Lagerhaus-Studie

Ältere Generation saniert nicht gern

Martin Putschögl, 14. Juli 2011, 16:06
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    Jeder vierte Umfrage-Teilnehmer ist sich bewusst, dass das Dach seiner Behausung unzureichend isoliert ist.

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    RWA-Chef Stefan Mayerhofer: "Förderungen sind ein Anreiz - zumindest, um sich zu informieren."

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RWA/marketagent.com-Umfrage: Österreicher sanieren lieber mit Erspartem als mit Kredit - Mit steigendem Alter nimmt die Investitionsbereitschaft ab

Kompliziert, teuer, aufwändig - wenn es um's Sanieren geht, ist die Meinung der Österreicherinnen und Österreicher recht eindeutig. Und doch werden alljährlich 40.000 Bestandsgebäude saniert, was einer Sanierungsrate von 1,2 Prozent entspricht. Um die Rate zu heben, hat die Regierung heuer - wie bereits berichtet - den so genannten "Sanierungsscheck" neu aufgelegt; thermische Sanierungen werden im Rahmen der Aktion, die von den Bausparkassen koordiniert wird, mit maximal 6.500 Euro gefördert.

Bedarf an einer Sanierung ihrer eigenen vier Wände sehen immerhin 63 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, ergab nun eine Online-Umfrage von marketagent.com im Auftrag der Raiffeisen-Lagerhaus-Mutter RWA (Raiffeisen Ware Austria AG). An erster Stelle landeten dabei "undichte Fenster/Türen" mit 33,4 Prozent; 30,4 Prozent der Befragten sehen einen unzureichenden Dämmschutz bei ihrer Fassade, 25,3 Prozent finden ihr Dach unzureichend isoliert, 20,6 Prozent haben ein "altes Heizsystem mit hohem Verbrauch". 18,3 Prozent halten auch ihre Kellerdecke für schlecht isoliert.

Knapp die Hälfte hat auch vor, diese erkannten Missstände innerhalb der nächsten zehn Jahre zu ändern; jeder Zehnte sogar innerhalb des nächsten Jahres, hier werden die Sanierungsmaßnahmen also bereits konkret geplant.

Perspektive nötig

Auffallend ist dabei, dass die Befragten umso mehr Sanierungsbedarf sahen, je jünger sie waren. Weniger auffällig ist diese Tatsache, wenn man sie so wie marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl ausdrückt: "Mit steigendem Alter nimmt die Sanierungsbereitschaft ab." Die Altersgruppe zwischen 20 und 29, in der laut Umfrage der Sanierungswille am höchsten ist, hätte ihre eigenen vier Wände eben oft schon geerbt oder von den Eltern übernommen. Hier sei dann auch die nötige Perspektive da, weil man vorhat, in dem Eigenheim die nächsten 40, 50 Jahre zu bleiben - gute Voraussetzungen, um kräftig zu investieren, wenn es nötig ist.

Grundsätzlich ist sowieso das Geld dafür ausschlaggebend, ob jemand saniert oder nicht - zumindest zu einem großen Teil. Für 66,4 Prozent der Befragten spielt die "Verfügbarkeit der finanziellen Mittel" die Hauptrolle bei ihrer Entscheidung.

Eine so genannte "umfassende Sanierung", die im Rahmen der Sanierungsscheck-Aktion bevorzugt gefördert wird, summiert sich bei einem 70er-Jahre-Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche immerhin im Schnitt auf 43.500 Euro, erklärte RWA-Vorstandsdirektor Stefan Mayerhofer am Donnerstag (siehe Grafik). Weil 42 Prozent der Befragten einen finanziellen Rahmen von unter 25.000 Euro hätten, stelle dieser Betrag auch so etwas wie eine Schmerzgrenze dar. 13,1 Prozent haben gleich überhaupt keinen finanziellen Spielraum - schlechte Voraussetzungen für eine Sanierung, weil die Österreicherinnen und Österreicher gleichzeitig wenig kreditaffin sind: 60 Prozent wollen eine solche Investition hauptsächlich mit erspartem Geld finanzieren, nur 16,6 Prozent würden "eine Fremdfinanzierung anstreben".

Zwei Drittel der Gebäude vor 1981 errichtet

Der mit 100 Millionen Euro jährlich (bis 2014) dotierte Sanierungs-Fördertopf der Bundesregierung wurde per Ende Juni erst zur Hälfte ausgeschöpft, die Antragsfrist wurde deshalb bis 31. Dezember verlängert. Acht von zehn Einreichungen betreffen Ein- und Zweifamilienhäuser, der Rest Wohnungen im mehrgeschoßigen Wohnbau, so Mayerhofer.

