Erneuerbare Energien

Umweltpolitik: Khaki ist das Grün der Schwarzen

14. Juli 2011, 17:41
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    foto: dapd/punz

    Wie funktioniert das mit der erneuerbaren Energie? ÖVP-Minister auf einer Spurensuche.

Die Volkspartei auf Energie-Tour in Ostösterreich - Spindelegger: "Grüne Energie ist ein ideologisches Anliegen"

Wien - Es gibt ein neues Lieblingswort im Sprachgebrauch von Österreichs ÖVP-Politikern, und das ist nicht Leistung. Es lautet erneuerbare Energie und wer darüber spricht, muss sie auch gesehen haben, also ordnete ÖVP-Obmann Michael Spindelegger einen "Erneuerbare Energie"-Ausflug an, verfrachtete seine Minister in einen Bus und bereiste mit ihnen am Donnerstag Ostösterreich.

Umweltminister Nikolaus Berlakovich, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Finanzministerin Maria Fekter, Staatssekretär Wolfgang Waldner und Klubobmann Karlheinz Kopf sowie Generalsekretär Hannes Rauch warfen sich in ihre Ausflugsuniformen - Einheitsfarbe: Khaki - und besuchten Vorzeigemodelle: zuerst das Wasserkraftwerk Freudenau, dann die Fotovoltaikanlage in Zwentendorf.

Vor den Mauern des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf bekräftigte der Parteichef, was sein Klub in einer Deklaration bereits vor Wochen verlautbart hatte: "Grüne Energie ist für die Volkspartei ein ideologisches Anliegen."

Und für ihn persönlich eines seit Jugendtagen, ließ sich der Vizekanzler zu einer Anekdote hinreißen: Bei der Volksabstimmung über das AKW durfte er zum ersten Mal wählen - und stimmte mit Nein. Schon damals habe ihn Atomkraft "nicht überzeugt".

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll ließ es sich nicht nehmen, die angereiste halbe Regierungsmannschaft in seinem Heimatland zu begrüßen und zum Mittagessen in einen Gasthof zu begleiten. Ihm reichte dieser Energieschub, die Minister fuhren weiter in den Energiepark Windkraft in Bruck an der Leitha.

Die ÖVP und grüne Energie sei eine "Erfolgsgeschichte, die schon länger dauert", erklärte Karlheinz Kopf, bevor sich die Mannschaft in die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt aufmachte, zu einem Biomassewerk. Die Öko-Ziele der ÖVP bleiben: im Jahr 2012 ein Energieeffizienzgesetz, Energieautarkie bis 2050, atomstromfrei bis 2015. (nik, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 45
1 2
Sun Zi der II
00
15.7.2011, 14:34
Wo ideologie das Denken erspart, ...

...dort ist kein Platz für Vernunft! Beim Thema "Öko" ist sowieso schon alle Vernunft verpufft.

oblomow II
00
15.7.2011, 14:03
mir ist das grundsätzlich eher wurscht

... nur
dass die pv und windkraftbegeisterten immer die kosten der backupsysteme nicht mitrechnen,
finde ich ein bissi unredlich

rein hobbymäßig und weil ich es mir leisten kann, erzeuge ich mir seit 2 jahren meinen strom selbst mit einer kombination aus solar und kleinwasserkraft im speicherbetrieb

wie gesagt... hobby, selbstverbrauch
ich verlang wenigstens nicht, dass mir wer anderer meinen wahn finanziert ...

