Begleitbroschüre auf den neuesten Stand gebracht - Thema Ernährung kommt hinzu
Wien - Seit seiner Einführung 1974 ist die Säuglingssterblichkeit in Österreich von 23,5 auf 3,8 Promille gesunken - und auch heute ist der Mutter-Kind-Pass keineswegs ein Auslaufmodell, im Gegenteil: Gesundheitsminister Alois Stöger präsentierte bei einer Pressekonferenz in Wien einige Neuerungen, die vor allem eine bessere Information der Eltern zum Ziel haben. Nach der erst kürzlich umgesetzten Erweiterung der Leistungen um eine Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft sowie einen HIV- und Zuckertest, stellt die Neugestaltung der Begleitinformationen einen weiteren großen Schritt dar.
Thema Ernährung neu aufgenommen
Die Transparenz wurde in der Begleitbroschüre noch weiter in den Vordergrund gerückt und alles auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht, betonte der Ressortchef. Erstmals wurde auch das Thema Ernährung im Sinne der Prävention aufgenommen. Die Kapitel Schwangerschaft, Geburt, Baby, Rechtliche Fragen sowie Anlaufstellen und Broschüren hat man beibehalten.
Außerdem wurde der Umfang gestrafft, alles niederschwelliger und praktischer gestaltet. In der neuen Broschüre wird auch erstmals auf die Bedeutung der Entwicklungspsychologie hingewiesen. "Säuglinge und Kinder entwickeln sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Eltern erhalten in der Broschüre Informationen, mit denen sie die Entwicklung ihres Kindes einschätzen und eventuelle Entwicklungsrückstände oder Verhaltensauffälligkeiten erkennen können", sagt Ulla Konrad, Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen.
Ein wichtiges Thema ist auch das Impfen. Viele Krankheiten hätten durch deren Schutz ihren Schrecken verloren, dennoch sei diese Vorsorge weiterhin sehr wichtig, betonte der Präsident der Gesellschaft für Kinderheilkunde, Klaus Schmitt.
Der Mutter-Kind-Pass erscheint in einer Auflage von 100.000 Stück. Die Schwangerenuntersuchungen werden zu 60 bis 70 Prozent in Anspruch genommen, jene für Kinder anfangs zu 80 Prozent, wobei es nach dem ersten Lebensjahr langsam zu einem Absinken kommt. Man habe viele Ideen, um jene zu erreichen, die die Hilfe auch benötigen würden, sagte Stöger. (APA/red)