Zusammenfassung

Begräbniszeremonie von Otto Habsburg

16. Juli 2011, 19:12
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    foto: apa/fohringer

    Das Anklopfritual vor der Kapuzinergruft.

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    Karl Habsburg und seine Familie beim Requiem im Wiener Stephansdom.

Schönborn würdigte Verstorbenen als "Friedensstifter" - 10.000 Schaulustige - Beisetzung in Kapuzinergruft im engsten Familienkreis

Wien - Unter Teilnahme hochrangiger aus- und inländischer Trauergäste ist am Samstagnachmittag im Wiener Stephansdom ein Requiem für Otto Habsburg-Lothringen, Sohn des letzten österreichischen Kaisers und ungarischen Königs, zelebriert worden - derStandard.at berichtete live. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn würdigte Habsburg, der am 4. Juli 98-jährig in Bayern verstorben war, als Friedensstifter. Im Anschluss an die Seelenmesse setzte sich der Trauerkondukt in Richtung der letzten Ruhestätte Habsburgs in Bewegung: der Kapuzinergruft, wo die sogenannte Anklopf-Zeremonie vollzogen wurde.

Schönborn: Otto Habsburg ein "Friedensstifter"

Schönborn, der als Vertreter von Papst Benedikt XVI. den Trauergottesdienst zelebrierte, würdigte das "Lebenswerk des großen Verstorbenen". Es sei der "Versuch" gewesen, das "Unglück des Ersten Weltkriegs wieder gut zu machen". Otto Habsburg habe dem "Friedensprojekt Europa gedient". In seinem Auftrag, seiner Berufung, das "Zusammenleben der Völker und Kulturen, der Sprachen und Religionen zu fördern", sei Otto Habsburg ein "Friedensstifter" gewesen.

Habsburg hat laut dem Kardinal "nicht der Vergangenheit nachgetrauert". Er hat vorgelebt, "wie wir unverkrampft aus dem Gestern für das Morgen schöpfen können". Schönborn betonte weiter, dass Habsburg "Gottesgnadentum" nicht als ein Anrecht auf eine Herrschaftsposition verstanden habe, sondern "zuerst als Verantwortung": "als Auftrag, die anvertrauten Aufgaben, in die wir hineingestellt sind, in Verantwortung vor Gott wahrzunehmen", so der Wiener Erzbischof. "In Sachen Umgang mit der Geschichte dürfen wir in Österreich von ihm lernen."

Die erste Lesung in der Trauermesse wurde vom ältesten Sohn Otto Habsburgs, Karl Habsburg, verlesen, die zweite von dessen Sohn Ferdinand Zwonimir. Die Fürbitten wurden von den sieben Kindern des Verstorbenen gelesen, den Söhnen Karl und Georg, sowie den Töchtern Andrea, Monika, Michaela, Gabriela und Walburga.

3.500 Personen beim Trauerzug

Den Sarg Otto Habsburgs im Stephansdom schmückten zwei Kreuze aus Rosen. Eines stand symbolisch für die sieben Kinder des Verstorbenen, das andere für Enkel und Urenkel. Die Blumengebinde wurden aus jeweils 500 weißen Rosen und 200 roten Nelken zusammengefügt. Auch eine Reliquie von Ottos seliggesprochenem Vater, Kaiser Karl, wurde aufgestellt.

Nach dem zweistündigen Requiem formierte sich auf dem Stephansplatz der Trauerkondukt. Beim Auszug aus dem Dom erklang die Pummerin. Hunderte Mitglieder von Traditionsverbänden in historischen Uniformen begleiteten den Sarg in einem zweistündigen Zug zur Kaisergruft in der Kapuzinerkirche. Im Trauerzug befanden sich 3.500 Personen - an der Spitze Musik, Fahnenabordnungen, Schützen, Ordenskissenträger und Klerus.

