Reformagenda Verwaltung

Gemeinden: Niederösterreichs ÖVP gegen steirische Vorschläge

12. Juli 2011, 17:38

Gemeindezusammenlegungen sind aus Sicht der ÖVP in Niederösterreich "brandgefährlich"

Graz/St. Pölten - Ziemlich verschnupft reagiert die niederösterreichische ÖVP auf den Reformeifer der schwarzen Parteifreunde in der benachbarten Steiermark. Der Gemeindevertreterverband der VP Niederösterreich beurteilt die Pläne der steirischen rot-schwarzen Koalition, Gemeinden im großen Stil zusammenzulegen, für "brandgefährlich". Der Präsident des VP-Verbandes, Alfred Riedl, lehnt Ähnliches für Niederösterreich "strikt ab". Riedl: "Die Reformpläne der steirischen Landes- und Kommunalpolitiker sind untragbar."

Riedl meint damit auch den Entschluss der Steirer, den Landtag zu verkleinern und das Proporzsystem abzuschaffen. Die Lösung für sinkende Einnahmen der Gemeinden könnte nicht in Gemeindefusionen liegen, sagt Riedl. Daher stünden Zusammenlegungen in Niederösterreich "weder zur Debatte noch auf der Tagesordnung".

Die steirischen Pläne seien jedenfalls "brandgefährlich" für die Zukunft des ländlichen Raumes, sie führten zu einer "totalen Abwertung der Gemeinden". Alfred Riedl: "Wir haben den gemeindefeindlichen Kurs diverser Politiker satt, die immer wieder auf den Zusammenlegungszug aufspringen und glauben, das sei die Lösung des Problems."

Die steirische Politik hat ganz offensichtlich eine völlig andere Sicht der Dinge und will sogar noch einen Schritt weitergehen. Während die Landesregierung über eine Reduktion der Gemeindezahl von 542 auf "unter 300" nachdenkt, favorisiert die steirische Wirtschaftskammer noch radikalere Ideen. "Hundert Gemeinden sind auch genug", sagte Wirtschaftskammer-Direktor Thomas Spann am Dienstag im Gespräch mit dem Standard. Es gebe dazu kammerintern genaue Berechnungen, die eine drastische Reduktion der Gemeindezahlen auf die jetzige Struktur von rund hundert Kleinregionen zuließen, sagte Spann. Die Zeit für solche Radikallösungen sei - mit Blick auf die finanzielle Lage der Gemeinden - dringend.

In statistischen Analysen wiesen bereits 524 der 542 steirischen Gemeinden eine Überschuldung ihrer Haushalte aus. Lediglich 18 Ortschaften sind demnach schuldenfrei und bilanzieren positiv. Am stärksten sind, sagte Spann, Klein- und Kleinstgemeinden verschuldet. Die besten Finanzwerte erreichten Gemeinden in Größenordnungen zwischen 2500 und 5000 Einwohnern. Mehr als 80 Prozent der steirischen Ortschaften aber lägen bei oder unter 2500 Einwohnern.

Nur ein Oberbürgermeister

Thomas Spann: "Ich glaube, der Leidensdruck in den Gemeinden wird so stark werden, dass sie Zusammenlegungen zustimmen werden. Es sind ja keine Radikalschnitte. Mit den gleichen Mitteln wie bisher kann durch ein verbindliches Zusammenarbeiten eine bessere Leistung und mehr Effizienz erzielt werden. Die Ortstafeln werden ja nicht abmontiert. Es gibt dann halt, wenn sich Gemeinden zusammenschließen, nicht mehrere Ortschefs, sondern nur einen Oberbürgermeister." (Walter Müller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 84
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turbotiga
01
14.7.2011, 09:28
Brandgefährlich

sind eher LH Pröll u. sein Musikalischer Investor Swoboda mit 1 Millarde Verlust. Ja, da müssen wir jetzt mal langsam aufstehen u. handeln. Ich mag die Steierer, die sind machmal so herzerfrischend anders.

GE
02
13.7.2011, 23:36

ÖVP und Pröll, da wirkt Lybiens Gadaffi fast harmlos!

Ing. Rambo Einfältig
02
13.7.2011, 20:54
Brandgefährlich für den christlich-sozialen Haufen!

Je weniger Posten geschachert werden können, desto mehr Macht verliert das Regime Kim-Il-Erwin.

verleih nix
02
13.7.2011, 20:40
keine angst - es bleibt eh ein posten für jedes övp-parteimitglied

die werden ja auf ganz natürliche art immer weniger und weniger.

