Internationale Studie

Wald kann deutlich mehr CO2 speichern als angenommen

16. Juli 2011, 17:57

Untersuchung zeigt: Wälder sind praktisch für die gesamte terrestrische Kohlenstoff-Speicherung verantwortlich

Wien - Der Wald kann offenbar deutlich mehr Kohlendioxid speichern als bisher angenommen. Weltweit schlucken die Wälder rund 2,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr, das entspricht 8,8 Milliarden Tonnen CO2. Zwischen 1990 und 2007 war das in Summe rund ein Drittel des Kohlenstoffs, der in dieser Zeit durch die Verwendung fossiler Brennstoffe freigesetzt wurde, wie eine in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science veröffentlichte internationale Studie zeigt.

"Die Wälder sind damit praktisch für die gesamte terrestrische Kohlenstoff-Speicherung verantwortlich", erklärte einer der Autoren, Anatoly Shvidenko, vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien. Andere Landschaften und Landnutzungsformen wie landwirtschaftliche Flächen, Grasland oder Tundra spielen auf globaler Ebene keine Rolle als CO2-Speicher bzw. seien bestenfalls CO2-neutral, indem sie ebenso viel Kohlenstoff aufnehmen wie sie abgeben.

Ungenaue Schätzungen

Die bedeutende Rolle der Wälder als globale "Staubsauger" des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 war schon lange klar, die neuen Daten würden aber deren überragende Bedeutung als terrestrische CO2-Senke belegen, heißt es seitens des IIASA. Die bisherigen Schätzungen stammten aus 1994 und waren deutlich ungenauer als die aktuellen Berechnungen, die neueste Daten und Methoden berücksichtigten, sagte Shvidenko.

Derzeit sind in weltweit knapp vier Milliarden Hektar Wald mehr als 860 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert, der Großteil davon (383 Milliarden Tonnen bzw. 44 Prozent) im Boden und in der lebenden Biomasse (363 Milliarden Tonnen bzw. 42 Prozent).

Die - vom Menschen noch unbeeinflussten - tropischen Regenwälder zeichnen für die Aufnahme von mehr als einer Milliarde Tonnen Kohlenstoff pro Jahr verantwortlich. Der boreale Nadelwald in den nördlichen Zonen, primär in Kanada und Russland, schluckt 500 Millionen Tonnen pro Jahr, während die Wälder in den gemäßigten Zonen jährlich rund 780 Millionen Tonnen Kohlenstoff speichern.

Positive Wiederaufforstung

Die Studie zeigte auch die gravierenden Effekte der Entwaldung: Durch Abholzung würden jährlich 2,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff freigesetzt. Höher als erwartet ist dagegen der positive Effekt von Wiederaufforstungen, speziell bei den tropischen Regenwäldern. "All das illustriert deutlich wie notwendig es ist, die Abholzung der Regenwälder zu reduzieren und damit die Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre zu limitieren", wird der Hauptautor der Studie, Yude Pan, vom US Forest Service in der IIASA-Aussendung zitiert.

Doch auch in den Wäldern des Nordens lauern Gefahren. Viele dieser Wälder würden nicht nachhaltig bewirtschaftet und Schätzungen gehen davon aus, dass in den hohen nördlichen Breiten alleine 500 bis 900 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Permafrostboden gespeichert sind, so Shvidenko. Das Auftauen dieser Böden bzw. mehr Waldbrände durch die Klimaerwärmung könnte große Mengen an Kohlenstoff in dieser Region freisetzen. (red/APA)

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Langschluss
00
20.7.2011, 12:52

Schade - so wie ich die Politiker kenn werden die die Studie anders auslegen: "Na eben, is ja e net so schlimm, da könnma noch a bissl mehr Abgase produzieren"

vermieter2
21
19.7.2011, 00:21
KLARA Himmel wird seit einiger zeit vermisst

bitte helfen sie mit den fall aufzuKLÄREN

weitere informationen finden sie hier

http://neunzehnhundert84.wordpress.com/2011/07/1... ra-himmel/

DANKE für IHRE MIT-ARBEIT

GE
10
18.7.2011, 13:36

na wenn das die ÖVP Gemeinden lesen, dann gibt es gleich in jedem Ort 3 weitere Hackschnitzelheizwerke.
Ach ist ja kein Heizen, ist ja alles Biomasse, und bei Bio ist ja alles sowieso sehr gesund!

