Nicht-akademische Ausbildung von Kindergartenpädagogen große Ausnahme - Für Lehrer ab der Volksschule ist Uni-Ausbildung üblich
Wien - Bei der Pädagogenausbildung ist in der überwiegenden Mehrheit der europäischen Länder ein Universitätsstudium die Norm, und zwar über alle Altersgruppen. Wie ein Vergleich von 31 Staaten durch "Eurydice", das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa, zeigt, werden Kindergartenpädagogen lediglich in Österreich und Malta nicht an Hochschulen ausgebildet.
Auch die Volksschullehrerausbildung findet fast in ganz Europa an den Unis statt, neben Österreich setzen nur Belgien, Luxemburg und Rumänien auf berufsbezogen ausgerichtete Bildungsgänge. Dass Lehrer für die Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen keine Uni besuchen, ist überhaupt die Ausnahme: nur in Belgien und bei den Hauptschullehrern in Österreich ist das der Fall.
Ausbildung für Kindergärtner zu lange
Die Dauer der Ausbildung für Kindergartenpädagogen ist in Österreich außergewöhnlich lang, nur in Frankreich und Polen sind dafür ebenfalls fünf Jahre veranschlagt. Allerdings ist die Ausbildung in anderen Ländern in der Regel auf akademischem Niveau angesiedelt, während in Österreich Kindergärtner eine berufsbildende Schule mit Maturaabschluss besuchen. In Belgien und Deutschland bekommen Pädagogen für den Elementarbereich eine praxisorientierte Ausbildung auf einem Niveau, das mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) oder Fachschulen in Österreich vergleichbar ist. In 17 Ländern werden sie an den Unis ausgebildet. Ausnahme: In Rumänien und der Slowakei können Kindergärtner nicht nur an einer PH-ähnlichen Einrichtung und in Tschechien nicht nur an der Uni, sondern jeweils auch nicht-akademisch ausgebildet werden.
Ebenfalls so gut wie alleine steht Österreich mit der Ausbildung der Volksschullehrer an den PH da. Bis auf Belgien, Luxemburg und Rumänien werden diese in ganz Europa an Unis qualifiziert. Irland, Litauen und Polen bieten beide Varianten an.
Mit der Ausbildung der Hauptschullehrer an den PH ist Österreich fast schon ein Unikum in Europa, nur Belgien bildet auch Lehrer für die Zehn- bis 14-Jährigen nicht an den Unis aus.
Lehrer für die Sekundarstufe II (entspricht der AHS-Oberstufe und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in Österreich) werden laut "Eurydice" in allen untersuchten Ländern an den Unis ausgebildet - wobei in Österreich zumindest in einigen Bereichen auch das nicht zutrifft. So kann das Lehramt für berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) in einigen Fachbereichen auch an einer PH erworben werden. Und jene Lehrer, die aus der Praxis an die BMHS geholt werden, bekommen sowohl ihre Berufseinführung als auch ihre berufsbegleitende pädagogisch-didaktische Ausbildung an den PH. (APA)