Mary Nosch
00
16.7.2011, 14:14
Das Back Up-"Argument"

ist keines: Am Vortag weiss man bei PV und Wind mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 %, wie der Ertrag in 24 Stunden sein wird. Und die (Spitzen-)Kraftwerke sind vorhanden. Abgesehen davon, dass gerade PV-Strom Großteils in der unmittelbaren Umgebung fast ohne Leitungsverluste verbraucht wird.
Modernes Lastmanagement ist eine Herausforderung, aber sicher kein dramatisches Problem, wie uns das die Stromkonzerne weissmachen wollen.
Ansonsten Oblomow sind Sie ein ganz Braver - LOB!

oblomow II
00
17.7.2011, 09:30
trotzdem

müssen sie gebaut, erhalten und unter "dampf gehalten" werden.
bei so kleinen anlagen wie meiner ists ein kleiner 2zylinder diesel, der hat auch was gekostet, auch wenn er nur selten (winter) läuft.
auch wenn ich ein sonderfall bin (wohne extrem abseits, fuchs und hase sind meine nachbarn), so kann man bei mir im kleinen sehr gut beobachten, dass besonders pv nicht eitel sonnenschein ist.

oblomow II
00
16.7.2011, 15:58
lobens nicht mich

... ist das spielzeug meines sohnes

sanjoaquin
 
23
15.7.2011, 09:47
Warum sollte die ÖVP gegen Grün sein?

Das Klientel der ÖVP ist der Hauptprofiteur der derzeitigen Ökohysterie. Wer früher an die jungfräuliche Geburt glaubte, der glaubt heute uneingeschränkt und von Sachwissen unbeleckt an die Klimaerwärmung. Ganz vorne dran die Journalisten aus dem raiffeisendominierten Sektor. Cui bono? Biosprit: der grüne Riese! Einspeiseregelung für Biomasse: Holzindustrie! Marktführer bei Windkraft: Aktionärsfamilie bei BMW! Müll, der dann doch wieder zusammengeworfen wird: Abfallentsorger. Praktisch alle großen Nachhaltigkeitsprojekte der letzten Jahre sind reine Profitdeals auf Kosten der Allgemeinheit. Die Grünen machen die Schwarzen reich mit ihrem Gekrähe nach Subventionen und überteuerten Marktpreisen.

Hans Funkelfels
02
15.7.2011, 11:39

Ob Menschenverursache Klimaerwärmung oder nicht, dass man auf Dauer nur Nachhaltige Energiegewinnung benutzen kann, sollte sogar den Dümmsten einleuchten.

sanjoaquin
 
20
15.7.2011, 12:25
Sie haben Recht,

aber das ist genau das Problem. Die ganze Klimahysterie hat nämlich bislang nur den Dümmsten eingeleuchtet und deshalb finanzieren die auch schön brav jeden Blödsinn angefangen von Photovoltaik im Zillertal bis zu Pelletheizungen in der Wiener Innenstadt. Problematisch wird es nur, wenn die Dümmsten irgendwann einmal mehrheitsfähig sind.

Hans Funkelfels
01
15.7.2011, 13:44

Sie drehen da Logik herum. Die "Dümmsten" sind die, die noch immer auf fossile Energieträger setzen. Egal ob erneuerbare Energieträger genutzt werden, weil man entweder auf nachhaltige Lösungen setzt, oder wegen Klimawandel (real oder nicht).

sanjoaquin
 
21
15.7.2011, 18:25
Was wollen Sie denn von mir?

Da gibt's keine Logik zum Herumdrehen. Ich hab Ihnen doch schon bestätigt, dass die nachhaltige Energieversorgung bislang den Dümmsten bereits vollumfänglich eingeleuchtet hat.

wolfgang gaerber
04
15.7.2011, 09:31
UND MORGEN... BESUCHEN SIE DAS INTERNET

.... Wow ....
Den Onkel zu provozieren und sich auch noch auf ein Essen einladen lassen - coole gang.

sainty1
13
15.7.2011, 07:29
warum lügen die ÖVP dermaßen viel wenns ums

Thema Umwelt geht? ich verstehs nicht..seit Jahrzehnten ruinieren sie Österreich mehr und mehr und sehen es nicht mal..