Langschluss
00
20.7.2011, 12:51

Genau! Besser mit Öl heizen, oder?!

woifee 0.0
10
18.7.2011, 23:20

Gut dass Sie uns zeigen, dass Sie keine Ahnung haben.

Schemieschenie
00
17.7.2011, 19:40
George Bush hat damals schon das Problem erkannt:

http://catcyclone.wordpress.com/2011/07/1... l-warming/

;-)

Don schlau on
00
17.7.2011, 19:21
Das große Schönrechnen beginnt (oder ist schon lange im Gang)

Man setzt Ziele die man nie erreicht, bevor man überhaupt überlegt wie man sie erreichen könnte und was für entbeerungen dafür notwendig sind.

Anschließend betrügt man sich selbst, durch Schönrechnen nach allen Regeln der Kunst der Statistik

ma-cher
 
11
17.7.2011, 13:44
Die Welt ist deutlich anders

als angenommen.

site:°~+*-||!#.\>
17
17.7.2011, 03:10

Ist doch eine erfreuliche Nachricht.

Na dann, statt landwirtschaftliche Flächen für die unnötige Biospritproduktion zu vergeuden oder noch mehr überflüssige Milliarden-Autobahnen zu bauen, einfach diese Flächen aufforsten.

Und das noch dazu
00
16.7.2011, 23:55
Vor allem die Mittelklasse sollte sich wieder darauf besinnen...

...werterhaltende Massivmöbel zu kaufen. Die halten für Generationen.
Der Kauf von diesen billigen IKEA-Möbel, oder wie immer sie heissen ist ein Wahnsinn. In ein paar Jahren gehen diese Möbel in die Müllverbrennungsanlage und der Kohlenstoff entweicht in die Atmosphäre. Und das ganze beginnt wieder von forne.
Bei Qualitätsmöbel bleibt der Kohlenstoff für Generationen gebunden. Der Wald hat eine Chance zu wachsen.

No_lD
00
17.7.2011, 13:09
ikea

Ganz zu schweigen vom formaldehyd, aber die uninformierte masse WILL DAS anscheinend...

nix fir unguad
12
16.7.2011, 23:50
Bei einer wachsenden Weltbevölkerung und des Wohlstandes wird man die...

...Entwaldung für mehr Anbauflächen nicht stoppen können, aber es gibt Möglichkeiten den Rodungsbedarf zu verlangsamen. Die Brandrodung ist Unsinnig. Der Kohlenstoff steigt in die Atmosphäre und sollte eher anderwertig gebunden werden.
Nutzhölzer werden aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin als Baumaterial oder für Möbel genutzt werden. Aber die Büsche, Sträucher und Unterholz sollte zu Biochar verarbeitet werden und in die neuen Anbauflächen eingearbeitet werden. Das bindet nicht nur den Kohlenstoff im Erdreich sondern verlangsamt das Auslaugen der Böden und dadurch sinkt auch der Druck für neue Brandrodungen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Biochar
Das ist effiktiver als die unsinnige PV-Förderung!

Mundle
01
18.7.2011, 11:30

Was hat Biochar mit Photovoltaik zu tun?

Zwar finde ich Biochar gar nicht mal so schlecht, aber die beiden Themen schliessen sich doch nicht gegenseitig aus und haben beide ihre Vor und Nachteile.
Oder wollen sie auf den Stadtdächern Bäume anpflanzen um irgendwann damit Biochar zu erzeugen und thermisch zu nutzen?(Wobei thermisch wiederum sehr ineffizient ist im Bezug auf Strom)

nix fir unguad
11
18.7.2011, 22:49
PV ist eine der teuersten Methoden der CO2-Vermeidung

Bei zusätzlichem Ausbau liegen die Vermeidungskosten bei PV über der €1500 pro Tonne CO2. Mit zunehmendem Ausbau der Erneuerbaren Energien steigen diese Vermeidungskosten bis in das Unendliche. Bei zu hohem Ausbau der EE kann sogar eine zusätzliche Produktion durch Solarzellen einen CO2-Ausstoss von 150kg/MWh bewirken.
Mit dem selben Geld das an den Ausbau von PV verschwendet wird könnte man über Biochar ein vielfaches an Tonnen von CO2 einsparen/binden.
Darin liegt der Zusammenhang. Das Geld muss so effizient wie nur möglich verwendet werden.

