Nudeln als unerlaubtes Wahlgeschenk

Andrea Waldbrunner aus Bangkok, 14. Juli 2011, 17:07
  • Artikelbild
    foto: apichart weerawong/ap/dapd

    Yingluck Shinawatras Angelobung wird sich verzögern.

Wahlkommission leitet Untersuchung ein

Wie nach nahezu jeder Wahl beginnt auch in Thailand jetzt eine zweite Wahlschlacht - und zwar vor Gericht.

Hunderte Einsprüche müssen nun geprüft werden. Unter anderem gegen Yingluck Shinawatra, die schon bald als erste Premierministerin Thailands angelobt werden will.

Sie hatte mit ihrer Phue-Thai-Partei bei der Parlamentswahl vor knapp zwei Wochen die absolute Mehrheit geholt und bereits mit mehreren Kleinparteien eine Koalition ausverhandelt. Sie sieht sich jetzt aber mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ihr Bruder, der im Exil lebende Multimilliardär Thaksin Shinawatra und wahre Lenker der Phue Thai, unerlaubt Wahlhilfe geleistet habe. Thaksin war nämlich im Zuge eines früheren Korruptionsverfahrens nicht nur zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, sondern auch mit einem fünfjährigen Politikverbot belegt worden.

Mit dem Wahlslogan "Thaksin denkt, Phue Thai lenkt" hatte seine Schwester Yingluck die Wahl gewonnen. Die Demokratische Partei, die bei der Wahl eindeutig unterlegen war, meint, dass Yingluck das Politikverbot für den Bruder missachtet hätte, und brachte deswegen bei der Wahlkommission einen Antrag auf Auflösung der Phue-Thai-Partei ein.

Diesen Fall wollen die der Phue Thai nahestehenden "Rothemden" niemals akzeptieren: "Wir sind auf alles vorbereitet", kündigt Vorsitzende Thida Thavornseth an - was neue Unruhen in Bangkok bedeuten würde.

Auch eher skurril klingende Vorwürfe gegen Yingluck wurden geprüft. Sie hatte bei einer Wahlparty eigenhändig ein Nudelgericht zubereitet, um ihre Volksverbundenheit zu demonstrieren. Diese Nudeln sollen als "unerlaubtes Wahlgeschenk" serviert worden sein, klagen die Demokraten. Deren Ex-Premier Abhisit Vejjajiva muss ebenfalls den Wahlkampf rechtfertigen.

Kritik gibt es auch von unabhängigen Wahlbeobachtern, weil fast fünf Prozent der Wähler ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen konnten. Der Grund liegt darin, dass für "Vorauswähler" (eine Woche vor dem offiziellen Wahltermin) unvollständige Wahllisten aufgelegen hatten. Deswegen wurde der Oberste Gerichtshof angerufen. Eine Annullierung der Wahl gilt als unwahrscheinlich.

Yingluck gab sich zunächst gelassen. Sie sei sicher, dass die Wahlkommission ihr und ihrer Partei Gerechtigkeit widerfahren lasse, sagte sie. (Andrea Waldbrunner als Bangkok, STANDARD-Printausgabe, 15.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
Martin Müller10
 
00
15.7.2011, 13:24
Es wäre eine Bereicherung der europäischen Politik wenn Frau

Merkel Frau Yingluck ein wenig ähnlich sehen würde.

R. Lexer
01

Man bewahre uns bitte vor Schönlingen wie Guttenberg und Grasser ...

Timagoras
 
01
quargel!

.
wieso ist hübsches aussehen eine bereicherung für die politik?
das mag eine bereicherung für Ihr ästhetisches empfinden oder für Ihren saftelnden geschlechtstrieb sein, aber mit politik hat das nix zu tun.
da sind mir weniger gut aussehende, aber dafür einigermaßen integre politikerInnen 10 x lieber, als fesche politikerInnen, die nur ihr aussehen und/oder korruption bzw. nepotismus vorzuweisen haben.

sind H.C.s blaue augen oder Uwes stramme wadeln für Sie eine bereicherung der politik?

xx Hour1
10
16.7.2011, 09:15

man findet viele wie yinglucks in thailand, speziell in pattaya, phuket,..

h 90
03
16.7.2011, 03:45

Oder umgekehrt, wuerde es die boesen Geister aus dem thailaendischen Parlament vertreiben.

Musok
 
00
15.7.2011, 11:35
hab ich keinen humor

oder wird der humor der standard community zunehmend schlechter

f 3
01

falls es sie tröstet - eher zweiteres

Maria Gugging
00
15.7.2011, 07:54
Tja, Bestechung beginnt ganz klein ...

... und schon ist die nächste Ära Thaksin eingeleitet.

Wer hat anderes erwartet?

werwolfi
03
15.7.2011, 01:11

auch hier zeigt sich bereits der segensreiche einfluss des pastafarianismus!

ramen!

Objektiv_Subjektiv
50
14.7.2011, 20:42
Nudel?

