Wien ist eine "Cool Capital"

22. Mai 2003, 13:48
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Zusammen mit Berlin und Amsterdam werben um US-Touristen - Amerikaner von "touristischen Trampelpfaden weglocken"

Wien - Die Hauptstädte Berlin und Wien wollen mit einer gemeinsamen Marketingoffensive mehr Gäste aus den USA nach Mitteleuropa locken. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Partnerschaften auch unter Konkurrenten notwendig, sind sich der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Hanns Peter Nerger, und Karl Seitlinger, Direktor des Wiener Tourismusverbands, in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien einig.

Als so genannte "Cool Capital" erhofft sich Wien von dieser Allianz in den kommenden zwei bis drei Jahren ein Plus von 50.000 Besuchern aus dem Quellmarkt Nordamerika. Die beiden Städte treten in den USA mit zwei Kampagnen gemeinsam auf: Als "klassische" Metropolen gemeinsam mit München, Dresden, Salzburg, Prag und Budapest unter dem Motto "Seven Stars of Central Europe" und als Schauplätze für "hippes" Großstadtleben unter "Cool Capitals" gemeinsam mit Amsterdam.

Bei Erfolg Asien-Expansion

In einem 36-Seiten-Folder werden sieben Touren mit verschiedenen Schwerpunktthemen wie Kulinarik, Weltkulturerbe oder Musik angeboten. Laufen die Kampagnen erfolgreich an, werde eine Ausweitung auf China und Japan überlegt, so Seitlinger.

"Wir wollen die Überseegäste vom touristischen Trampelpfad London-Paris-Rom weglocken", so Nerger. Auch wenn der US-Markt knirsche, seien die Auftaktveranstaltungen in Los Angeles, Chicago und New York auf größeres Interesse gestoßen als erwartet. "Die Amerikaner interessieren sich vor allem, was aus den ehemaligen osteuropäischen Kapitalen geworden ist." Aus diesem Grund strebe man auch eine Ausweitung des Programms auf Polen mit Warschau und Krakau und den Baltischen Staaten an.

Berlin und Wien konkurrieren innerhalb Europas vor allem um Kongresstouristen. Ein Kuriosum sei laut Nerger der signifikante Gästerückgang aus Österreich in der deutschen Hauptstadt: "Wir können uns das Minus von 12 Prozent einfach nicht erklären." Umgekehrt freut sich Wien über ein Plus von 10 Prozent aus Deutschland, so Seitlinger mit einem Augenzwinkern.(APA)

  • Die Wiener Donaucity
    foto: wien tourismus

    Die Wiener Donaucity

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