Slavo Kukic hat sich nicht die notwendigen Abgeordnetenstimmen der drei Staatsvölker gesichert
Sarajevo - Der Kandidat für das bosnische Premiersamt Slavo
Kukic hat sich im Abgeordnetenhaus des bosnischen Parlamentes am
heutigen Donnerstag nicht die notwendige Unterstützung der drei
Staatsvölker - Bosniaken, Serben und Kroaten - gesichert. Bei der
sogenannten Entitätsabstimmung erhielt Kukic die Unterstützung von 17
Abgeordneten, gegen ihn haben elf Abgeordnete aus den Reihen der
bosnisch-serbischen Parteien und der zwei führenden Parteien der
bosnischen Kroaten - HDZ und HDZ 1990 - gestimmt. Entsprechend den
Regeln muss der Premierskandidat von mindestens einem Drittel der
Abgeordneten aller drei Staatsvölker unterstützt werden.
Der 57-jährige Soziologieprofessor aus Mostar hatte sich zuvor
Ende Juni bereits einmal eine einfache Mehrheit im Vertreterhaus
gesichert, aber nicht auch die notwendige Unterstützung der drei
Staatsvölker. Kukic war für das Premiersamt von der
Sozialdemokratischen Partei vorgeschlagen worden.
Nach dem Scheitern von Kukic bei der Entitäts-Abstimmung ist
nun
erneut das dreiköpfige Staatspräsidium am Zug. Dieses muss dem
Parlament innerhalb von acht Tagen einen neuen Kandidaten für das Amt
des Ministerpräsidenten vorschlagen. (APA)