Rheumatologen diskutieren in München neue Fächerübergreifender Behandlungs- und Therapieansätze
Berlin/München - Es ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern: Rheuma umfasst verschiedenste Erkrankungen des Bewegungsapparates wie rheumatoide Arthritis, Arthrose und Osteoporose. Eine optimale Versorgung setzt einen intensiven Austausch aller beteiligten Fachärzte voraus. Teilnehmer des interdisziplinären Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) von 31. August bis 3. September in München diskutieren neue Erkenntnisse aus allen Bereichen der
Rheumatologie - von der Grundlagenforschung bis zur Therapie, teilt die DGRh in einer Aussendung mit.
Keine Krankheit der Alten
Die Entzündung ist die wichtigste treibende Kraft rheumatischer Erkrankungen. "Dieser Aspekt ist ganz zentral für die Forschung. Nur wenn wir die Entzündungsprozesse genau kennen und verstehen, können wir gezielt darauf reagieren", betont Hendrik Schulze-Koops, DGRh-Kongresspräsident. Rheuma hat nicht nur viele Gesichter, es kann auch Menschen jeden Alters treffen. So leiden allein in Deutschland etwa 20.000 Kinder und Jugendliche an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (siehe Artikel). Diese verlaufen oft besonders schwer und ziehen auch andere Organe in Mitleidenschaft. Deshalb kann nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten wie Augen- und Hautärzten eine optimale Versorgung gelingen.
"Eine sehr wichtige Behandlungsphase ist zudem der Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenrheumatologie. Diese Transition ist eine große Herausforderung für alle beteiligten Ärzte", erklärt Johannes-Peter Haas, Chefarzt am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen. Neben der Transition diskutieren die Kinderrheumatologen in München auch die Rolle von Biomarkern sowie die Problematik der Off-label-Therapie.
Medikamente und Operationen
Die medikamentöse Behandlung rheumatischer Erkrankungen hat sich durch Biologika in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Diese molekularbiologisch hergestellten Medikamente hemmen gezielt bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers. Doch nicht allen Patienten können die Präparate helfen. In manchen Fällen ist eine Operation notwendig. "Minimal-invasive Eingriffe sind hier mittlerweile fest etabliert. Sie führen nicht nur zu besseren Ergebnissen, sondern sind auch mit deutlich weniger Schmerzen verbunden", sagt Stefan Schill vom MVZ Gelenkzentrum Rosenheim. Wie in den vergangenen Jahren können sich Patienten und ihre Angehörigen
auf dem Kongress im Rahmen eines Patiententages informieren. (red)
39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
31. August bis 3. September 2011, ICM -
Internationales Congress Center München
Patiententag: 3. September von 10.30 bis 14 Uhr ebenfalls im ICM
statt. Schwerpunkt ist das Thema Bewegung und Schmerz.
Näheres unter: www.dgrh-kongress.de
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