"Otto von Habsburg war ein engagierter Europäer"

Zahlreiche Trauergäste, unter ihnen die Monarchen von Schweden, Luxemburg und Liechtenstein, Prinz Hassan von Jordanien, die Ex-Könige von Rumänien und Bulgarien, sowie Spitzenpolitiker aus Georgien, Mazedonien und Tschechien. Auch EU-Kommissar Johannes Hahn und EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek waren unter den Teilnehmern. "Otto von Habsburg war ein engagierter Europäer. Seine Lebensgeschichte zeigt, dass das Schicksal Österreichs in der europäischen Integration liegt", erklärte Buzek.

Mit Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) gaben auch Vertreter der Republik dem Europa-Politiker Habsburg das letzte Geleit. Die Teilnahme von Fischer und Faymann hatte den beiden Sozialdemokraten im Vorfeld Kritik wegen mangelnden "republikanischen Verständnisses" eingetragen. Faymann sagte dazu im ORF-Interview, seine Anwesenheit sei ein Zeichen von Respekt und Mitgefühl für die Familie. Er hob Habsburgs Widerstand gegen den Nationalsozialismus und sein Engagement für die europäische Einigung hervor.

"Wer begehrt Einlass?"

10.000 Schaulustige verfolgten den Weg des Kondukts durch die Wiener Innenstadt, berichtete die Polizei der APA. Eine Protestaktion der Sozialistischen LinksPartei am Herbert-von-Karajan-Platz bei der Wiener Staatsoper verlief friedlich. Laut eigenen Angaben demonstrierten die zwölf Personen gegen "Geschichtsfälschung und den Trauerzug".

Der Trauerzug mit dem Sarg von Otto Habsburg selbst langte am Samstagabend vor der Wiener Kapuzinergruft ein. An der Pforte des Gotteshauses vollzog sich ein Ritual, das schon 1989 bei der Beisetzung von Ex-Kaiserin Zita, Ottos Mutter, zelebriert wurde. Im ersten Teil der Anklopfzeremonie referierte der Zeremonienmeister die historische Herkunft des Verstorbenen, dann die Ehrungen und Funktionen aufgrund eigener Leistung. Der Kapuzinerpater antwortete darauf zweimal "Wir kennen ihn nicht!" Erst als nach der dritten Anfrage, "Wer begehrt Einlass?", die Antwort "Otto - ein sterblicher, sündiger Mensch", lautete, wurde ihm Einlass gewährt. Die Beisetzung von Otto und Regina Habsburg in der Gruft findet im engsten Familienkreis statt. Die Herzurne Otto Habsburgs wird am Sonntag in der Benediktinerabtei Pannonhalma in Ungarn bestattet. (APA)

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Luky Pozzo
00
10.8.2011, 15:01
Wie denn vorleben, wie wir unverkrampft aus dem Gestern für das Morgen schöpfen können?

Indem wir aus einer Kirche austreten, in der Schönborn, Ratzinger, Küng, Kothgasser von Zeiten schwärmen, in denen Menschen wegen ihrer egalitären Gesinnung hingerichtet wurden.

bibi ohne mit zitrone
00
17.7.2011, 17:01

österreich ist kein lulu-staat
das muss man in brüssel auch einmal heftig sagen

jeder einzelne schuftet sich bis ins krankenhaus
und dann zweiter oder dritter klasse

warten ,warten, warten

hellgate
21
17.7.2011, 17:52
Sie haben recht

Österreich ist kein Lulu Staat, es ist ein echter Sch.... Staat

Worgul
 
01
17.7.2011, 16:33
Umschulug für Frau Und Herr Österreich!

Wenn man die Beiträge so liest, dann kommt einem der Gedanke, ob es nicht für 10% Frau und Herr Österreich besser gewesen wäre, wenn sie nach dem Zusammenbruch der Monarchie nicht wohl besser erst eine andere Staatsform bekommen hätten. Alleine schon um ein besseres Selbstwertgefühl zu erhalten oder um sich mit dem eigenen Staat und der Geschichte zu identifizieren und auseinanderzusetzen. Ob den einige hier ersthaft glauben, dass die Russen mit der Staatsform der Bolschewiki glücklich waren? Geschichte lässt sich nun mal nicht ändern und einige Frau und Herr Österreich sollten mal darüber nachdenken und sich geschichtlich ein wenig mehr bilden. Man erschlägt weder Romanows, noch Habsburger!

