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Es mag ja sein, dass es noch einige wenige Familien gibt, die so richtig Ferien machen können: Wenn die Kinder das Zeugnis haben, geht es für neun Wochen ab in die Sommerfrische. Im September dann zurück auf die Schulbank, büffeln bis zum Umfallen - die längste Unterrichtsphase dauert ja bis zu den nächsten zweiwöchigen Ferien. Wiederum: Zwei Wochen, für alle gleichzeitig. Dann ein paar Wochen Schule, eine Woche Energieferien, ein paar Wochen Schule, eineinhalb Wochen Osterferien, ein paar stressige (und zwei letzte stressfreie) Wochen bis zum Jahreszeugnis.
Eine derartig starre Einteilung kommt allenfalls jenen zugute, die Zeit und Geld haben, all die vielen Ferien mit den Kindern zu verbringen - und der Tourismuswirtschaft, die genau weiß, wann sie die Preise für Familienurlaube kräftig anheben kann.
Für die meisten Familien bedeutet der vorgegebene Kalender aber vor allem eine Belastung: Wer soll sich denn in Familien mit zwei erwerbstätigen Elternteilen während all der langen Ferienwochen um die Kinder kümmern? Welches Kind hat etwas von neun Wochen Ferien am Stück, wenn es in dieser Zeit weder sportliche noch gesellige, kulturelle oder gar der Bildung dienende Angebote bekommt?
Viel besser wäre es, die Kernzeit der Ferien kurz zu halten - und dafür die Möglichkeit zu geben, dass Schüler und Lehrer (ganz so wie auch andere Arbeitnehmer) außerhalb der jetzigen Ferienzeiten Urlaub nehmen können. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.7.2011)
Sportliche, gesellige, kulturelle oder gar der Bildung dienende Angebote... diese Argumentation kommt raus, wenn man Kinder nur als stets noch weiter optimierbare Produkte ansieht. Die meisten Kinder sind eigentlich heilfroh, wenn sich mal niemand "um sie kümmert" oder ihnen etwas "anbietet". Am besten 9 Wochen.
Sorry, aber wie genau stellen Sie sich das vor?
Leistungsbeurteilung? Schularbeiten, Tests?
Wenn jeweils einige Schüler nicht da sind, weil sie g'rade auf Urlaub sind?
Und bitte auch an jene denken, die Kinder in unterschiedlichen Schulen haben.
die zwar bestellen, aber nie bezahlen.
Das Wunschkonzert läuft schon seit der Lisl Gehrer. Was auch immer die Gesellschaft braucht, soll die Schule leisten. Wenn das nicht passiert, sind wir böse, am besten auf die Lehrer, und am Ende passiert, was immer passiert: Nix.
Es ist immer wieder erstaunlich, wer aller am meisten nach dem Staat und nach der Allgemeinheit schreit, wenns anfängt zu zwicken. Nämlich genau jene Damen und Herren die sonst weinger Staat mehr privat blöken.
Jetzt haben sie sich Kinder angeschafft und können nicht dafür sorgen bw. haben nicht die Zeit dazu. Was geht uns das an? Da brauchts dann staatliche Beihilfen und Betreuung en gros. Kümmern sie sich doch selber um ihre Kinder. Sie werden es ihnen danken. Zwei Jobs? Na und, ist doch ihre Privatangelegenheit. Schauen sie selber wie sie weiterkommen. Jeder ist für sich selber verantwortlich.
Sie hört man es doch sonst jeden Tag fünfmal von den Leistungsträgern.
Glauben Sie, jedes Kind hat eine Oma, die
a) sich für das Kind interressiert,
b) die in Pension ist und überhaupt 9 Wochen Zeit hat
c) die es sich leisten kann 9 Wochen Unterkunft irgendwo zu finanzieren
d) mit der das Kind 9 Wochen verbringen will
Und überhaupt: dass sich jedes Kind 9 Wochen von den Eltern trennen möchte (oder die Eltern sich vom Kind)?
Genau das wäre die Lösung. Kurze Ferien. Vielleicht gibt's ja soetwas wie Sommerschule. Eine light-Form mit Schwerpunkt auf Sport-, Kreativ- und Sozialausbildung, ohne Leistungsdruck. Dafür darf jede Familie dem Korsett des aufgezwungenen wirtschaftlichen Ausbeutertums entfliehen und die Kinder für 2-3 Wochen im Jahr irgendwann aus dem Unterricht nehmen. Schöner Gedanke.
Gerade die Langeweile und all das was man dann selber ohne Anleitung dagegen unternahm, waren das Herrlichste der Ferien, fussballspielen, radfahren, Räuber und Gendarm und an verregneten Tagen stundenlange Lego-Raumschlachten. Keine Bildungsplän keine Förderungsprogramme und trotzdem habe ich es zum Doktor der Naturwissenschaften geschafft.
Danke!
das entspricht übrigens auch dem Konzept des deutschen Kindergartens/ der deutschen Schule in Oslo.
ZU wenig Spielsachen, Kreativität anregen, KEINE aufwändigen Programme ect.
Die sind übrigens Pisa - Sieger ..
Ich habs mir selbst angesehen und war begeistert!
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