Beerdigung

Habsburg: Twitter-User äußern Unmut über Trauerfeier

16. Juli 2011, 17:00
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    foto: apa/georg hochmuth

    Ein Ärgernis für einige auf Twitter, das Otto Habsburg Begräbnis

Internet-Gemeinschaft kritisiert Feier in deftigen Wortspenden

Während der Live-Übertragung des Habsburger-Begräbnisses im ORF am Samstag haben zahlreiche Internet-Nutzer auf Twitter ihren Unmut über das Ereignis geäußert. Unter dem Stichwort #habsburg waren am Nachmittag Hunderte Kommentare von deutschsprachigen Twitter-Nutzern auf der Seite zu lesen. Kritiker der Zeremonie erregten sich besonders über die Nennung von kaiserlichen Titeln und Adelsnamen.

Deftige Wortmeldungen

Die Wortspenden fielen zum Teil recht deftig aus. "sind jetzt schon alle deppat geworden? Otto von Österreich? Wir sind eine Republik!!!!!!!!!" - so lautete der Kommentar der Twitter-Nutzerin mit dem Pseudonym Rubberinchen. "kaum dreh ich auf wirds echt tiaf: der pinke pfaffe spricht die leut mit 'erzherzog' und 'kaiserliche familie' an", schrieb der User JuanesSteiner. Von anderer Seite wurde die Inszenierung der Trauerfeierlichkeiten als unzeitgemäß kritisiert. "sorry aber das ganze ist so 18hundert irgendwas", twitterte mikeyork1, während nach Ansicht von Stefan31at die Stimme von Kardinal Christoph Schönborn, der die Trauermesse zelebrierte, Missfallen erregte: "kommt es nur mir so vor, oder hat Schönborn ne leicht weinerliche stimme heute?"

Endpunkt der europäischen Geschichte

In die Debatte schalteten sich jedoch auch offenbar mitfühlende Beobachter der Trauerzeremonie ein. "Kriegt Eure Kinder dazu, diesen Endpunkt der europäischen Geschichte zu sehen", schrieb der englischsprachige Nutzer derekflynch. Ein anderer Nutzer, der als echten Namen Prälat Dr. P. Hilger angibt, äußerte Kritik an der Fernsehberichterstattung des Ereignisses. "Den tendentiell kirchenspalterischen Prof. Zulehner als Kommentator ertragen zu müssen, ist eine echte Zumutung des #ORF", schrieb laudatedeum257. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 120
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Frodo Der Hobbit
00
20.7.2011, 06:01
diese hohe gesellschaft

soll vor allem verantwortung übernehmen, indem sie sich mit den bürgern identifiziert, denen sie arbeit geben, und die auf ihren ländereien leben.
nicht schon halb sich im himmel wähnen weil angeblich gott selber will, dass der kaiser der kaiser ist.

einige machens gut, einige sind eine schande, einige sind bloss pinkel auguste.

der erleuchtete
00
19.7.2011, 20:18
leider gottes gibt's in der gurkenrepublik österreich

keinen einzigen republikaner mehr.
also müssen twitter-user diese rolle spielen.
österreich ist ein skurriles land, das sich selbst endlich abschaffen sollte.
mitsamt seinen habsburgern und ähnlichen lemuren-sippschaften.

Fritz Meyer
01
18.7.2011, 07:49
Erfreulich!

Immerhin scheint die Mehrheit der jungen Menschen dieses überkommene Ritual einer vergangenen, vordemokratischen als genau ein solches empfunden zu haben.

Nur Idioten und Agitatoren verklären die Feudalzeit zur "guten alten Zeit". Für die Mehrheit war's das aber sicherlich nicht. Besonders angesichts des Krieges von 1914-18, der massgeblich auf die Unfähigkeit des Hauses Habsburg zurückzuführen ist.

Mathias
 
00
19.7.2011, 15:22
Besonders angesichts des Krieges von 1914-18, der massgeblich auf die Unfähigkeit des Hauses Habsburg zurückzuführen ist.

Traurig daß die wenigsten überhaupt was über diese Zeit wissen!

Moment, der 1. Weltkrieg war ja von ganz Europa ein lang herbei gesehntes "reinigendes Gewitter", selbst die "Elite" und "Künstler" haben das herbei gebetet.

