Bei einem Ausflug mit einem Kleinkind müssen Eltern vieles bedenken - Der richtige Sonnenschutz ist besonders wichtig
Linz - In den Sommermonaten Juni bis August kommen in Österreich jährlich rund 20.000 Babys zur Welt. Die meisten Eltern möchten die Sommerzeit mit ihrem Nachwuchs lieber im Freien als in der Wohnung genießen. Eltern sind vor einem Ausflug ins Freie mit vielen Fragen konfrontiert: Schützt Kleidung ausreichend? Darf man Babys eincremen? Kann man mit
meinem Neugeborenen ins Freibad gehen? Ganz wesentlich ist in den ersten Lebensmonaten der richtige
Sonnenschutz für die empfindliche Babyhaut.
Dünne, empfindliche Babyhaut
"Bei Säuglingen sind körpereigene
Sonnenschutzmechanismen quasi nicht vorhanden", warnt Reinhold Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder und Jugendliche am
LKH Leoben und Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und
Jugendheilkunde in einer Aussendung. Selbst bei Kindern im Volksschulalter sind sie noch nicht ausreichend
ausgeprägt. Zarte Babyhaut ist extrem dünn und empfindlich. Bereits 10 Minuten ungeschützt in der Sonne könnten ausreichen, um die Haut eines Säuglings zu verbrennen.
Hier sei vor allem die Verantwortung der Eltern gefragt. "Sonnenbrand bei Babys ist eine Form von Kindesmisshandlung. Das muss man so klar sagen, auch wenn sie meistens aus Unwissenheit resultiert", so Kerbl. Abgesehen von den unmittelbaren Schmerzen, werde auch das spätere Risiko für Hautkrebs durch Sonnenbrände in früher Kindheit deutlich erhöht.
Tipps zum Schutz von Babys in den ersten Lebensmonaten
- Nur im Schatten aufhalten: Kinder unter einem Jahr sollten niemals der direkten Sonne ausgesetzt sein. Dennoch sollte die UV-Belastung auch im Schatten und an wolkigen
Tagen nicht unterschätzt werden. Auch im Schatten und an trüben Tagen
erreichen uns mehr als 50 Prozent der UV-Strahlung - das heißt auch hier ist richtiger Schutz nötig.
- Um die Mittagszeit im Haus bleiben: Die Mittagsstunden wenn möglich im Haus verbringen, speziell in den ersten Lebensmonaten des Babys.
- Schutz durch Kleidung: Der Temperatur angemessene Kleidung ist für Babys der wichtigste Schutz.
- Kopfbedeckung: Immer auch den Kopf des Kindes mit einem Hut schützen.
- Passende Sonnencreme auswählen: Speziell für das erste Lebensjahr
werden physikalische/mineralische Sonnenschutzfilter, die die UV-Strahlung durch Mikropigmente
an der Hautoberfläche reflektieren, empfohlen. Sonnenschutzcremes mit chemischen Filtern sollten für Babys nicht verwendet werden, da sie zu allergischen Reaktionen führen können. Es gibt wenige Sonnenschutzcremes auf chemischer Basis, die auch für Babys unter einem Jahr geeignet sind (Apotheke).
- Ungeschützte Körperstellen eincremen: Alle Körperstellen, die nicht durch Kleidung geschützt sind, sollten unbedingt eingecremt werden. Neben Gesicht und Händen beim Eincremen unbedingt auch auf Fußsohlen,
die Ohren oder den Bereich um die Augen achten, wenn diese ungeschützt
sind.
- Passende Kleidung: Während Eltern für Säuglinge leichte helle Kleidung aus
Naturfaser bevorzugen, bietet diese jedoch einen weit weniger guten
UV-Schutz als dicht gewobene dunkle Kleidung. Für die Kleinkinder ist es andererseits an heißen Hochsommertagen am angenehmsten,
möglichst wenig anzuhaben. Unbedingt beim beim Ausziehen darauf achten,
ungeschützte Stellen zusätzlich einzucremen.
Diese Empfehlungen gelten nicht nur für den Urlaub am Strand oder den Aufenthalt im Freibad, sondern auch bei einem Spaziergang, so Kerbl abschließend. (red, derStandard.at)