Mexiko. Gegen ihre nördlichen Nachbarn gaben sich die "Erfinder" des American Football keine Blöße. Bereits nach vier Minuten sorgte Runningback Nate Kmic, der zum wertvollsten Spieler des Turniers (MVP) gewählt wurde, für den ersten Touchdown.

Sein Kollege Matt Bassuener (17.), Quarterback Cody Hawkins (22.) und Joe Sturdivant (24.) legten nach. Dazu wurden die Kanadier zu einem Safety gedrängt (21.). Dramatisch verlief das Finish von Hälfte eins: Erst fanden die Kanadier sechs Sekunden vor der Pause nach Pass von Spielmacher Michael Faulds auf David Stevens in die Endzone, mit einem sensationellen Pass auf Ricardo Lenhart schlug Hawkins aber noch einmal zurück.

Nach der Pause eröffnete erneut Kmic mit einem Touchdown (26.), Henry Harris legte mit einem Hechtsprung auf die Endlinie noch einen drauf (33.). Beklatscht wurden vor allem die gelungenen Aktionen der Kanadier, die im Finish aber nicht mehr zusetzen konnten. Das Schlussviertel endete 0:0. In der Gruppenphase hatten die Kanadier noch alle ihre Spiele gewonnen.

Die USA dagegen sind auf internationaler Ebene weiter ungeschlagen. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme 2007 hatten sich die US-Amerikaner im Finale erst in der Verlängerung gegen Japan durchgesetzt. Nun schlossen sie mit zwei Titeln zu den Japanern auf. Der bisherige Rekordweltmeister gewann in Wien Bronze und hat damit bei allen vier bisherigen Weltmeisterschaften eine Medaille geholt. Österreich beendete das Heimturnier auf Platz sieben. (APA)

Ergebnis Finale:

USA - Kanada 50:7 (7:0,30:7,13:0,0:0)
Scores: TD Kmic (5./PAT Berkshire), TD Bassuener (17./PAT Berkshire), Safety gegen Hajrullahu (21.), TD Hawkins (22./PAT Berkshire), TD Sturdivant (24./PAT Berkshire), TD Lenhart (24./PAT Berkshire), TD Kmic (26.), TD Harris (33./PAT Berkshire) bzw. TD Stevens (24./PAT Hajrullahu).

Titelverteidiger USA damit zum zweiten Mal nach 2007 Weltmeister.

Spieler des Turniers: Nate Kmic (USA/Runningback); Trainer des Turniers: Mel Tjeerdsma (USA)

Legende: TD = Touchdown, FG = Fieldgoal, PAT = Extrapunkt

Spiel um Platz fünf:
Deutschland - Frankreich 21:17 (0:0,7:7,7:7,7:3)

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war ein super Abend gestern, tolles spiel, wenn auch etwas einseitig...

was ich allerdings nicht verstehe, ist dass das Bier scheinbar nicht alkoholfrei war! Das ist doch nach dem Sportstättengesetz verboten oder?

Hat nämlich dazu geführt, dass ich das komplette zweite Viertel vor einem Stand gestanden bin und denen beim Reparieren vom Schankautomat zugesehen hab... nur um dann nach 15!!! minuten endlich ein Mineralwasser zu ergattern...

Also im Vip bereich waren die getränke schon voreingeschenkt auf zwei großen bars verteilt, keine wartezeit zwischen den häppchen vom marriott ;-)

jaja die wigast. anscheinend gibts wenigstens die 75jährigen herren im buffetdienst nicht mehr, da hatte man immer angst, daß einer mit herzinfarkt zusammenbricht, wenn er eine knacker und ein bier bringt...

Tiroler Fan

Als Raiders Fan hatte man ja schon lange so einen nagenden Verdacht wenn man Vikings oder Dragon Fans am Innsbrucker Tivoli erlebt hat.

Hat sich gestern bestätigt. Die Wienser Fans sind einfach toll! Von den 20.000 im Stadium haben 15.000 ernsthaft was von Football verstanden - darum waren auch schon bei Spiel um 5th place 15.000 da.

Obwohl kein Heimteam gespielt hat war die Stimmung einfach großartig.

Habe viel US Football gesehen von Highschool bis NFL. Unsere Teams sind auf dem Weg (und der ist noch weit). Die Fans sind längst dort!

Bei der nächsten Blue River Bowl bin ich dabei.

Naja, haben ja auch seit den 80er jahren schon einige zeit gehabt das fan sein zu üben ;-)

Die Huskies haben glaub ich ab 85 auf der Schmelz gespielt. Weiss nicht ob da überhaupt schon zahlende Zuseher dabei waren oder nur freunde der spieler.

Ein bisserl übertrieben haben sie's allerdings schon mit der Beschallung gestern

Ich glaube halt, dem DJ war klar, daß er so bald nicht wieder 20000 Leute auf einmal im Stadion hat, und das hat er als Herausforderung gesehen ;)

Und außerdem macht er normalerweise nur in besonders einseitigen Matches (so wie gestern) so extrem auf Party. Ist wohl ein Versuch, das Publikum bei Laune zu halten. weil wenn das Spiel spannend ist, kommt die Stimmung von alleine.

Allerdings war das wenigstens positive Stimmung, im Gegensatz zu den üblichen Beschimpfungen bei Fußballspielen. Also was soll's, leiwand war's trotzdem.

ob handball-em, football-wm oder was auch immer. alles muss verbeachvolleyballt werden.

Es war zuviel Bespaßung

- und zu laut !!!
Mir ist die echte Stimmung für das Spiel abgegangen.