Mary Nosch
00
14.7.2011, 23:42
GRAU

trug Wirtschaftsminister Mitterlehner, nicht Khaki!
Was auch besser zu seiner eher ambivalenten Haltung zur seitens der Parteispitze verordneten Energiewende passt. Das kann ja noch vergnüglich werden:
ÖVP gegen eigenen Wirtschaftminister. Letzterer - RETRO PUR - muss hier für WKO (Wirtschaftskammer), WB (Wirtschaftsbund) und IV (Industriellenvereinigung) die Fahne hoch halten; ein saurer Job.

märchenonkel
00
14.7.2011, 23:19
"Grüne Energie ist ein ideologisches Anliegen" ... da hat er aber Glück, dass das nicht seine Ideologie ist, der Herr S.

nix fir unguad
71
14.7.2011, 22:50
Ich will hier auf einen guten Artikel verweisen:

http://diepresse.com/home/wirt... t/index.do
Nur möchte ich da hinzufügen dass die angeführten CO2-Vermeidungskosten von €950 pro Tonne für Österreich zu niedrig angegeben sind. Nach meinen nachvollziehbaren Kostenschätzungen liegen die eher um die €1300. In Deutschland steigen diese sogar auf ein Vielfaches.
Für meinen Freund Fritz will ich nur wiederholen dass die PV-Förderung sozial ungerecht ist da diese eine Umverteilung von Arm zu Reich bewirkt. Geringverdiener werden gezwungen die hohen Renditen der fetten Speckgürtelbewohner und Bauern zu finanzieren.

ste rei
02
15.7.2011, 11:05
soviel zu den Kosten

Mal hier unvoreingenommen lesen
http://www.wirtschaftsblatt.at/home/mein... l_pos=5.DT

nix fir unguad
10
15.7.2011, 17:02
Ein Kompliment: So viel Schmarren muss ein Mensch einmal produzieren können

luke skywalker
05
15.7.2011, 00:04
1300€ ??

Die Erzeugungskosten von PV gehen Richtung 20 Cent.
Die Erzeugung 1KWh fossilen Strom verursacht einen CO2-Ausstoss von rund 1kg.

Somit kostet die CO2-Vermeidung mit der teuerst möglichen Technologie - mit Photovoltaik - rund 200€ pro Tonne.

Bei Wind weitaus weniger.

Und Ihre Neidkomplexe bezüglich Photovoltaik für Einfamilienhäuser werden langsam krankhaft.
Sie sollten einen Therapeuten aufsuchen diesbezüglich.

Und das noch dazu
30
15.7.2011, 01:18
Ich werde meine Kommentare so lange Posten wie es mir passt

Wenn Sie sich als sozialer Ausbeuter angesprochen fühlen ist das Ihre Sache. Wenn Ihnen meine Postings ärgern, dann müssen Sie diese auch nicht lesen.
Ich werde meine Postings so lange veröffentlichen bis die Nachricht an die Bevölkerung durchgesickert ist.
Ich halte Sie ja auch nicht davon ab Ihre unsinnigen Postings zur ÖBB unter VERKEHR zu veröffentlichen. Ich weise Sie lediglich darauf hin dies dort zu machen, und dass Ihre unsinnigen Forderungen deswegen die Solarförderung zu erhöhen eine Schnapsidee ist.
Solarförderung ist ineffizient und eine sozialeUngerechtigkeit, und dabei bleibts.
Ich wohne übrigens in einem Nobelvorort einerGrossstadt und habe ein Haus im 'Grünen'.Ich persönlich verspüre keinen Neid gegenüber Speckgürtelbewohner

nix fir unguad
23
15.7.2011, 01:01
Machen wir mal das alles ganz langsam und von vorne

Die Einspeisevergütung liegt bei 25c/kWh. Der konventionelle Strompreis beträgt 5c. Also kostet die PV 20c mehr.
Wenn die Einspeisung von PV zunimmt werden die Gaskraftwerke zurückgeregelt. Diese stossen bei Nennlast 380kg CO2/kWh aus. Nun laufen diese Gaskraftwerke unter geringerer Last mit einem verschlechterten Wirkungsgrad und stossen sagen wir 20% mehr CO2 aus. Der Einsparungseffect ist nicht mehr 380kg, sondern nur mehr 304kg. Nun hat aber die PV-Installation auch einen CO-2 Ausstoss von 150g/kWh verursacht. Nun liegt der Einsparungseffect bei ganzen 154g/kWh. Wie oft geht 145g in einem kg? Genau, 6,5 mal. Macht genau €1300 pro tonne vermiedenem CO2.
Auch die €750 wie im Artikel wären zu hoch.

