Keine Lust auf Bier

23. Mai 2003, 11:21
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Die BBAG verdiente im ersten Quartal 2003 deutlich weniger - Wegen schlechter Konjunktur, kaltem Winterwetter und Wegfall des Ostergeschäfts

Wien - Österreichs größter Bier- und Getränkekonzern, die Brau Beteiligungs-AG (BBAG), die kurz vor dem Verkauf an den niederländischen Brauriesen Heineken steht, hat im ersten Quartal 2003 deutlich weniger verdient. Das Betriebsergebnis (EBIT) sackte um fast 74 Prozent von 13 auf 3,4 Mio. Euro ab, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich um 28,8 Prozent auf 28,7 Mio. Euro, gab das Unternehmen am Freitag ad-hoc bekannt. Der Umsatz ging um 8,5 Prozent auf 221,8 Mio. Euro zurück.

Das erste Quartal habe der Getränkebranche weltweit und besonders dem Biersektor in Zentraleuropa eine Reihe von Beeinträchtigungen gebracht, begründete BBAG den Rückgang. Mit Ausnahme von Österreich hätten alle BBAG-Heimmärkten Rückgänge verzeichnet, insbesondere in der Gastronomie. Die Gründe dafür seien neben der allgemeinen Konjunktursituation das kalte Winterwetter in der Region.

Feriengeschäft beginnt später

Dazu komme eine kalendermäßige Verschiebung: Durch den späten Ostertermin 2003 habe der Getränkesektor das Feriengeschäft heuer erst im April und somit im zweiten Quartal verbucht. Mit den Ergebnissen des Ostergeschäftes lägen die BBAG-Resultate deutlicher näher bei den Zahlen des Vorjahres.

In Österreich, Ungarn, Rumänien und in der Tschechischen Republik habe die BBAG Preiserhöhungen entsprechend der Kostenentwicklung durchgeführt. Verbunden mit gezielten Markenaktivitäten für die Sommersaison sei damit "der Grundstein für den erfolgreichen Verlauf des BBAG-Geschäftes 2003" gelegt worden.

Das Finanzergebnis habe sich im ersten Quartal um 44,3 Prozent auf minus 3,09 Mio. Euro verbessert, das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) sei um 95,6 Prozent auf 0,3 Mio. Euro zurückgegangen, hieß es weiter. Die Investitionen lagen mit 26,6 Mio. Euro um 18,8 Prozent über dem Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter ging um 5,6 Prozent auf 7.245 Beschäftigte zurück.

Nach der Bekanntgabe der Übernahme durch Heineken hätten die BBAG-Kernaktionäre bis zum 13. Juni Zeit, das Kaufangebot für ihre Aktien anzunehmen, hieß es weiter. Danach beginne das Kartellverfahren für die EU bzw. für Ungarn und Polen. Abhängig von der Dauer der Behördenverfahren rechne die BBAG im Oktober mit dem öffentlichen Übernahmeangebot für die Aktien im Streubesitz. Heineken will wie berichtet für die Totalübernahme der BBAG/Brau Union einschließlich Auskauf des Streubesitzes 1,9 Mrd. Euro bezahlen, davon 1,5 Mrd. Euro in Cash.(APA)

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BBAG

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