Nikotin-Studie

Raucher haben nach Nikotinverzicht weniger Angst

12. Juli 2011, 18:20
  • Artikelbild
    foto: apa/patrick pleul

    Rene Hurlemann vom Bonner Universitätsklinikum bezweifelt, dass die in den USA geplanten und auch in der EU in Erwägung gezogenen Schockbilder von Raucherlungen und Tumoren auf Zigarettenpackungen eine große Wirkung haben werden.

Bei Einstellung des Nikotinkonsums ist die Aktivität des "Furchtzentrums" im Gehirn herabgesetzt

Bonn - Raucher haben nur mit der Zigarette in der Hand ein natürliches Angstverhalten. Wenn sie den Nikotinkonsum für einige Zeit einstellen, fürchten sie sich weniger und reagieren auch emotionsloser auf Schockbilder als Nichtraucher.

Ein Forscherteam der Universität Bonn stellte bei Rauchern nach längerem Zigarettenentzug eine verminderte Aktivität des "Furchtzentrums" im Gehirn fest. Nach einer zwölfstündigen Abstinenz war bei Nikotinsüchtigen dieses Zentrum (Amygdala) weitgehend außer Kraft gesetzt.

Aktivität des Furchtzentrums herabgesetzt

"Die Aktivität des Furchtzentrums war bereits nach wenigen Stunden Enthaltsamkeit im Vergleich zu vorher stark herabgesetzt", berichtete der Neurologe und Erstautor der Studie, Özgür Onur von der Universitätsklinik Köln. "Bilder von ängstlichen Menschen waren ihnen schlicht egal."

Bei Rauchern zeigten sich wie bei Nichtrauchern zunächst keine Unterschiede bei der Verarbeitung von Emotionen, wenn ihnen Bilder mit ängstlichen Gesichter gezeigt worden seien, erläuterte Onur. Erst mit der Enthaltung ändert sich bei den Rauchern das Bild und die natürliche Reaktion. Onur erklärt das Risiko: "Angst ist ein archaischer Trieb und schützt uns davor, Gefährliches zu tun."

Dieses natürliche Reaktionsmuster zeigten seit kurzem enthaltsame Raucher nicht. Sie fürchteten sich auch nicht vor den Folgen des Rauchens. "Offenbar sind sie gedanklich in ihrer Sucht gefangen und sind dann weniger empfänglich für Angst einflößende Reize", erklärte Onur. "Raucher brauchen offenbar das Nikotin, um die Normalfunktion ihrer Amygdala aufrecht zu erhalten."

Schockbilder von Raucherlungen wirkungslos

Rene Hurlemann vom Bonner Universitätsklinikum bezweifelt nach der Studie, dass die in den USA geplanten und auch in der EU in Erwägung gezogenen Schockbilder von Raucherlungen und Tumoren auf Zigarettenpackungen bei der Mehrzahl der Süchtigen eine große Wirkung haben werden. "Wer mit dem Rauchen aufhört, bei dem ist die Aktivität des Furchtzentrums so weit herabgesetzt, dass er wenig empfänglich für die abschreckenden Fotos ist." Bei Nichtrauchern sei die Amygdala hingegen aktiv, die schockierenden Bilder würden deshalb bei ihnen ihre Wirkung nicht verfehlen.

An der Studie waren Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Köln sowie der Charité in Berlin beteiligt. Es nahmen 28 langjährige, jüngere Raucher und ebenso viele Nichtraucher teil. Ihnen wurden Fotos von fröhlichen, angsterfüllten und neutralen Gesichtern gezeigt. (red/APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2
fertigprodukt
00
20.7.2011, 16:06

das hängt mit den angstmachenden sprüchen auf den packungen zusammen.

mit anderen Worten...
01
16.7.2011, 21:43

Na das ist wieder einmal ein Sommerlochartikel. Wunderbar aussagekräftig mit 28 Probanden. Aber um diese Jahreszeit wird anscheinend jeder Nonsens publiziert.

Der Austrainierte
02
14.7.2011, 09:43
Das heißt:

Ein Raucher, der mit pofeln aufhören will, weil er sich vor den Konsequenzen des Rauchens fürchtet, muss, um sich weiterhin vor den Konsequenzen des Qualmens zu fürchten, weiterrauchen. Das ist echt scharf! Echt.

tablespace65
02
13.7.2011, 23:28
Dafür haben sie vorher mehr Angst vor dem Rauchverbot!

AlBundyFan
 
00
13.7.2011, 16:35
schon blöd

daß 2 unterschiedliche redakteure im ressort wissenschaft und im ressort gesundheit genau denselben bericht online stellen ....

theWatcher14
11
13.7.2011, 15:33
Logisch

Wenn ich ein paar Stunden nichts zu rauchen habe, bin ich so zornig, daß für Angst kein Platz mehr ist.