nix fir unguad
10
15.7.2011, 17:55
Die Zurückregelung wird durch die variablen Grenzkosten der Kraftwerke bestimmt

Die sind bei einfachen GasturbinenKW am höchsten. die können auch kurzfristig ab-& zugeschaltet werden. Meines Wissens hat Österreich keines davon.
Österreich hat einfache DampfkesselKW und ein paar GuD KW. Die können über die Mittagszeit nur zurückgeregelt werden, weil das Anfahren wieder ein paar Stunden dauern würde - von den Kosten ganz zu schweigen.
Erst wenn die GasKW so weit wie praktisch zurückgeregelt sind regelt man KohleKW zurück. Da ist die Wirkungsgradverschlechterung noch gravierender. Die CO2-Einsparung beträgt bei 25% Last nur 50t/MWh. Mit PV erhöht sich dabei sogar der CO2-Ausstoss. Ich habe das einmal vor kurzem vorgerechnet.
Die PV ist ein sauteurer sinnloser Schildbürgerstreich und höchst unsozial.

Hans Funkelfels
22
15.7.2011, 11:44

"verschlechterten Wirkungsgrad und stossen sagen wir 20% mehr CO2 aus"

Die Argumentation / der Faktor ist lächerlich! Gut deutsch: Die pösen Solarkraftwerke bringen die armen Gaskraftwerke dazu mit niedrigere Effizienz zu arbeiten!

Lächerlich.

luke skywalker
12
15.7.2011, 10:19
Gut, dann anders. Sie Drehen die Argumentationen herum ....

Heute werden im günstigsten Fall 38Cent vergütet
und das für die ~ halbe Anlagenlebensdauer.

Die Produktionskosten liegen somit schon bei ~ 20 Cent oder darunter.
Wenn man nun den Strom rechnet den man ersetzt der auch 5 Cent kostet, hat man Mehrkosten von 15 Cent.
Und bitte jetzt nicht mit Kohlekraft produzieren, und Gasstrom ersetzen. Das ist eine kuriose Argumentation.
Wie in anderem Posting schon erwähnt, soll die Anlage 700g pro KWh CO2 ersetzen.

http://derstandard.at/plink/131... id22039271

Und im Endeffekt werden die erneuerbaren Zusammen mit Gas und Speicher Kohlegrundlast ersetzen die eben bei 800-1200g / KWh liegt.

Dann sind wir wieder bei 214€ pro t CO2.

Alles andere ist abenteuerliche Argumen.

nix fir unguad
10
15.7.2011, 17:59
Schmarrn

Ich habe Ihnen geantwortet, aber leider den falschen Antwortknopf gedrückt. Jetzt steht eben die Antwort bei mir. Lesen Sie dort.

Ja bitte
00
15.7.2011, 16:26
Kleine Denksportaufgabe:

Wenn CO2 Zertifikate 20-40€/Tonne kosten und 40€ für die produzierende Industrie wie Stahl, Papier, Chemie usw. dem vernehmen nach schon zu viel sind, äh was wollen sie dann bitte mit Ihren 214€/Tonne sagen?
Vöst u. andere zusperren anstatt auszubauen und damit 10.000ende Jobs vernichten statt etliche 1000 neue zu schaffen? Oder wir nehmen die CO2 einsparungen eben woanders her. - Klimaschutz Tempo 100 auf der Autobahn, 70 od. 80 auf der Bundesstraße und jede Woche 1-2 ganz Auto-freie Tage. Dafür kann unsere Industrie dafür wieder wachsen und Jobs schaffen :)

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