fritz1004
00
16.7.2011, 22:07

Erfreulich!
Aber wie geht das eigentlich?
Wieso ist bestehender Wald nicht CO2 neutral? Im Artikel (und auch im Abstract) lese ich nicht, daß diese Kohlenstoffspeicherung auf wachsende Waldflächen zurückzuführen ist.
Wie kann Wald Kohlenstoff aufnehmen? Klar, die bestehende Biomasse enthält welchen, doch wie wird es beständig mehr?

W_O_L_F_G_A_N_G
00
18.7.2011, 09:34

Schon mal dran gedacht, dass in einem Wald PERMANENT viel Biomasse herumsteht - über und unter der Erde?

Der Denkfehler ist, nur für einen einzelnen Baum zu bilanzieren.

fritz1004
00
19.7.2011, 22:28

?
permanent viel C im Wald (klar!); Denkfehler - einzelnen Baum bilanziert (wo).
Posting vorm Antworten gelesen?
;-)

W_O_L_F_G_A_N_G
00
19.7.2011, 22:34

Ein einzelner Baum verrottet nach dem Tod. => Nullsummenspiel, CO2-neutral.

Ein ganzer Wald verrottet im Normalfall nie. => Nicht CO2-neutral, sondern C-Senke.

Alles klar?

fritz1004
01
19.7.2011, 23:42
Völlig klar!

Scherzkeks!

fritz1004
00
19.7.2011, 23:57

und falls Sie das doch ernst meinten...
In einem vom Menschen unberührten Wald wachsen Bäume, sterben Bäume und vermodern Bäume. In unseren Breiten gibt es Wald seit Ende der Eiszeit. Die Bäume sind aber keine 10000 Jahre und mehr alt. Tropischen Regenwald gibt es noch länger. Also ein Gleichgewicht von (sehr viel) im Holz usw. gespeichertem CO2. Wenn es immer mehr werden sollte, bräuchte es immer mehr Bäume, also müßte die Waldfläche wachsen (vielleicht), oder der Wald immer dichter werden (geht eher nicht über Jahrtausende), oder im Boden abgelagert werden (das könnte vielleicht gemeint sein). Jedenfalls ist der Science Artikel bzw. die IIASA Studie nicht so wiedergegeben, daß verständlich wäre, was die meinten.

hlg
10
20.7.2011, 07:23
der biogatsch fliesst mit dem wasser ab...

und landet irgendwo am grund anaerob...

fertig.

es sind nicht die bäume, die sind nur die maschine...

das produkt ist biomasse.

und die wird abtransportiert.

gerade ohne menschlichen eingriff durch...

regulierung, ausholzen, "pest"-i-zide etc...

besser als mit.

aber so deutlich will man ihnen das offenbar nicht sagen.

fritz1004
00
20.7.2011, 10:34

Das kann ich mir gut vorstellen. Ich sah vor Jahren einmal den Amazonas nach Ende der Regenzeit. Das sind Wälder!, die da auf dem Fluß herumschwimmen (und am Grund das Atlantiks landen werden...)

hlg
00
20.7.2011, 17:11
wie ist die sichtweite...

im amazonas?

was glauben sie, was trübt ihren blick?

fritz1004
00
20.7.2011, 20:15
Die Sichtweite...

Tauchst Du beim Baden den Kopf unters Wasser, ist es dunkel.
Der Amazonas ist allerdings recht grau, er kommt ja aus den Bergen, und ist voll Sand und mineralischem Schlamm. Sie spielen auf die Huminsäuren an. Die Nebenbächlein, die in den Amazonas münden, die sind alle schön goldgelb, bei größerer Wassertiefe braun, aber man sieht einige Meter. Im Amazonas geht das dann im Grau unter. Dafür... was da Grünzeug oben drauf mit runter schwimmt - eben, ganze "Wälder".

ravenna
00
17.7.2011, 11:00

Kleine Info: Pflanzen haben die Angewohnheit, zu wachsen!

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