Otto Habsburgs letzter öffentlicher Auftritt

Livebericht | 15. Juli 2011, 15:02

Mit viel Pomp und einem enormen administrativen Aufwand wurde das Begräbnis von Otto Habsburg-Lothringen begangen. Die Wiener Innenstadt glich einer überdimensionalen Theaterbühne mit zahlreichen Traditionsverbänden und Monarchie-Fans, die sich noch einmal in k.u.k.-Schwelgereien übten und in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen wollten. Beim Requiem im Stephansdom begrüßte Kardinal Christoph Schönborn den ältesten Sohn Ottos als "Erzherzog Karl", auch während der Messe schien die österreichische Bundesverfassung teilweise außer Kraft gesetzt - vor den Augen der Staatsspitze. Die musikalische Inszenierung des Requiems von Michael Haydn war großartig, irritierend wirkte, dass am Ende der Totenmesse eine Strophe der Kaiserhymne angestimmt wurde - Schönborn euphemisierte davor etwas von der "alten Volkshymne". Nach einem 2,4 Kilometer langen Trauerzug vom Stephansdom über Graben, Heldenplatz und Ring wurde der Sarg mit dem Anklopfritual in die Kapuzinergruft übergeben. Ein zusammenfassender Rückblick ist hier zu finden.

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