Und dis "Abschlusszeremonie" war eine sagenhafte Anti-Klimax.
Hereinschleichen der Teams, Zusammendrängen vor der Ehrentribüne, Medaillen verteilen (wer bitte hatte die Idee, die beiden Lustigen alle Namen aufsagen zu lassen ???), Feuerwerk, Rauströpfeln der Teams - das war's, ihr hättet ohnehin schon seit zehn bei der Party sein sollen...

Aber genug gemosert.
Die WM war ein tolles Event, hat Werbung für eine spannende Sportart gemacht und es gibt hoffentlich ein nächstes Mal, wo man das eine oder andere ja anders/besser machen kann. :)

War schon toll, bisschen weniger Bierzelt wäre angebracht gewesen.
Die österreichischen Platzsprecher sollten sich mal informieren was ihre amerikanischen Kollegen während eines Spieles durchsagen.
Aber was solls, ich hab eh noch nie Beachvolleyball in Klagenfurt gesehen.

möcht nicht wissen, welche footballspiele die herren moderatoren gesehen haben. so schlecht ist die stimmung bei weitem in den usa nicht. da gibt es sehr wohl sprechchöre, kollektives singen etc.
auch laut, wenn 110.000 leute die eigene mannschaft auspfeifen, wie in dallas...

klar das weltkulturerbe österr. fankultur mit ausschreitungen, 1000en polizisten für paar idioten und platzstürme wird man nicht erleben....

man kann jetzt die Ö3 hoschis mögen oder nicht, aber dem publikum hats gefallen, und für mich erstaunlicher, auch den spielern.
klar, das spiel war entschieden, aber daß spieler knapp vor dem snap noch mitschunkeln, hab ich noch nie gesehen. :)
man stelle sich vor den rotter beim face off vor, wie er dem gegner "ä-ä-ähh, smoke on the water" ins ohr flüstert :D
also, stimmung war hervorragend, objektiv ein bisserl zu laut war die beschallung, aber das wars auch schon.

es bestreitet keiner die stimmung in wien, nur den vergleich der herren fernsehmoderatoren (schad auch irgendwie, daß der reiterer nicht dabei war *seufz*)

kanadier hätten eigentlich schon in der halbzeit abknieen können, obwohl sie kein laub auf der brust hatten....

ö3-spaßkanonen nimmt eh keiner ernst, nur ernsthaft, zeig mir den stadionsprecher (die mods haben wir im stadion ja nicht gehört), der sein publikum nicht lobt...
"leute, leider seits ihr nur genauso amateure als fans wie die sportler am rasen, aber jetzt yubel!" ;)

War gestern ein netter Footballnachmittag.

NUR was mir wirklich am Zeiger geht ist die Bauerndisco bis knapp vorm Snap.

Ich will selber Brüllen. Nur wennst immer nur eine Sekunde Zeit hast die D anzufeuern, stehst mim Brüllen "allein" da, weil die meisten halt doch noch auf einen Platzsprecher warten (der solangs nicht für die Vikings ist zu lange braucht um zu helfen.)

hoffnung

mehr menschen im stadion, als beim habsgburger-begräbnis; ist ja schon was!

20 000 Leute hatten Spaß und nur die Suderanten posten im standard forum...

4 Stunden Terror Animation

Und ich dachte, das ist ein Provinzturnier !

my 2 cents:
war heute das erste Mal bei einem American Football Spiel im Stadion und mir hats taugt! Vor allem das erste Spiel war sehr spannend!

Zur Musikantenstadlstimmung, wie es hier genannt wird: Das Spiel war da schon entschieden, und das Publikum hat - inklusive mir - Spass daran gehabt.
Und es ist ja nicht so, dass die Spieler nicht angefeuert wurden ...
Und der Platzsprecher hat eh sehr oft erklärt, was denn nun genau abgeht, für die Laienzuschauer!

Die slow mo laola zum donauwalzer war schon a lässige sache!

Die Verleihung hat sich nur zu lange hinausgezögert - wenn ich das mit einem CL oder Fußball-WM Finale vergleichen darf! Und dann spielens nicht einmal mehr die Hymne fürn Sieger - fand ich ein bisschen Schade!

Provinzturnier wars keines, es war eine Amateur-WM

nicht mehr und nicht weniger.
Also ausschließlich Spieler die den Durchbruch nie geschafft oder nicht angestrebt haben (wird wohl bei den meisten Europäern und den Japsen der Fall sein wird.)
Natürlich ist die Frage, ob sowas dann als WM verkauft werden soll, wenn man bedenkt, daß die Zweitplazierten sonst eigentlich eine andere Sportart betreiben.
Aber dessen ungeachtet, es war schon interessant, denn die Amis haben phasenweise schon richtigen Football gespielt. Natürlich waren die anderen - und besonders die Australier und Österreicher - davon Lichtjahre entfernt.

Ja, aber zu den Profis aus diversen abgeschotteten Ligen

wird gemunkelt, sie könnten bei den Spielen der strengen Dopingkontrollen wegen nicht antreten.

War ja auch erst die 4. WM.

Die USA setzen sich aus Collegespielern zusammen. Da gibt es natürlich bessere. Ich weiß aber auch nicht was das großartige Problem dabei sein soll.
Bei den olympischen Spielen hat man sehr lange nur Amateur sein dürfen.

Wobei die Spieler aus den USA und Kanada in Wirklichkeit sowieso Vollprofis sind. Das macht dann schließlich einen Teil des Leistungsunterschieds aus.

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