Wer nur den Habsburgern die Schuld gibt, ist genauso ein Geschichtsfälscher wie die Leute die behaupten, nur A. Hi.tler hätte die Welt in den 2. WK getragen. Was ist mit Russland und Japan?

Nicht zu vergessen, die profitable Geschichte für die USA und deren Rüstungsindustrie ... damals hat das System begonnen, und das wird bis heute erfolgreich geführt ...

iholgleidheh
00
17.7.2011, 21:07
u3 steffl gesperrt gestern nachmittag

bahnhof ohne halt durchfahren. alles wegen dem otto. wo kann ich mich einer sammelklage anschliessen?

Poldi Schrumpl
02
17.7.2011, 19:23
seltsamer artikel.

was unterscheidet das ablästern auf twitter zum ablästern hier im forum?

einige sind stark dagegen - einige stark dafür.

so what??

Poldi Schrumpl
00
17.7.2011, 19:21
seltsamer arikel.

Peterk K
87
17.7.2011, 12:54
Wer hätte das gedacht, selbst an einem sommerlichen SamstagNachmittag

erreicht diese ORF Live-Berichterstattung einen Marktanteil, den der ORF nicht einmal am Abend erzielt: 45%!

Ein würdiger Abschied für einen Mann, der es wie selten jemand verdient hat und sich so sehr verändern mußte, aber dabei sowohl Nazis als auch Kommunisten die Stirn bot und auch noch vielen tausenden Verfolgten zur Ausreise bzw. Flucht verhalf.

Ja, der nach dem Krieg sogar die von SPVP-Politikern angebotene Rückerstattung des Familenvermögens (das die Nazis zum 2. Mal ihnen entzogen haben) ausgeschlagen hat, da er auf ihre Forderungen, auf seine staatsbürgerlichen Rechte der politischen Betätigung zu verzichten, nicht eingehen wollte. Ein Mann, der aber stets bereit war (auch aus Fehlern) weiter zu lernen, ohne sich zu verkaufen.

Plinius
410
17.7.2011, 13:45
nana, sooo war das nicht...

...im 45er Jahr hat Otto den USA empfohlen, er war ja in die USA emigriert um den Nazis zu entkommen - an sich ja lobenswert -, die neu entstandene Republik nicht anzuerkennen, weil sie ja im Osten Österreichs, in Wien, ausgerufen wurde und Renner in seinen Augen ein Kommunist war. Obwohl der Kanzler ein ÖVPler war.
Folge davon war ein Hungerwinter, Figl der Kanzler konnte zu Weihnachten 45 in seiner bewegenden Rede im Rundfunk nur sagen "ich kann euch nichts geben als Hoffnung, glaubt an dieses Land glaubt an Österreich!" Erst als der kommandierende General der US Army bestätigte das das Land am Ende ist und nicht mehr kann, änderte sich die Politik der USA, ab April 46 kamen dann die Lieferungen der USA, unser Land konnte überleben...

Fuzzerl
30
17.7.2011, 15:53

schön, dass du soviel weißt, nur eines fehlt dir: die einordnung in ein übergeordnetes

„Folge davon war ein Hungerwinter, “

was glaubst du, wie es *in ganz europa* ausgesehen hat in den nächsten jahren? in russland hungerten zig-millionen, die amerikaner hatten zu kämpfen, und du glaubst, irgend eine andere regierung hätte bananen, milch und orangen herzaubern können? das darfst mir näher erklären:

Plinius
02
17.7.2011, 17:27
ja, in ganz Europa...

...war es schlimm, daran gibts keinen Zweifel. Aber im Osten unsres Landes gabs auch kein Heizmaterial, wir mussten die Tschechoslowakei anbetteln uns etwas zu schenken. Denn natürlich gabs auch keinen Goldschatz mehr und keine Devisen.
Orangen hätte niemand herzaubern können und das war auch nie eine Forderung, es ging ums nackte überleben. Ein Kind hatte damals "Anspruch" auf ein achtelliter Milch am Tag natürlich alles auf Lebensmittelmarken und nur dann wenn es denn welche gab. Und die gabs durchaus nicht immer. Erwachsene 2 Eier im Monat und das auch nur wenn sie arbeiteten, usw. usw.
Ich hoffe ein wenig erklärt zu haben!

kitaro
01
17.7.2011, 22:40

Und was lernen wir daraus?