GE
03
13.7.2011, 23:39

ja stimmt, gibt neue posten: Gummistiefelhalter, Lagerhaus-Anschauer. Misthaufensympatisant usw.
Am besten passen tut Geldgier, Leute abzapfen, stumpfsinnige Politik machen, Hirnlos sein.
ÖVP wie sie ist und leibt... ah und noch viele Würstel essen, gell

Zinnmo
 
01
13.7.2011, 19:55
Funktionärsbefriedigung

Durch die vielen kleinen Gemeinden gibt es jede Menge (schwarzer) Bürgermeister und Gemeinderäte, die alle brav für ihren LH laufen und wahlkämpfen. Womit soll er sie sonst belohnen, wenn nicht mit Posten? Nicht richtig, aber verständlich.

In der Steiermark sind auch die Gemeinden farblich recht gut verteilt. Es gibt auch kleine rote Gemeinden, genauso größere scharze. Da verlieren beide, dadurch wird es einfacher.

erkelteter tiger
01
13.7.2011, 19:09
korruptionistenvereinigung ist natürlich dagegen

DirtyHarry
02
13.7.2011, 18:51

Wenn Landesfürst Erwin P. ohnedies schon verschnupft ist, dann kann man gleich eine Abschaffung der Bundesländer fordern - vielleicht/hoffentlich verschwindet er dann ganz von der Bildfläche.

DirtyHarry
02
13.7.2011, 18:48

Wenn die ÖVP-Nö verschnupft reagiert, dann kann man ihr* nur eine Lungenentzündung und das baldige Ableben wünschen.
*der Partei, nicht den Menschen die dort tätig sind

Jana Tyrlich
02
13.7.2011, 17:54
Brandgefährlich

Je größer eine Gemeinde, desto eher wird rot statt schwarz gewählt.

O5
03
13.7.2011, 17:20

ÖVP = Verschwender- und Blockiererpartei!

König der Wandalen
02
13.7.2011, 17:00
In den 1970er Jahren gab es in Niederösterreich

zahlreiche Gemeindezusammenlegungen. War sicher "Brandgefährlich" meine Herren!

Kondratjew -Zyklus
 
02
13.7.2011, 15:44
Alfred Riedl wird ohnehin mit Ernst Strasser stürzen.

Und nicht nur er.

galiontariaho
04
13.7.2011, 15:31
die övp niederösterreich..

ist wohl das größte problem der övp.

mit dem bein am klotz wird es nix werden..

DirtyHarry
02
13.7.2011, 18:49

leider ist das problem nicht auf nö begrenzt

Fabian S.
04
13.7.2011, 14:47
und täglich grüßt das Murmeltier

Isokolon
15
13.7.2011, 14:15

wen das jetzt echt gewundert hat --> rot-stricheln

Weg mit dem letzten Proelleten!
04
13.7.2011, 15:24

Rot von mir!

Mich hat es gewundert, dass diese negative Reaktion so lange gedauert hat.

Pyrrhon von Elis
05
13.7.2011, 14:10

Die Pröllsche Hysterie ist verständlich: Wenn die jetzt schon anfangen, Gemeinden zusammenzulegen, könnten ja irgendwann auch Länder fusioniert werden. Und wer will oder kann schon mit Oheim Erwin?

Hansi Huber
08
13.7.2011, 14:05
ÖVP und Verwaltungsreform

Endlich sagt die ÖVP ganz offen, wie sie zu einer Verwaltungsreform steht.

Takeshi Kovacs
03
13.7.2011, 13:02
"Niederösterreichs ÖVP gegen..."

das wundert mich jetzt aber....

locken
02
13.7.2011, 14:58
Dann hätte Raiffeisen und die Bauern weniger Einfluss !

Rot/Grün Farbsehschwächling
05
13.7.2011, 11:54
ÖVP NÖ zeigt nun sein wahres Gesicht!

Mit der Zusammenlegung ist es dann vorbei mit der Klientenherrschaft!
Denn statt vielen kleinen schwachen Gemeinden würde der schiache Pröll nun gestärkten, mächtigeren großen Gemeinden gegenüberstehen.

Liebe ÖVP, wenn ihr halb so transparent wärd, wie ihr durchschaubar seid, dann würdet ihr den Menschen in diesem Land einen großen Dienst erweisen!

Lupo71
02
14.7.2011, 10:30
halb so transparent

Naja, wenn sie zur Durchschaubarkeit auch noch transparent werden dann nähern sich rasant der Unsichtbarkeit ;-). Politisch sind sie eh schon auf dem besten Weg zu dieser Unsichtbarkeit. Alles nur noch eine Frage der Zeit
lg

sainty1
06
13.7.2011, 11:50
Brandgefährlich weil:

Machtverlust, und das überlebt kein ÖVP'ler..eher lässt er alles zu Grunde gehen

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