Tina Tsornigg
00
18.7.2011, 10:04

Standesgemäss ist bei Aristokraten die Enthauptung mit dem Schwert. Aber das wissen Sie als geschichtlich gebildete "Frau und Herr Österreich" gewiss.

khaleb
00
18.7.2011, 00:18
stimmt, die Romanows wurden erschossen, nicht erschlagen

Sie hatten das gleich Schicksal wie Millionen anderer im WK I., der vom seligen Caesaren Karl bis zum Ende geführt wurde.
Es gab ja so viele Millionen Tote unter den Bolschewiki, wieso jetzt die Spezialtrauer für die Romanows ?

pox vobiscum
00
17.7.2011, 17:54

Aber, aber, wer will denn Habsburger erschlagen?

bibi ohne mit zitrone
03
17.7.2011, 16:13

so
nach einer woche aufgelebter monarchiereminiszenzen und ehrenbezeugungen von allen seiten
business as usual
nach den sommerferien
im herbst gehts weiter
bildung
gesundheit
pflege
integration
arbeit
infrastruktur
mobilität
wohnen
vorsorge
kinder
alleinerzieher…..und und und

pox vobiscum
00
17.7.2011, 17:48

Träum ruhig weiter.

teflon
 
66
17.7.2011, 16:26

Die Monarchisten machen mir da weniger Sorgen wie die Repräsentanten der Republik, die diesem familiären Trauerfall den Charakter eines Staatsbegräbnisses gaben. da trat ein Grad an charakterloser Substanzlosigkeit zutage, der wirklich bedenklich ist.
Historisch geprägt wurde das 20.Jahrhundert infolge des Habsburgerverbrechens, den 1.Weltkrieg anzuzetteln.
Vorangegangene blutige Machtdemonstrationen gar nicht eingerechnet, von der Gegenreformation über Biedermeiermetternichpolizeistaat, Niederschlagung der 1848er-Revolution bis zum Völkermord an Serben und Ruthenen. Ottos Unterstützung von Dollfus, Schuschnigg, Franco und rassistischer Regime (Südafrika) folgten nahtlos. Otto ist tot, sein reaktionärer Sumpf aber wird schöngeredet.

Luky Pozzo
00
10.8.2011, 15:03

Sehr schön auf den Punkt gebracht - vielen Dank, teflon!

marius sulla
00
18.7.2011, 10:09

Soviel Unsinn in einem posting zu schreiben ist fast schon ein Kunststück.

Gerhard Schwarz6
 
411
17.7.2011, 16:10

der monarchistische Mummenschanz brachte gerade einmal 10.000 Schaulustuge auf die Beine. Beruhigend, zumal es sich überwiegend um Touristen handelte.
Unakzeptabel sind die Teilnahme von Bundespräsident und Regierungsmitgliedern in offizieller Funktion und die Beteiligung des Bundesheeres der Republik. Wenn der Diktator des Vatikanstaates, Dr.Ratzinger, Herrn Karl Habsburg als "Erzherzog von Österreich" betitelt, sollte er auf diplomatischem Wege auf die Abschaffung der Adelstitel in Österreich hingewiesen werden. Von reaktionären Klerikern wie Herrn Dr.Schönborn ist seine Verflichtung einzufordern, sich als Staatsbürger an die Gesetze der Republik zu halten.
Jetzt: Deckel zu und Schluss mit der Begeilung am schwarzgelben Modergeruch.