Dann bin ich im Blutrausch!

Herr Fasching
02
13.7.2011, 12:09
Rauch(paus)en am Arbeitsplatz

Verängstigte Menschen sind leichter manipulierbar. Raucherermandeln sind schleche Vorgesetzte. Sie schädigen das Unternehmen, die Gesundheit der Mitarbeiter, und senken die Effizienz der Abteilungen.

Colette
00
25.7.2011, 15:30

was sind raucherermandeln?

standardposter
01
13.7.2011, 11:59
Noch weniger Angst?

das macht mir Angst

parapente
10
13.7.2011, 10:28
Na sowas!

Jetzt muss ich mich nur mehr um Angst kümmern.

Chocoholic
01
13.7.2011, 09:45
Frage> wer in nervoeser Situation raucht, weshalb fuehlt sich diese Person dann "beruhigt"?

No_lD
02
13.7.2011, 13:18
ANTWORT:

Weil das "frisch" zugeführte Nikotin den Enzugsstress vermindert, der durch den Nikotinabbau nach der vorhergehenden Zigarette entstanden ist.
Das ist die "kurzfristige" Wirkung des Nikotinabbaues. Langfristig machen Kohle-oxide und Nikotin bzw. Zusatzstoffe jedoch ängstlich.
Raucher, die unter Panikattacken leiden, können das Problem meistens auch mit simplen Entzug lösen.
Alkohol verhält sich da auch sehr ähnlich:
Ein Spiegeltrinker nach ein paar alkoholfreien Tagen anzutreffen, der einem dann noch in die augen schauen kann, ist eher selten anzutreffen...

Al Trux
12
13.7.2011, 11:22
Umpolung - Rauchzeichen

Ist das nicht eine vorgeschobene Ausrede? Entweder wird eine Entscheidung hinausgeschoben oder ein vor dem Konsum der "Zigarette zur Entscheidungsfindung" geplantes Vorhaben storniert. Rauchen blockiert, setzt negative Energien frei. Der Raucher ist weder beruhigt noch konzentriert, sondern benebelt, verstimmt, und blockt. Das Rauchermandl sitzt auf der Schulter und schnippt lässig Asche ins Ohr seines Opfers.

theWatcher14
11
13.7.2011, 16:48
Trux

Jessas, Du bist ja völlig ahnungslos!

No_lD
02
13.7.2011, 13:22
komische sichtweise

dürfte aber auch stimmen.
Die zigarette beruhigt nur den entzugsstress der zigarette davor, das ist das "geheimnis" der "beruhigenden wirkung" - allerdings baut man damit eine enorm starke suchtwirkung auf, da sind die meisten anderen drogen ein lercherl dagegen.
Aber: Was "normal" ist, kann ja nicht schlimm sein, oder? ;)

Knochenmann
15
13.7.2011, 09:27
Na dann:

Hört auf zu rauchen un die FPÖ zu wählen, ihr Schlappschwänze!

babak kamgaran
 
00
13.7.2011, 09:06

Amygdala? War das nicht die Königin von Naboo? :)

triage
02
13.7.2011, 09:03

Weniger Angst, daß die Trafik schon zu hat...

The Race
10
12.7.2011, 23:41

wenn ich nicht meinen tschick kriege, ist mir alles wurscht

Amelia Earhart
02
12.7.2011, 21:21

Interessant wäre wie lange das "Furchtzentrum" außer Kraft gesetzt bleibt.
Sinds Stunden, Tage, Wochen oder für immer?

No_lD
00
13.7.2011, 13:25
naja

für immer. ausser der (ex-) raucher macht weiter, dann erwacht das "furchtzentrum" langsam wieder...
sie könnten auch sagen:
"so lange sie regelmässig alkohol trinken, werden sie unter gleichgewichtsstörungen leiden".
wäre das selbe in vergleich mit einer noch etwas besser platzierten "volksdroge" :)

Amelia Earhart
00
13.7.2011, 13:50

Für immer? Das meinen sie jetzt aber nicht ernst oder?
Da müsste dann jeder Ex-Raucher ein riskantes Leben führen. Außerdem wäre das ja eine Superausrede zum nicht aufhören mit dem Rauchen.

xxx...yyy...
02
12.7.2011, 21:20
was man nicht alles wissensxhaftlich belegen kann, wenn man ein bestimmtes verhalten unattraktiv machen will. erstaunlich

meischi@leistung.at
00
13.7.2011, 12:03

was man nicht alles wissensxhaftlich belegen kann, wenn man ein unattraktives verhalten bestimmbar machen will. erstaunlich

schlechter Gutmensch
01
13.7.2011, 10:28
Was man nicht alles posten kann...

.. wenn man eine gewisse Suchtkrankheit attraktiv machen will....

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.