Nach Otto kommt Yolande

15. Juli 2011, 18:48
29 Postings

In der Kaisergruft ist noch für ein Familienmitglied Platz

Der älteste Sohn des letzten österreichischen Monarchen wird gemeinsam mit seiner Frau Regina in der Kaisergruft in der Wiener Innenstadt bestattet (siehe Grafik). In dieser befindet sich bereits der Sarg von Kaiserin Zita, Ottos Mutter.

In der Kapelle erinnert eine Gedenkbüste an Karl I., der auch nach seinem Tod nicht aus dem Exil zurückgekehrt ist: Seine sterblichen Überreste befinden sich in der Kirche Nossa Senhora do Monte in Funchal auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Beim Requiem im Stephansdom wird allerdings eine Reliquie von Ottos Vater nahe dem Hauptaltar aufgestellt werden. Er wurde 2004 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Ursprünglich sollten in der Kaisergruft nur Kaiser Matthias (1557-1619) und seine Frau Anna begraben werden. Anna legte 1618 testamentarisch fest, dass ein Kapuzinerkloster samt Begräbnisstätte innerhalb der Stadtmauern errichtet werden soll. Im Laufe der Zeit wurde die Gruft mehrmals erweitert, zuletzt in den 1960ern. Die Aufnahme Otto Habsburgs erfolgt nach jahrhundertealter Anklopfzeremonie: Erst wenn er als "sterblicher, sündiger Mensch" bezeichnet wird, öffnet sich die Pforte.

Unter der Kapuzinerkirche wurden bisher 146 Personen beigesetzt, zuletzt Ottos Bruder Carl Ludwig (2008). Dessen Witwe Yolande de Ligne wird ebenfalls dort Aufnahme finden. Dann endet die Tradition, vorerst jedenfalls. "Kann schon sein, dass in 20 Jahren ein weiteres Mitglied der Familie in der Gruft begraben werden will", sagt der 79-jährige Pater Gottfried, Kustos der Kapuzinergruft, "aber mich betrifft das dann nicht mehr." (APA, stem, STANDARD-Printausgabe, 16./17.7.2011)

  • Der letzte Weg des Kaisersohns.
    grafik: der standard

    Der letzte Weg des Kaisersohns.

Share if you care.