Außenminister will beschlagnahmten Flieger loseisen

14. Juli 2011, 17:27

Delegation reist nach Berlin - Rechnung für Autobahnbau seit mehr als 20 Jahren offen

Bangkok/München - Der thailändische Außenminister reist eigens nach Deutschland, um ein gepfändetes Flugzeug von Kronprinz Vajiralongkorn freizubekommen. Kasit Piromya kündigte am Donnerstag an, mit einer Delegation von Diplomaten und Juristen nach Berlin zu fliegen, um "einen großen Fehler" der Bundesregierung zu korrigieren. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, der thailändische Minister werde für Freitagabend zu Gesprächen im Ministerium erwartet. Da sich Außenminister Guido Westerwelle auf einer Reise in Lateinamerika befinde, werde die thailändische Delegation von Staatssekretärin Cornelia Pieper empfangen.

Ein Gerichtsvollzieher hatte am Dienstag in München einen Justizbeschluss vollstreckt und eine Maschine der Royal Thai Airforce auf Antrag des Insolvenzverwalters der einstigen Walter-Bau gepfändet. Damit will der Wirtschaftsprüfer Werner Schneider Schulden des thailändischen Staats über 30 Millionen Euro eintreiben. Eine Rechnung für eine Autobahn sei seit mehr als 20 Jahren offen.

Die thailändische Regierung hat erbost auf den Schritt der deutschen Justiz reagiert. Die Maschine gehöre Kronprinz Vajiralongkorn und nicht dem Staat. "Wir möchten klarstellen, dass diese Sache nichts mit dem Kronprinzen zu tun hat. Dieser Irrtum beruht offensichtlich auf Fehlinformationen des deutschen Justizsystems durch den Kläger." Während Schneider sich auf die Urteile deutscher Gerichte und eines internationalen Schiedsgerichts beruft, machen die Thailänder geltend, der Rechtsweg sei in dem Streit noch nicht ausgeschöpft.

Außenminister Kasit kritisierte, die Deutschen hätten ein Pfandsiegel auf die Boeing geklebt, ohne vorher eine Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Insolvenzverwalter Schneider blieb unterdessen hart. Die Situation sei unverändert, sagte eine Sprecherin. "Wir warten auf die Überweisung." (Reuters)

a_ludwig
01
15.7.2011, 14:34
Wir warten auf die Überweisung

Die Boeing ist bei der Thai airforce registiert und der Prinz besitzt die Airforce - dh der Thailändische Staat gehört dem Prinzen und dem darf man sein Flugzeug doch nicht wegnehmen. Schulden bezahlen braucht doch ein Prinz nicht .

h 90
01

so ein Unsinn

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