In den rund 540 Lagerhaus-Baumärkten und -Baucentern werden künftig vermehrt Informationsveranstaltungen abgehalten, "um die Vorteile von Sanierungen noch bekannter zu machen", kündigte der RWA-Chef an. Das zweithäufigste Argument, warum an eine Sanierung nicht gedacht wird, sei nämlich schlicht jenes, dass eine solche nicht als notwendig erachtet wird. Dabei wurden von den 1,61 Mio. Gebäuden in Österreich aber rund zwei Drittel, nämlich 1,15 Mio., vor 1981 errichtet - überall dort bestehe also bereits wieder Sanierungsbedarf. "Wenn das Wissen um Potenziale von Sanierungsmaßnahmen in der Bevölkerung wächst, wächst auch die Sanierungsquote", zeigte sich Mayerhofer zuversichtlich.

Vier Milliarden Euro Sanierungsvolumen

Schließlich würden von einer steigenden Sanierungsrate natürlich auch die Raiffeisen Lagerhäuser profitieren. 2010 setzten sie in der Sparte Bauen und Sanieren 1,165 Milliarden Euro um, das waren 28 Prozent des Gesamtumsatzes, Tendenz leicht steigend. Das gesamte jährliche Sanierungsvolumen in Österreich wird auf etwas mehr als vier Milliarden Euro beziffert.

Mayerhofer sieht in den schon früher postulierten "All-Inclusive"-Angeboten der Lagerhäuser den Weg zum Erfolg: "Baumaterialien zu verkaufen reicht längst nicht mehr. Unser Ziel ist das flächendeckende Angebot von Sanierungs-Bausteinen für jedermann." Mit 1.500 Baustoffberatern und 120 Energieberatern in den Lagerhäusern könne man den Kunden ein "Rundum-Sorglos-Paket" anbieten. (Martin Putschögl, derStandard.at, 14.7.2011)

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Werkzeug
 
00
Eigenkapitaleinsatz???Diese senilen Alten erkennen ganz einfach die Vorzüge einer Fremdfinanzierung nicht!!

Entgegen dem Mainstream und überparteilich
verbreitet.

georgg
00
die suppe ist teurer als das fleisch, ...

... wenn die förderung in anspruch genommen werden soll.
langer planungsvorlauf, teurer energieausweis.
derweil war die sanierung schon günstig im wirklich erforderlichen ausmaß erledigt.

Der Waehlerwille
 
11
18.7.2011, 16:10
na logisch

die können nämlich rechnen.

Die Sanierung amortisiert sich maximal nach 20+ Jahren. Und dann ist man wenns blöd läuft schon gar nicht mehr am Leben.

Was dazu kommt. Nicht selten ist diese sgn. "Sanierung" nicht mehr als styropor an die Wand klatschen oder/und Dachstuhl isolieren. Was wiederum nicht selten zu schimmelbefall an ersterem und zweiterem führt.

Da lässt man sein Haus lieber genau so wie es ist und wies schon immer war und renoviert maximal im sinne von neu streichen und mal den einen oder den anderen dachziegl auswechseln.

wenn man sieht wie diese sgn. "Sanierung" schon unsere grossartigen Dörfer zerstört und unansehnlichst "gleichgemacht" hat (nur eine exakte senkrechte im aussenputz ist "Gut!") dann verzichten die erfahrene

Kaktus51
00
18.7.2011, 15:05
Vielleicht sind die älteren Menschen einfach schon fertig?

verleih nix
00
18.7.2011, 09:53
interessant dass die raiffeisler unter sanierung nur das dämmen alter gebäude verstehen

aber so manches dorf sieht eh danach aus.

Er staunt
04
16.7.2011, 14:03

Wahrscheinlich sind die Leute einfach nur lernfähiger als erwartet und merken irgendwann, daß Lagerhaus so ziemlich der teuerste heimsche Baustoff-Lieferant mit dem am wenigsten qualifizierten Personal ist. Wär interessant, die gleiche Umfrage mal bei Bauhaus/Obi/Hornbach zu machen...

Grantscherben
00
17.7.2011, 03:04

Bauhaus, Hornbach -> OK. Obi ist auch nichts Besonderes.

-blos so-
01
16.7.2011, 12:34
ich bin mit dem Hausbau meiner Eltern aufgewachsen

deshalb würde ich mir niemals mehr ein Haus bauen - ich kenn die Sauerei von Kindheit an...

ein Kollege von mir sieht das genau so... anscheinend pröägt die Erfahrung aus der Kindheit und nur "unerfahrene" tun sich den Hausbau an...

Kondratjew -Zyklus
 
00
15.7.2011, 18:08
Leider werden im Lagerhaus über Nacht aus Vorhangverkäufern "Bauberater".

Da vergeht einem die Lust, um beim Anlassfall zu bleiben.

O5
01
15.7.2011, 15:47

Mich würde interessieren wieviele Prozent der Österreicher legal sanieren, sprich mit Arbeitern die legal angestellt sind, deren SV-Beiträge gezahlt werden, die Mehrwertsteuer zahlen, usw.

Vielleicht 5%? Wenns hoch herkommt?

mnp
00
18.7.2011, 21:03

"...wieviele Prozent der Österreicher legal sanieren, sprich mit Arbeitern die legal angestellt sind,.."