Krieg spielen bringt's nicht, leider vergisst das jede Generation aufs neue :-(

Plinius
02
17.7.2011, 23:36
wenns nur beim spielen...

...geblieben wäre, leider brachen die Habsburger aber einen echten Krieg vom Zaun, mit Millionen Opfern. Das war auch der Grund dafür dass diese Bande anschließend zurecht verjagt wurde...

Mathias
 
00
19.7.2011, 15:24
einseitige Betrachtungsweise

Einfach mal lieber besser Informieren, dann klingt es nicht so "Parteisoldatmässig"!

Plinius
00
20.7.2011, 12:23
einzig mögliche Betrachtungsweise,...

...man hätte allerdings die ganze Bande auch gleich erschießen können - so wie es die Russen mit ihrer Zarenbande getan habe.
Im übrigen: Da ich keiner Partei angehöre, ja nicht einmal mit irgendeiner symphatisiere, ist Ihre Bemerkung "Parteisoldatmäßig" absolut entbehrlich!

BlackAdder
10
17.7.2011, 22:45

Doch, bringt was - geht's der wirtschaft gut ...

jMor
 
30
17.7.2011, 12:38
"kaum dreh ich auf wirds echt tiaf: der pinke pfaffe spricht die leut mit 'erzherzog' und 'kaiserliche familie' an"

der beschwert sich weil was tiaf ist?

weiss schon warm twitter an mir vorüber geht

Plinius
09
17.7.2011, 12:09
was hat der Präsident der Republik ...

...bei dieser gespenstischen Veranstaltung zu suchen? Weshalb hat sich dort der BK eingefunden? Wieso war das Bundesheer mit einer Garde Abordnung dort?
Ich hätte micch ganz glatt verweigert und ich hätte gerne den sehn mögen der mir da mit Befehlsverweigerung gekommen wäre, den hätte ich zur Schnecke gemacht. Und noch was: Hat die Republik für diese private Veranstaltung irgendwelche Kosten übernommen?
Ein böses Versagen der gesamten Staatsführung...

Freedom to the people
00
17.7.2011, 20:29
100.000 Euro hat der Polizeieinsatz gekostet.

Plinius
01
17.7.2011, 23:30
da war jeder €...

...zuviel!

Monopoly mit Hut
00
17.7.2011, 12:45

UHBP und BK versteh ich ja noch. Immerhin war Habsburg ja auch politisch tätig und hatte mit diesen Personen ein gutes Verhältnis.

Aber die Garde versteh ich wirklich nicht.

Das Begräbnis von Habsburg ist ja an sich eine Privatangelegenheit. Nur durch das große Publikumsinteresse (vgl. Begräbnis von Falco, Peter Alexander) ist es sinnvoll, zusätzliche Maßnahmen zu treffen. Für Sicherungsmaßnahmen ist eben in einem Staat die Polizei zuständig, die ja auch die Straßenzüge absperrt. Der ORF will übertragen, also soll er. Die Tiroler Schützen sind ein Verein und zahlen ihre Anreise hoffentlich selbst.

Nur, wer hat die Kosten für die Tribüne und den Aufmarsch der Garde übernommen? Wer hat die bestellt?

Amanda
10
17.7.2011, 16:00
ja, da gäbs viele fragen

zb zu veranstaltungen auf dem rathausplatz…

BlackAdder
00
17.7.2011, 13:09

In der kapuzinergruft wird man "privat" bestattet ?

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
18.7.2011, 00:19

Naja, staatlich ist es auch nicht. Kirchlich halt.

willy wuff
38
17.7.2011, 11:54

Mir ist die scheinheilige Beweihräucherung von den Habsburgern 5 mal lieber, als die schleichende Unterwanderund der braunen Brut in Politik und Gesellschaft. Über sowas sollte man sich aufregen, nicht über ein Familie zwar Jahrhunderte über die Geschichtsschreibung beherrscht hat, aber momentan, wahrscheinlich aber für immer, zu einer gesellschaftspolitischen Randerscheinung geworden ist.
Die Kosten für diesen "Ausflug zurück in die Monarchie" kann man ja als Marketingausgaben für Wien geltend machen.
Und spätestens in 2 Tagen ist der ganze Habsburgerspuk vorbei und des bleibt nur mehr die Erinnerung an " a schene Leich"

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