foto: e.h. burtt, jr. and j. ichida (ohio wesleyan university)
Photofly kann zwar nicht fliegen, aber aus Fliegen 3D-Modelle machen
Das Service von Autodesk wandelt hochgeladene Fotos in 3D-Modelle um
Im Mai stellte die auf 3D-Modellierung spezialisierte Softwarefirma Autodesk das Service Photofly vor. Seitdem wurden 70.000 Bilder hochgeladen und in 3D-Modelle umgerechnet. Auf dem YouTube Kanal von Photofly kann man die Werke der Nutzer bewundern.
Die Art der Modelle ist sehr vielfältig. Die Auswahl geht von Stofftieren über Kriegsschiffe bis hin zu Fernbedienungen. Das zeigt, wie einfach es geworden ist, 3D Modelle zu generieren.
Stereofotogrammetrie
Photofly arbeitet, wie Microsofts Photosynth, mit Stereofotogrammetrie. Dabei werden die fotografierten Objekte aus mehreren Messbildern in ihrer Lage und genauen Form rekonstruiert. Allerdings kann Photofly auch 3D-Objekte in verschiedenen Formaten kreieren, um sie dann in diverse Grafikprogramme zu importieren.
Mindestens fünf Fotos
Je mehr Fotos man für die Modellierung verwendet, umso höhere Qualität hat das Endprodukt. Mindestens werden fünf Fotos benötigt. Autodesk empfiehlt jedoch alle zehn Grad, das zu modellierende Objekt zu fotografieren, um ein gutes Ergebnis zu erlangen. Nach dem Upload zeigt das Programm einen ersten Entwurf des Modells und empfiehlt, unscharfe oder unnötige Bilder wieder zu entfernen, um ein besseres Endergebnis zu erreichen.
Unterschiedliche Anwendungsgebiete
Im Interview mit The New York Times erklärt Brian Mathews, Vize-Präsident von Autodesk, dass sie eigentlich damit gerechnet hätten, dass vor allem Profis wie Architekten, Designer oder Restauratoren Photofly verwenden werden.
Allerdings zeigten die User die vielfältigen Anwendungsgebiete für Photofly. So hat ein Forensiker getestet, ob man das Programm zur Unterstützung von kriminaltechnischen Untersuchungen verwenden kann.
Kürzlich habe eine australische Band Mathews mitgeteilt, dass sie die Technologie nutzen, um ein Musikvideo zu drehen. „An Musik Videos haben wir nicht gedacht", sagte Mathews.
Um Photofly benutzen zu können, muss man sich, wie bei Photosynth, ein Desktop-Programm herunterladen. Derzeit existiert nur eine Version für Windows. Als Alternative zu Photofly gibt es noch VisualSize.(soc)
Für 3D reicht im Normalfall ein doppelfoto, aufgenommen mit zwei Kameras gleichzeitig, die im Augenabstand voneinander montiert sind. Ergo müßten auch zwei Einzelbilder reichen, die man vom selben Objekt mit eben diesem Abstand macht.
Oder versteh ich da irgendetwas falsch
Das meiste, was heutzutage unter "3D" firmiert, ist nur Stereoskopie, also zwei versetzt aufgenommene Bilder, die dann den beiden Augen getrennt präsentiert werden.
Ein echtes 3D-Modell kann man von allen - oder wenigstens von mehreren - Seiten aus betrachten und durchwandern.
Das reicht aber nur das man dann aus dieser einen Position das Objekt in "3-D" betrachten kann
hier geht es um mehr.
Hier geht es darum das Objekt in einer drehbaren 3-D Umgebung zu visualisieren.
Das heißt sie haben unendlich viele Betrachtungswinkel.
Das ist grundsätzlich richtig. Das macht z.B. VisualSize.
Selten lassen sich aber aus einer Perspektive alle Winkel eines Objekts einsehen. Damit hat man aus einer Perspektive immer große Schattenbereiche. Seiten und Rückansichten gehen dann sowieso nicht.
Um mit einem Stereopaar halbwegs genaue Messungen machen zu können, benötigt man schon recht gute Information über die Kameraparameter und die Lage der Aufnahmepunkte zueinander.
Ich nehme an, dass bei vielen Photos auch die Fehlerbeseitigung leichter ist.
Korrekt. Man könnte zB ein Haus (das einem gefällt) von allen Seiten fotografieren und als 3D Modell auf den eigenen (abfotografierten) Grund stellen um zu sehen wie es sich dort macht :)
Das Szenario ist ein wenig ein anderes, als bei Photosynth.
Photosynth setzt nur die Bilder zueeinander in Beziehung. Photofly rendert die Bilder über dem generierten Dreiecksnetz.
Photoysynth ist cool, aber das ist schon sehr cool!
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