In Thailand kann man das leicht missverstehen

A ndreas Bogeschdorfer
10
15.7.2011, 13:01
Aber auch nur, wenn man mit einschlägigen Vorstellungen als Urlauber dort weilt.

Sind Sie in der Pubertät oder krank?

beos
00

mei er findet sie halt hübsch. warum gleich anpatzen?

schneebrunzer
 
11
15.7.2011, 09:27
kann man??

so ist das
11
14.7.2011, 22:38

So also ticken die angeblich gebildeten Standardleser ?

beos
00

sie verwechseln den standard mit dem falter. hier darf eine Frau zum Glück noch hübsch aussehen und auf Ihren Körper achten.......

nichtkaefer
00
14.7.2011, 20:29
Ein Streit innerhalb der Oligarchie eines Landes,

... der den eigenen Bürgern und den westlichen Medien als Demokratie verkauft wird?

h 90
41
14.7.2011, 20:55

Frueher konnte man sagen: Die Demokraten machen wenigstens keinen Stimmenkauf. Diesmal haben sie aber auch gekauft. Bei 200-1000 Baht pro Person und Partei ist Wahlen fuer manche wie Weihnachten.
Die 2 groessten Parteien stehen an zur Aufloesung wegen diverser Vergehen: Stimmenkauf, Wahlbetrug oder weil sie Strohmaenner sind. Die Wahlkommission wird mit Mord bedroht.
Die einzige moralische Authoritaet, der Koenig, ist 83 und seit 2 Jahren im Spital. Wenn der zum falschen Zeitpunkt stirbt herrscht Buergerkrieg.

the_kl
00
15.7.2011, 08:34
Unglaublich...

Stimmenkauf; und das fürn nur 200-1000 bht (~5-21€)!!! Hier in Österreich (oder besser Kärnten) gabs sogar mal 1000€.

h 90
00
15.7.2011, 09:00

Ich glaub der Tagesmindestlohn ist um 200 Baht und das Stimmenkaufgeld bekommt man ja auch fuer Oma, Opa usw. Da kommt schon was zusammen pro Haushalt.
Unterschied: In Kaerten gibts keine Versuche zu kontrollieren ob man eh richtig waehlt.
Nachdem diesmal jede Grosspartei bezahlt hat, vermute ich dass das Wahlergebnis ohne Stimmenkauf nicht viel anders waere.

tulpen1
01
14.7.2011, 19:41
erinnert mich an benazir bhutto

der schwitzbär der schwitzt sehr
07
14.7.2011, 18:45
Schickt Nico Alm

der kann das aussieben. Er ist ein Kopfarbeiter.

MarieAntoinette
00
15.7.2011, 00:51

rAmen

h 90
50
14.7.2011, 17:25

Die Roten haben die Election Commission Mitglieder schon mit dem Mord bedroht.
Und die PTP hat um die Aufloesung der Demokraten angesucht.
Extremer Stimmenkauf von allen grossen Parteien.
Ein paar Faelle von Wahlbetrug
Morddrohung an die Election Commission die auch von einem Mob belagert wird und die Polizei macht nichts.
Viele konnten nicht waehlen.
Also ein komplettes Disaster. Neuwahlen waeren am Besten, obwohls am Ergebnis wahrscheinlich nicht viel aendern wird.

thailandpeter2
00
18.7.2011, 07:23

wozu neuwahlen? wird doch wieder das gleiche, und kostet noch dazu - plus verzoegerungen, bis es wieder eine handlungfaehige regierung gibt. ich wuerde sagen:

- ALLE beschwerden an die EC fuer ungueltig erklaeren
- ALLE wahlgewinner fuer gueltig erklaeren
- Das gesetz, das parteiaufloesungen bei manchen vergehen bestimmt, annuliieren

und endlich wieder einmal irgendetwas weiterbringen. thailand hat durch diesen ganzen sch..ss praktisch mindestens 4 jahre an weiterentwicklung verloren. eine wirkliche demokratisierung thailands wird nicht von irgendwelchen etablierten parteien und reichen clans kommen, nur von den 'grassroots' - von denen es hier bisher wirklich sehr wenige zu geben scheint...

h 90
00
18.7.2011, 07:45

Zynisch gesehen hat das was. Sie sind ja auch schon laenger hier....
Aber realistisch kann man nicht vor Verbrechen kapitulieren. Wenns im 22 Bezirk zuviele Messerstechereien gibt, dann kann man nicht sagen: Einfach legalisieren.
Wenn es jetzt eine Neuwahl gaebe (wird es eh nicht weil die EC zu bestechen ist ja viel billiger), dann ist das ganze Geld fuer Stimmenkauf weg und auch die reichen Clans haben Probleme das Geld gleich nochmals auszugeben.
Und falls dann gleich nochmals Neujahr.
Was glaubens wie die Wirtschaft anspringt wenn man jedem Thai alle 2 Monate wieder 2.000 Baht in die Hand drueckt. Das ist die wahre Umverteilung.
Wir haben jetzt schon mindestens 5-6 Jahre Untaetigkeit und es geht auch.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.