Nicht die erste Absage eines international wichtigen Termins
Wien - Der genaue Grund, warum Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Mittwoch keine Zeit fand, den polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski zu treffen, ist nun bekannt. Kanzler-Sprecher Nedeljko Bilalic hatte die Absage Anfang der Woche mit einer "Terminkollision und privaten Verpflichtungen" begründet. Der Bundeskanzler sei mit seiner Tochter aus erster Ehe verreist, wurde Bilalic jetzt in der Tageszeitung "Die Presse" konkreter.
Kritiker attestieren Faymann zwar, bei internationalen Auftritten in Brüssel an Routine gewonnen zu haben. Fleiß habe er auch mit seinen privaten Englisch-Stunden bewiesen. Dennoch scheint die Außenpolitik bis heute nicht gerade das Liebkind des früheren Wiener Wohnbaustadtrats zu sein. So listet die "Presse" auf, wie Faymann im März 2009 das Europaforum Lech ausfallen ließ, im Sommer 2009 den Balkan-Gipfel in Salzburg abblies und auch zur Eröffnung des "Hauses der EU" in Wien, zu der fast alle Brüsseler Spitzen bis hin zu Kommissionspräsident José Manuel Barroso anreisten, erschien der Kanzler nicht. (red, derStandard.at, 15.7.2011)