Größere Preisschilder für " 50 plus"

23. Mai 2003, 10:13
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In Salzburg steht Österreichs erster Lebensmittelmarkt, der speziell auf ältere Menschen zugeschnitten ist

Salzburg - Die Werbebranche hat teilweise schon erkannt, dass ältere Menschen ein durchaus kaufkräftiges Publikum darstellen. Nun zieht der Handel nach: Im Salzburger Bergheim steht seit Donnerstag Österreichs erster Lebensmittelmarkt, der speziell auf Menschen über 50 zugeschnitten ist. Das Pilotprojekt "50 plus" wurde vom Handelskonzern Adeg initiiert.

"50 plus" beginnt schon bei den Mitarbeitern

"50 plus" beginnt schon bei den Mitarbeitern. Alle 14 Arbeitnehmer haben ihren 50. Geburtstag bereits hinter sich. Ältere Verkäufer könnten eben "besser mit älteren Kunden kommunizieren", heißt es bei Adeg. Das Arbeitsmarktservice war jedenfalls froh um die zwei Ganztags- und zwölf Teilzeitstellen für ältere Menschen und unterstützte die Aktion finanziell.

In den Vorstandsetagen des Handelsunternehmens, das zur deutschen Edeka-Gruppe gehört, rechnet man übrigens nicht mit mehr Krankenständen als in "normalen" Filialen.

Palette der Extras für Menschen über 50

Für Kunden des Adeg-Marktes haben sich die Designer einiges einfallen lassen. Die Palette der Extras für Menschen über 50 beginnt bei größeren und besser lesbaren Regaletiketten. Kunden, die ihre Brille vergessen haben, finden an den Regalen Lupen, um auch das Kleingedruckte der Produktinformationen lesen zu können. Mit rutschfesten Böden, größeren Parkplätzen bis zu Sitzgelegenheiten und einer eigenen Ablage für den Einkaufszettel am Einkaufswagerl soll den Älteren - aber auch beispielsweise Müttern mit Kleinkindern - das Einkaufen schmackhaft gemacht werden.

Sollte sich das Konzept in Salzburg bewähren und das erhoffte Umsatzplus bringen, will Adeg zahlreiche der insgesamt 977 österreichischen Filialen auf "50 plus" umrüsten. Konkret in Planung sind vorerst drei solcher Geschäfte in Wien.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt erfolgreich läuft, ist groß: Der britische Heimwerkermarkt "HQ" führt schon seit längerem solche Filialen mit enormen Umsatzsteigerungen sowie deutlich höheren Gewinnen. (neu, DER STANDARD Printausgabe 23.5.2003)

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    grafik:red/see
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