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Was ich doch immer wieder ungern lese, ist das Wort "Saftl". Unlängst wurde mir in einem niederösterreichischen Gasthaus auf der Speisekarte mitgeteilt, dass in diesem Etablissement ein Braten "mit seinem Saftl" angeboten werde: Ich finde, dass der in der Verkleinerungsform auftretende Saft etwas unangemessen Anlassiges ausströmt, ja eine unziemlich emotionale, vielleicht sogar geradezu perversionsverdächtige Beziehung des Wirtes zu seinen Speisen. Die Konsequenz: Wenn ich auf einer Speisekarte von einem "Martini-Gansl im Bier-Honig-Saftl" lese oder von einer "Gebratenen Leber in Thymian-Rotwein-Saftl", dann habe ich das schon gefressen. Aber wer weiß: Womöglich ist diese Saftl-Aversion ja auch nur eine persönliche Neurose von mir (Psychoanalytiker aufgepasst!), und es gibt jede Menge Leserinnen und Leser, denen bei der bloßen Erwähnung eines Saftls sofort das Saftl im Munde zusammenläuft. Für allfällige Erfahrungsberichte bin ich jedenfalls dankbar.
Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist
ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und
erörternswerte Wörter sind erbetenan christoph.winder@derStandard.at
Sieben Jahre nachdem die ersten Einträge erschienen sind, stellt Christoph Winder sein Online-Projekt in der gewohnten Form ein
Wem auf diese Wurst gegangen wird, der ärgert sich - zumindest in der Schweiz - zu Recht
Das schmeckt das Schnitzel gleich doppelt so gut: Grunzen, Wühlen und Suhlen im Freien
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Wiener Kellnerhumor (Fortsetzung)
Saccharinspritzen in Aktion
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Ökonomisch zugehackt
Ein Adjektiv für die heißen Tage
Ein hervorragender Körperteil
Neunfache Vokalsüße
Ein Meister des hohen Grades
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Grassierende Lebensmittelfeindlichkeit
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Ein säuberliches Wort aus der Jugendsprache
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Ein Hinweis auf den sprachlichen Charme des Baltikums
Ein missglückter Versuch, eine Lücke zu füllen
Endlich einmal eine originelle Ansage!
mit Ihrem Brieflos sprechen, ...
hat zugleich mit dem Beginn der Badezeit begonnen, warnt die Kronenzeitung
ist ein populäres Versatzstück gegenwärtiger Alltagsgespräche
ist das "lesbare elektronische Abbilden von papierenen Eingangsstücken und Beilagen"
Aber um ein "Safterl" zu erzeugen, bedarf es eines mörderischen Vorgangs! Dem lebhaft brodelndem Saft wird , wie wir alle wissen, der Sauerstoff schön langsam entzogen, bis er sich dann widerstandslos, entseelt aber geschmeidig, seinem Schicksal ergibt...
Aber ansonsten ist es ein für mich wunderschönes und vor allem sehr ehrliches Wort.
Sosse hingegen, in allen Schreibweisen, hat bei mir immerzu die primäre Assoziation der teutonischen einheitstunke hell/dunkel auf maggibasis je nach farbe mit "zuckerkulör" oder ohne.
Streik
In einen Phonographen bei ´ner Fete
Sprach Schulz hinein ein selbstverfaßt Gedicht;
Die Walze aber, als er sie dann drehte,
Die rief: Den Quatsch, den wiederhol´ich nicht.
(Louis Herrmann)
:-(((
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