Die Volkspartei auf Energie-Tour in Ostösterreich - Spindelegger: "Grüne Energie ist ein ideologisches Anliegen"
Wien - Es gibt ein neues Lieblingswort im Sprachgebrauch von Österreichs ÖVP-Politikern, und das ist nicht Leistung. Es lautet erneuerbare Energie und wer darüber spricht, muss sie auch gesehen haben, also ordnete ÖVP-Obmann Michael Spindelegger einen "Erneuerbare Energie"-Ausflug an, verfrachtete seine Minister in einen Bus und bereiste mit ihnen am Donnerstag Ostösterreich.
Umweltminister Nikolaus Berlakovich, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Finanzministerin Maria Fekter, Staatssekretär Wolfgang Waldner und Klubobmann Karlheinz Kopf sowie Generalsekretär Hannes Rauch warfen sich in ihre Ausflugsuniformen - Einheitsfarbe: Khaki - und besuchten Vorzeigemodelle: zuerst das Wasserkraftwerk Freudenau, dann die Fotovoltaikanlage in Zwentendorf.
Vor den Mauern des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf bekräftigte der Parteichef, was sein Klub in einer Deklaration bereits vor Wochen verlautbart hatte: "Grüne Energie ist für die Volkspartei ein ideologisches Anliegen."
Und für ihn persönlich eines seit Jugendtagen, ließ sich der Vizekanzler zu einer Anekdote hinreißen: Bei der Volksabstimmung über das AKW durfte er zum ersten Mal wählen - und stimmte mit Nein. Schon damals habe ihn Atomkraft "nicht überzeugt".
Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll ließ es sich nicht nehmen, die angereiste halbe Regierungsmannschaft in seinem Heimatland zu begrüßen und zum Mittagessen in einen Gasthof zu begleiten. Ihm reichte dieser Energieschub, die Minister fuhren weiter in den Energiepark Windkraft in Bruck an der Leitha.
Die ÖVP und grüne Energie sei eine "Erfolgsgeschichte, die schon länger dauert", erklärte Karlheinz Kopf, bevor sich die Mannschaft in die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt aufmachte, zu einem Biomassewerk. Die Öko-Ziele der ÖVP bleiben: im Jahr 2012 ein Energieeffizienzgesetz, Energieautarkie bis 2050, atomstromfrei bis 2015. (nik, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.7.2011)