Warum sollte man, wenn man jemandemn beauftragt einen Keller zu bauen für die paar Tage/Wochen anstellen (inkl, Urlaubsanspruch, Abfertigungsanspruch etc.)? Dieser Arbeiter ist nicht meinen persönlichen permanenten Weisungen unterworfen. Auftrag laute: Keller bauen (mind.) laut Ö-Norm, aber rasch.

Das ist ein klarer Auftrag, wie der an eine Fensterfirma zwei Fenster einzubauen. Mit diesen Arbeitern schließt man doch auch keinen Arbeitsvertrag mit Urlaub, Abfertigung etc. ab.

RS69
 
00

Auch wenn's nur selten exekutiert wird - Sie sind als Bauherr mitverantwortlich für die Sozialabgaben Ihres Auftragnehmers. Und dann ist a natürlich die UST.

Sagan
 
00
15.7.2011, 16:37

So viel ich weiß, kann man über den Sanierungsscheck nur dann gefördert werden, wenn man entsprechende Rechnungen vorlegt. Schwarzarbeit geht da nicht.

Stuff
12
15.7.2011, 12:15
Weil's so schön ist nochmal

http://www.boston.com/bigpictur... _fire.html

Die pensionierten Lehrer erstickten bevor diese Flammen sichtbar wurden – am glosenden Styropor, dem Verpackungsmaterial der Anti-CO2-Freaks…

Ob Abbrennen dieses Verpackungsmaterials CO2-neutral ist, wird noch untersucht.

BTW: Wem gehören doch noch diese Fabriken, die dieses völlig überteuerte Plastik-Klumpert als Baumaterial verkaufen? Der erste, der das postet kriegt 100 Punkte!

franz der freie
 
01
15.7.2011, 16:28
und die wasserdampfdiffusion durch das "klumpert" ist auch toll, fast null

darunter: schimmel, aber die bauindustrie jubelt. in 20 jahren wird der dreck entsorgt und eine hohe sondermüllgebühr abverlangt.

I_prefer_not_to
11
15.7.2011, 12:28
Weil's so schön ist???

Sie posten einen link zu einem Artikel, in dem es um einen Großbrand geht, bei dem 58 Menschen ums Leben gekommen sind und nennen das "weil's so schön ist"??

Noch ganz dicht in der Birne?

Stuff
11
15.7.2011, 13:41
Präferenzenverweigerer, Du!

Schön war nicht der Brand, wiewohl Boston-Globe-Bildergalerien immer schön sind, sondern ist die Idee, Häuser in Styropor einzupacken, ganz schön deppert mindestens.
Sollte wegen des Vorfalles – nicht der einzige und auch in Europa schon geschehen – eventuell überlegt werden, diese Christo-Nachahmungen irgendwie auf anderes, mit weniger Gift- und Brand-Potential behaftetes Isolationsmaterial umzustellen? Was surfen Baubehörden so? Werden dort auch FEMA-Berichte gelesen? Oder besteht da ein klarologo nur verschwörungstheoretischer Zusammenhang zwischen Baubehörden und Banken, denen diese Styroporaufblähfabriken gehören? Oder sollte man aus Pietät einfach weiter thermisch wie gehabt weitersanieren oder wegen der Chancengleichheit?

Raymond Domenech
01
15.7.2011, 11:28
No na ned

Komplettsanierungen rechnen sich nur sehr langfristig.

Teilsanierungen beim absolut schwächsten Glied (alte Ölheizung, kaputte Fenster, kaputtes Dach) sind was anderes, da wird auch dann was unternommen - selbst von Älteren.

Aber gerade Fassade wird sich keiner aufschwatzen lassen - zu Recht.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
04
15.7.2011, 10:10
"Wenig kreditaffin"

Schön gesagt! Es gibt offensichtlich - aus der Sicht der Banken - noch Deppen, die zuerst sparen, bevor sie sich was kaufen, und nicht, nach beliebter "Willhaben"-Mentalität, alles auf Pump kaufen und der Bank die Zinsen 'reinblasen.

Oma bitte kommen
00
15.7.2011, 10:37
Vor allem...

Kennen Sie eine Bank, die jemandem der Generation 60+ noch gerne Kredit gibt?

franz der freie
 
01
15.7.2011, 16:31
das tun die banken am allerliebsten.

sollten die alten nicht mehr zahlen können, wird das ganze haus um einen pappenstiel eingezogen.

Geoffrey of Monmouth
00
15.7.2011, 09:24

Na, wozu sollens sanieren, wenns eh bald ins Gras beißen?

Schnurz Homunculus
00
18.7.2011, 15:32
ja, besser in einen neuen Rasen investieren,

in den es sich dann genussvoller beissen lässt!

Aber bitte mit Balsamico Essig würzen!

nebenerwerbsposter
00
18.7.2011, 12:30

und die bankerten, die alles erben, sollen gefälligst die hacken selber machen.

filos xenos
10
15.7.2011, 08:54
Die "sanierten" Fenster der Hofseite verschimmeln

Die "zugigen" Fenster auf der Straßenseite nicht.

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