F. Croma
30
17.7.2011, 17:02
Deckel zu, wirklich?

Monarchisten sind doch eine absolute Kleingruppe. Sie geben dem ganzen Beräbnisritual einen gesellschaftlichen Hintergrund, den es doch gar nicht hat. Fast könnte man meinen, bei "Deckel zu" verlieren sie ihre Nahrungsgrundlage. Natürlich könnte es sein, dass sie sehr jung sind und sich gerade in der Entwicklungsphase "radikale Phrase der SD" befunden d.h. zukünftig wird es noch spannend mit ihnen :-).

Maximilian, der Tiroler!
01
17.7.2011, 15:57
Nil nisi bene!

Gerhard Schwarz6
 
36
17.7.2011, 16:14

Na gut: Otto war nie Kaiser. Und trotz heftigen Bemühens konnte er die 2.Republik nicht verhindern.
Das war seine positive Seite.

ira2
 
03
17.7.2011, 16:51

NUR das !

pox vobiscum
29
17.7.2011, 15:44
die Hymne zum Tag:

Gott verschone Gott beschütze
unser Land vorm Kaisertum
Auch die mit der goldnen Mütze
frisst irgendwann einmal der Wurm
Lass die Krone deiner Väter
im Museum ausgestellt
Österreich braucht keinen Kaiser
dem Volk die Republik gefällt.
:)

Jesse James666
00
18.7.2011, 10:25

du vergisst das diesem volk, bald die republik mit strache an der spitze gefällt.....

Petra Ustinov
01
17.7.2011, 15:54
die hymne ergibt keinen sinn, vor was soll uns ein nichtexistentes fantasiewesen beschützen oder verschonen. das können wir nur selber machen.

also die stände abschaffen. wie wir sehen lebt selbst der adelsstand noch und während die spö in der vergangenheit (zu ottileins einreise nach österreich in den 60ern) 250.000 gegen die monarchie demonstrieren lies, gibt sie heute den letzten möchtegernkaiser die letzte ehre. immerhin hat das ottilein noch in der woche vor seiner thronabschwur seinen sohn karl mit allen kaiserehrentiteln taufen lassen.

übrigens gleich gestellt mit dem adelsstand war der krichenstand und den gibts noch ganz real. ein schönborn lasst sich noch immer den ring an seiner hand küssen.

und die österreicher sehnen sich noch immer danach zum mittelstand zu gehören (nicht zu verwechseln mit dem ökonmischen begriff wo die mittelbetriebe gemeint sind).

pox vobiscum
00
17.7.2011, 17:48

Ach, die Sozis sind wirklich nicht mehr das was sie einmal waren und die Stände können mir auch gestohlen bleiben. Was das Fabelwesen betrifft, das fällt eben unter dichterische Freiheit.
Aber meine Hymne ist mindestens so sinnvoll wie dieser Mumienschanz (danke werwolfi!) der bei diesem Begräbnis aufgeführt wurde, darauf muss ich bestehen! :)

Hosenträgerträger
10
17.7.2011, 15:21
Pro Monarchie!

Mit MIR als Kaiser!

pox vobiscum
00
17.7.2011, 18:00

Nein, nein, so einfach geht das nicht!
Ich wäre für eine Castingshow - Österreich sucht den Suppenkaiser - äh, tschuldigung, Superkaiser oder Austria's next Topfmonarch.
Wir haben ein Recht auf den besten, schönsten, schärfsten, gescheitesten Herrscher, das wäre endlich etwas, mit dem wir in der Welt auftrumpfen könnten.

nur 1 Satz dazu (jetzt beim LIF)
01
17.7.2011, 16:15
Glauben´s nicht alles, was ihnen am Würstlstand von Kaisermühlen als ihre Zukunft prophezeit wird.

Petra Ustinov
00
17.7.2011, 15:40

wurden sie von gott legitimiert?

falls ja, wie wurde ihnen das mitgeteilt? weil sich vor ein paar jahrhunderten mächtige (zu denen sie zufällig verwandt) dazu erklärt haben? oder weil sie gottes stimme hören? in beiden fällen empfiehlt sich ein besuch beim arzt... ;-)

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